Vor dem Börsengang Massive Entlassungswelle bei ARM

Von Maria Beyer-Fistrich

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Der Prozessor-IP-Spezialist ARM hat 20 Prozent seiner Mitarbeiter in Großbritannien und 18 Prozent seiner weltweiten Belegschaft entlassen. Bereits im März 2022 hatte der neue Arm-Geschäftsführer Rene Haas massive Entlassungen angekündigt. Mutmaßlich bereitet sich das Unternehmen mit der Verschlankung auf den von Eigner Softbank angestrebten Börsengang vor.

Knapp 700 Stellen hat das Unternehmen in Großbritannien gestrichen. Weltweit fielen 550 Stellen weg. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich das Unternehmen mit der Verschlankung auf den angestrebten Börsengang vorbereitet.
Knapp 700 Stellen hat das Unternehmen in Großbritannien gestrichen. Weltweit fielen 550 Stellen weg. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich das Unternehmen mit der Verschlankung auf den angestrebten Börsengang vorbereitet.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

In Großbritannien sind 700 Arbeitsplätze weggefallen, weltweit sind es 550 Mitarbeiter. Vor dem Hintergrund einer deutlichen Umsatzsteigerung im Quartal bis Juni 2022 im Jahresvergleich von sechs Prozent auf 719 Millionen Dollar und gestiegenen Einnahmen bei Chip-Lizenzgebühren von 22 Prozent auf 453 Millionen Dollar, ist die massive Entlassungswelle mutmaßlich eine Verschlankung für den anstehenden Börsengang.

Nachdem der Übernahme-Deal mit Nvidia im März 2022 an Widerstand aus der Branche und zu hohen regulatorischen Hürden geplatzt war, hatte Geschäftsführer Rene Haas die Belegschaft auf schwere Zeiten eingestimmt: „Dies wird eine harte Zeit für alle sein, deshalb möchte ich klarstellen, warum wir dies tun. Wir müssen disziplinierter sein, was unsere Kosten angeht und wo wir investieren. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen wir Doppelarbeit vermeiden, Arbeiten einstellen, die für unseren künftigen Erfolg nicht mehr entscheidend sind, und darüber nachdenken, wie wir unsere Arbeit erledigen."

Softbank unter Druck – der Börsengang von ARM soll’s richten

Softbank, die Eigner von ARM, stehen ebenfalls seit einiger Zeit unter Druck. Im September 2022 hatte Bloomberg darüber berichtet, dass Softbank ebenfalls 30 Prozent seiner Stellen abbauen möchte. Zudem war bekannt geworden, dass das Unternehmen schrittweise seine Beteiligungen an Technologieunternehmen durch den Vision Fund reduziert oder komplett eingestellt, um sich mehr auf Kernkompetenzen zu fokussieren. Keine Überraschung, denn die Verluste durch diese Beteiligungen beliefen sich im ersten Halbjahr 2022 auf mehr als 50 Milliarden Dollar. Im zweiten Quartal betrug der Verlust 23 Milliarden Dollar. Im Vorjahresvergleich stand im gleichen Zeitraum noch ein Gewinn von 5,5 Milliarden Dollar.

Softbank hatte ARM mit der Übernahme 2016 von der Börse genommen. Bis zu diesem Zeitpunkt war ARM eines der größten britischen börsennotierten Unternehmen. Die britische Regierung war seit 2016 bemüht, den CEO von Softbank, Masayoshi Son, davon zu überzeugen, dass ARM an die Londoner Börse zurückkehren soll. Laut Nachrichtenagentur Reuters präferiert der Softbank-Chef jedoch die New-Yorker-Börse.

Der Börsengang von ARM würde Milliarden in die Kassen von Softbank spülen. "Wie jedes Unternehmen überprüft auch Arm ständig seinen Geschäftsplan, um sicherzustellen, dass das Unternehmen das richtige Gleichgewicht zwischen Chancen und Kostendisziplin findet", teilte das Unternehmen in einer Erklärung mit. "Leider beinhaltet dieser Prozess auch die vorgeschlagenen Entlassungen der weltweiten Belegschaft von ARM." (mbf)

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