Chinesische Hersteller machen Fortschritte bei der Produktion von HF-Chips für 5G. Sieben Firmen sind technologische Durchbrüche gelungen, die in China erstmals Hoffnungen auf heimische Lösungen wecken, mit denen sich der US-Boykott umgehen ließe.
5G-Chips aus China: Die ersten Serienprodukte von chinesischen HF-Chips werden von den meisten Insidern als ein „guter Start“ auf dem Weg aus dem US-Boykott gewertet.
Kommunikationschips für 5G sind in China zur Mangelware geworden, seit die US-Regierung 2019 ihren Verkauf an Huawei und andere Unternehmen teilweise verboten hat. Nun gibt es technologische Durchbrüche, die in China erstmals Hoffnungen auf heimische Lösungen wecken.
Shenzhen Microgate Technology habe eine erste Charge von selbst entwickelten und selbst produzierten 5G-HF-Chips an chinesische Handy-Hersteller ausgeliefert, berichtete kürzlich das chinesische Fachportal Weike Wang. „Dies ist ein weiteres heimisches HF-Chip-Unternehmen, das nach Maxscend Technologies und Fuman Microelectronics die Serienfertigung von 5G-HF-Chips gemeistert hat,” schreibt das Portal.
Die Produktion der HF-Chips und anderer Komponenten für die 5G-Kommunikation in diesen drei Unternehmen sei ein Beweis für den „schnellen Fortschritt“, den China auf diesem Gebiet mache, kommentiert Weike Wang. „Die US-Sanktionen werden das Wachstum der chinesischen Chip-Industrie nur beschleunigen.“
BAW-Frequenzfilter für Huawei brechen Monopol
Medienberichten zufolge bezieht Huawei seit Kurzem BAW-Filter (bulk acoustic wave) von Fuman Microelectronics (FM), einem im südchinesischen Shenzhen beheimateten Unternehmen. Die Filter sind selbst entwickelt und laut Unternehmen mit unabhängigen IP-Rechten.
„Die USA kontrollieren den Markt, weil sie gemeinsam mit Japan eine Schlüsselkomponente von 5G-HF-Chips monopolisiert haben – den Filter. Die USA und Japan haben 95 Prozent vom Weltmarkt für Filter,“ schreibt Weike Wang.
Schon 2014 hatte die chinesische Führung einen Investment-Fonds zur Förderung der heimischen Halbleiter-Industrie aufgelegt. Seither sind viele neue heimische Unternehmen gegründet worden. Doch erst 2019 ist man sich in China der Bedeutung eigener 5G-HF-Chips bewusst geworden, als Washington Huawei den Zugang zu diesen Halbleitern abschnitt.
US-Blockade bei 5G-HF-Komponenten bald wirkungslos?
Die US-Sanktionen hatten das Geschäft von Huawei in diesem Bereich an einer besonders empfindlichen Stelle getroffen. Derzeit versucht das Unternehmen, in einem immer mehr von 5G-Geräten dominierten Markt 4G-Handys zu verkaufen. Dies sei „ein Witz“ hatte ein führender Huawei-Manager die demütigende Situation öffentlich eingeräumt.
HF-Chips aus China: Sieben chinesische Firmen haben mit der Serienfertigung von 5G-HF-Chips begonnen.
(Bild: Asia Waypoint)
„Seit dem Huawei-Zwischenfall hat China im politischen Bereich und auch technologisch seine Anstrengungen verstärkt, die Blockade bei HF-Komponenten zu durchbrechen und schließlich ganz zu überwinden“, schreibt das Industrie-Portal 36kr.
Während China stolz ist auf seine jüngsten Fortschritte in diesem Bereich, weiß man gleichzeitig, wie weit die US-Sanktionen die gesamte Industrie kurz- und mittelfristig zurückgeworfen haben.
5G: Chinesische Lösungen vom SOC bis zu HF-Chips
HF-Chips sind dabei nur eine Komponente, die fehlt. „Die Rückkehr zu 5G kann nicht durch einen einzelnen HF-Frontend-Chip erreicht werden,“ schreibt 36kr. „Dazu braucht es eine gesamte industrielle Lösung von SOC zu HF-Chips, vom Design zur Produktion.”
Auch das auf HF-Frontend-Halbleiter spezialisierte Unternehmen Maxscend Technologies in Shanghai meldet Fortschritte und hat die Serienfertigung begonnen. Marktbeobachter erwarten baldige Lieferungen an Huawei. Dazu müsste allerdings die gesamte Serienfertigung ohne amerikanische Technologie umgesetzt werden können, denn sonst würde Huawei erneut zum Ziel von Sanktionen aus Washington.
Die ersten Serienfertigungen von HF-Chips werden dennoch von den meisten Insidern in China als ein „guter Start“ auf dem Weg aus dem Boykott gewertet. Es gebe gleichzeitig auch chinesische Fortschritte beim Bau eigener 90-nm-Lithographie-Maschinen sowie bei der Fertigung eigener CPU, berichten Fachmedien in der Volksrepublik. „Die 5G-HF-Chip-Technologie aus heimischer Fertigung sollte bald verfügbar sein,“ meint 36kr. (kr)
Stand: 08.12.2025
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* Henrik Bork ist Analyst bei Asia Waypoint, einem auf den asiatischen Markt fokussierten Beratungsunternehmen in Peking.