Automatisierte Halbleitertests (ATE) Teradyne übernimmt Testinsight für schnellere KI-Chip-Tests

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 2 min Lesedauer

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Chips für KI- und Rechenzentren werden komplexer, was zu einem Umdenken bei Teststrategien führt. Um die Lücke zwischen IC-Design und dem finalen Produktionstest zu schließen, hat Teradyne nun den Software-Spezialisten Testinsight übernommen.

TestInsight ist ein Spezialist für die Schnittstelle zwischen der EDA- und der ATE-Welt. Mit der Übernahme setzt Teradyne auf die Softwaretools der Israelis.(Bild:  TestInsight)
TestInsight ist ein Spezialist für die Schnittstelle zwischen der EDA- und der ATE-Welt. Mit der Übernahme setzt Teradyne auf die Softwaretools der Israelis.
(Bild: TestInsight)

Der ATE-Spezialist (Automated Test Equipment) Teradyne hat die Übernahme von Testinsight bekannt gegeben. Das israelische Unternehmen entwickelt Software-Tools für die Validierung und Konvertierung von Halbleitertests. Finanzielle Details der Transaktion wurden nicht genannt. Ziel der Akquisition ist es, die Entwicklung von Testlösungen für hochkomplexe KI-Bausteine zu beschleunigen und so die Time-to-Market für Halbleiterhersteller drastisch zu verkürzen.

Warum der KI-Boom das Testen verändert

Hinter dieser Übernahme steht ein massiver Marktdruck. Denn durch den Boom bei KI-Beschleunigern und Rechenzentrumskomponenten werden Chips nicht nur immer komplexer, wie etwa durch Chiplet-Architekturen und Advanced Packaging, sondern auch ihre Produktlebenszyklen verkürzen sich spürbar.

Test-Ingenieure können nicht mehr warten, bis das fertige Silizium (First Silicon) aus der Fabrik kommt, um mit der Entwicklung der Testprogramme zu beginnen. Die Antwort liegt in der sogenannten Pre-Silicon-Validierung und im Design-to-Test. Genau hier setzt das Portfolio von Testinsight an.

Virtueller Test und Pattern-Konvertierung

Testinsight hat sich in den vergangenen Jahren branchenweit als Spezialist für die Schnittstelle zwischen der EDA-Welt (Electronic Design Automation) und der ATE-Welt etabliert. Durch die Kombination der Testinsight-Technologien und hier insbesondere der Pattern-Konvertierung und der virtuellen Testumgebungen mit den ATE-Plattformen von Teradyne soll ein nahtloser Workflow entstehen.

Für Entwickler ergeben sich daraus handfeste Vorteile:

  • Frühere Testprogramme: Testabläufe können bereits während der IC-Design-Phase validiert werden.
  • Weniger Debugging: Die Fehlerbehebung verschiebt sich von der teuren Testmaschine in die Software-Umgebung (Shift-Left).
  • Höhere Testabdeckung: Komplexe Fehler in KI-Bausteinen lassen sich durch automatisierte Pattern-Generierung zuverlässiger abfangen.

„Angesichts der zunehmenden Komplexität und der verkürzten Produktlebenszyklen von KI-Bausteinen sind fortschrittliche Software-Tools entscheidend, damit unsere Kunden enge Markteinführungsfenster einhalten können“, kommentiert Greg Smith, President und CEO von Teradyne, den Zukauf. Meir Gellis, CEO und Gründer von Testinsight, ergänzt: „Unsere Mission war es schon immer, die Lücke zwischen Design und Test zu schließen. Der Zusammenschluss ermöglicht es uns, die nächste Generation der automatisierten Pattern-Generierung weiterzuentwickeln.“

Ökosystem bleibt offen

Eine wichtige Nachricht für Bestandskunden: Testinsight operiert in der Branche traditionell als plattformunabhängiger Anbieter. Teradyne betonte im Zuge der Übernahme sein Bekenntnis zu einem offenen Ökosystem. Testinsight soll bestehende Kunden weiterhin über alle gängigen ATE-Plattformen hinweg unterstützen und seine bisherigen OEM- und Partnerbeziehungen fortführen. (heh)

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