FBDi-Branchenschau Wirtschaftsstandort Europa: Wie die Distribution auf geopolitische Umbrüche reagiert

Von Margit Kuther 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Geopolitische Spannungen, Energiefragen und Rohstoffabhängigkeiten belasten die europäische Industrie. Der Fachverband der Bauteile Distribution beleuchtet, wie diese Entwicklungen den Standort Europa beeinflussen – und warum gerade die Elektronik-Distribution eine Schlüsselrolle für technologische Souveränität und Resilienz spielt.

Wirtschaftsstandort Europa: Die Distribution ist ein Stabilitätsanker für die Elektronikindustrie.(Bild:  Günterr /  Pixabay)
Wirtschaftsstandort Europa: Die Distribution ist ein Stabilitätsanker für die Elektronikindustrie.
(Bild: Günterr / Pixabay)

Die geopolitischen Rahmenbedingungen prägen die Elektronikdistribution stärker denn je – von der US-amerikanischen Zollpolitik bis zum Wirtschaftskonflikt um Nexperia. Mitglieder des Fachverbands der Bauteile-Distribution (FBDi) sehen die Wirtschaft schon länger massiv von politischen Entscheidungen und globalen Disruptionen beeinflusst.

In einer Umfrage des Fachverbands erläutern die Mitglieder ihre Standpunkte: von Wachstumschancen in Schlüsselbranchen über die Rolle verschiedener Kundengruppen bis hin zu Strategien für stabile Lieferketten. Gemeinsam ist allen Stimmen die Erkenntnis, dass die Branche mit einer komplexen Mischung aus Chancen und Risiken konfrontiert ist. Während neue Märkte locken, bestimmen Unsicherheiten und Preisdruck weiterhin den Alltag.

Wachstumstreiber sind Digitalisierung, KI und nachhaltige Technologien

Wachstum erwarten die Distributoren vor allem in Medizintechnik, Energie, Industrieautomation und Automotive. Digitalisierung, künstliche Intelligenz und nachhaltige Technologien gelten als zentrale Treiber. Gleichzeitig bleibt die Marktlage herausfordernd: Viele Distributoren rechnen zunächst mit einer Phase der Stabilisierung, bevor eine nachhaltige Belebung einsetzt.

Bei den Kundengruppen dominieren Start-ups und KMU als Innovationsmotoren, während OEMs für stabile Volumina sorgen. Zu den entscheidenden Erfolgsfaktoren der Distribution zählen technische Beratung, Design-In-Kompetenz und effiziente Supply-Chain-Lösungen.

Uneinheitlich bewerten die Befragten die Standort- und Lieferkettenpolitik. Ein wachsender Teil setzt auf regionalere Wertschöpfung und den Ausbau europäischer Strukturen, um Risiken zu begrenzen und Abhängigkeiten zu reduzieren. Gleichzeitig zwingt der anhaltende Kostendruck viele Unternehmen, internationale Beschaffungswege beizubehalten. Statt einer Abkehr von globalen Netzwerken etabliert sich ein pragmatischer Mittelweg – mit stärkerer Diversifizierung und gezieltem Nearshoring für sensible Produktbereiche.

Distribution ist mehr als Lieferung

„Die Umfrage zeigt eindrücklich, wie breit die Chancen für die Distribution gefächert sind – von MedTech über Energie bis zu Aerospace. Gleichzeitig bleibt die Branche gefordert, Preis- und Lieferkettenrisiken zu managen und den Wandel aktiv mitzugestalten. Die Stimmen unserer Mitglieder unterstreichen: Distribution ist mehr als Lieferung – sie ist Impulsgeber, Brückenbauer und Stabilitätsanker für die Elektronikindustrie in Europa“, betont Andreas Falke, Geschäftsführer des FBDi Verbands.

Die ausführlichen Stellungnahmen der teilnehmenden Mitgliedsunternehmen sind auf der Webseite des FBDi abrufbar. (mk)

(ID:50654142)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung