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Wie sich Fehler in MOST-Systemen zuverlässig finden lassen

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Ein elektrischer Wake-up-Impuls (EWU) definiert den Start eines elektrischen Wake-ups. Mit einem einzelnen EWU muss der Wake-up auf der fallenden Flanke des ersten Impulses getriggert werden. Elektrische Wake-up-Wiederholungen sind zulässig.

Kompatibilität zur ECL-Spezifikation der MOST Cooperation

Sofern implementiert muss das optionale ECL-Feature kompatibel zur ECL-Spezifikation der MOST Cooperation sein. Konformität zu den Spezifikationen ist ein wichtiges Element des Erfolges der MOST-Technologie. Um diese zu gewährleisten, hat die MOST Cooperation die „MOST Extended Core Compliance Test Specification: Electrical Control Line” im Juli 2012 veröffentlicht.

In Abhängigkeit der Funktionen des im Test befindlichen Gerätes (Device Under Test, DUT) müssen die entsprechenden Features getestet und die anderen Rollen simuliert werden. Auf der einen Seite muss der Tester in Abhängigkeit vom DUT die ECL-Sequenzen des Initiators oder des Teilnehmers simulieren. Auf der anderen Seite muss der Tester die empfangenen Sequenzen evaluieren.

Der Testprozess sollte ausreichend flexibel sein, um die Vielfalt an Möglichkeiten und Maßgaben bearbeiten zu können. Die Herausforderung liegt darin, nicht nur das Soll-Verhalten, sondern mit der Fehler-Injektion auch das Verhalten im Fehlerfall zu testen. Die Tests müssen einerseits zuverlässig sein, um Fehler oder andere Optionen menschlichen Versagens nicht zu übersehen. Die Test-Spezifikation sollte dabei einfach zu lesen und zu verstehen sein.

Außerdem muss die Realisierung unabhängig vom Ort sein, an dem der Test ausgeführt wird, sei es in einem MOST-Compliance-Testhaus (MTCH) oder im Labor des Herstellers. Die weltweite Konsistenz der Testergebnisse ist zu gewährleisten. Andererseits muss man den Testaufwand in Grenzen halten. Der Testprozess darf nicht kostspielig oder zeitaufwendig sein, sondern hat schnelle Ergebnisse zu liefern.

Qualifiziertes Testen durch Automation

Automation im Allgemeinen und im Vergleich mit manuellen Testverfahren ist ein wesentlicher Faktor, um Zeit zu sparen. In diesem Fall spricht ein weiteres Argument für die Automatisierung, es können einige der Tests gar nicht manuell durchgeführt werden, weil eine sehr kurze Reaktionszeit benötigt wird. Ruetz System Solutions hat als MTCH eine automatisierte ECL-Compliance-Test-Suite entwickelt.

Die voll automatisierten Testsysteme des Unternehmens haben ihre eigene Historie und Evolution. Ein wesentlicher Entwicklungsschritt war die Einführung von TTsuite. TTsuite ist eine leicht einzusetzende, TTCN-3-basierte Plattform, die es erlaubt, Tests und Simulationen variierender Komplexität durchzuführen. Mit TTsuite ist es einfach, neue Testszenarien wie die ECL-Test-Suite zu beschreiben und auszuführen.

Die Testfälle in der „MOST Extended Core Compliance Test Specification: Electrical Control Line” der MOST Cooperation sind im grafischen Format der TTCN-3 (GFT) als ausführbare Test-Spezifikationen beschrieben. Die ECL-Test-Suite wird aus diesen GFTs durch die TTsuite erzeugt. Diese Art des Testentwicklungsprozesses liefert eine zuverlässige Testspezifikation und schließt die Möglichkeit einer Fehlinterpretation von Anfang an aus.

Testadaptoren machen TTsuite flexibel

TTsuite beherrscht sehr unterschiedliche Kommunikationsprotokolle über sogenannte Testadaptoren. So besitzt TTsuite auch einen Adapter, um die ECL-Pulse zu Testzwecken in Daten zu dekodieren und die Daten für die Simulation in Pulse zu kodieren. Tests bezüglich der Reaktion des DUT auf ECL-Protokoll-Verletzungen durch Pulsweitenänderung können mit TTsuite zuverlässig ausgeführt werden.

Pulsstatus und Pulsbreite übertragen Informationen

Informationen werden mit Hilfe von Pulsstatus und Pulsbreite auf der ECL als bidirektionalem Bus übertragen. Er hat zwei Zustände: high, logische 1 (Versorgungsspannung) und low, logische 0 (Masse). Die Voreinstellung ist high.

Bild 1: System-Test aus der ECL-Spezifikation, darunter das dazugehörende Oszillogramm einer ECL-System-Test-Alive-Sequenz
Bild 1: System-Test aus der ECL-Spezifikation, darunter das dazugehörende Oszillogramm einer ECL-System-Test-Alive-Sequenz
(Bild: Ruetz System Solutions)
Der ECL-Sequenz-Chart (Bild 1 oben) zeigt die Ergebnisse eines Systemtests aus der ECL-Spezifikation, darunter ist das entsprechende Oszillogramm einer ECL-System-Test-Alive-Sequenz. Es beginnt mit der Startsequenz mit 7 s Startzeit, gefolgt von der Parametersequenz 10.000 und der Ergebnissequenz mit Ergebnissen der Knotenklassen 4 bis 19. Ein Oszilloskop wird hier nur zu Anzeigezwecken und nicht für die Messungen benutzt.

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