Falsch ausgelegte analoge Komponenten ermöglichen akustische Attacken auf Embedded Systeme, die es erlauben, Teile eines Systems zu übernehmen. Modifikationen in Soft- und Hardware können diese Angriffe aber verhindern.
Über 20 MEMS-Beschleunigungssensoren wurden von Forschern der Michigan Engineering untersucht. Dabei konnten nur drei nicht durch einfache und leicht verfügbare Hilfsmittel manipuliert werden
(Bild: Kevin Fu / Michigan Engineering)
Dass Schallwellen dazu verwendet werden können, um Beschleunigungssensoren in Mobilgeräten zu manipulieren, wurde bereits im ersten Teil dieses Beitrags über die gemeinsame Forschungsarbeit der University of Michigan und der University of South Carolina allgemein erläutert. Dieser zweite Teil beschäftigt sich nun mit den technischen Aspekten der Arbeit.
Bildergalerie
Die Forscher fanden heraus, dass Angriffe auf Beschleunigungssensoren, die auf der kapazitiven MEMS-Technik (MEMS: Mikro-elektromechanisches System) basieren, durch die physikalischen Eigenschaften der Sensoren, aber auch durch die Auslegung der zur Signalvorverarbeitung notwendigen analogen Komponenten möglich werden. Letztere spielen dabei die entscheidende Rolle. Bei dieser Aufbereitung werden die Sensorsignale vor der Verarbeitung durch einen Mikrocontroller noch verstärkt und zur Vermeidung von Aliasing bei der A/D-Wandlung durch einen Tiefpassfilter in der Bandbreite begrenzt. Einige Beschleunigungssensoren integrieren Verstärker, Filter und A/D-Wandler (ADC) bereits auf dem Chip.
Alle diese analogen Komponenten besitzen Grenzwerte. Wird beim Verstärker der zulässige Arbeitsspannungsbereich überschritten, so übersteuert er und gibt eine konstante Gleichspannung aus, welche für Angriffe nutzbar ist, die die Forschungsgruppe als „Output Control Attacks“ bezeichnet. Für den zweiten von den Wissenschaftlern entdeckten Angriffsvektor, die sogenannte „Output Biasing Attack“ zeichnet eine zu hoch angesetzte Grenzfrequenz fg des Tiefpassfilters verantwortlich. Ist diese höher als die Resonanzfrequenz fR des Sensors, kann ein Ausgangssignal mit veränderbaren Pegel erzeugt werden.
Die zeitlich unbegrenzte Übernahme des Ausgangs ist möglich
Ein Angriff auf den Ausgang durch Output Control erlaubt es dem Angreifer, die volle und zeitlich unbegrenzte Kontrolle über diesen zu bekommen. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass er bei Sensoren ausgeführt werden kann, die aufgrund eines falsch ausgelegten Verstärkers bei Übersteuerung durch Resonanz der Sensormasse eine konstante Spannung ausgeben. Dies ermöglicht es dem Angreifer, durch Amplitudenmodulation des gesättigten Signals eine beliebige Signalform am Ausgang zu erzeugen. Das Forschungsteam benutzte diese Methode, um das Wort „WALNUT“ als Signalform auszugeben und auf einem Oszilloskop anzuzeigen.
Möglich wird dies, da kapazitive Beschleunigungssensoren eine Sensormasse besitzen, die elastisch im Gesamtsystem befestigt ist, und sich bei Beschleunigung verschiebt. Dies ruft eine Änderung der Kapazität und damit eine Veränderung der Spannung hervor. Setzt man den Sensor Schallwellen ausreichend großer Intensität aus, so beginnt die Sensormasse zu vibrieren und gerät bei richtiger Frequenzwahl in Resonanz.
Die Auslegung des Signalverstärkers ist dabei das eigentliche Problem. Idealerweise wird er so ausgelegt, dass jede von der Sensormasse erzeugbare Spannung innerhalb des Eingangsspannungsbereiches liegt. In der Realität wird der Verstärker nach Aussage der Wissenschaftler von den Entwicklern aber meist so gewählt, dass er mit der Spannung der größtmöglichen spezifizierten Beschleunigung zurechtkommt, also nur mit einer wesentlich kleineren Amplitude. Dies erlaubt, ihn durch einen sich in Resonanz befindlichen Beschleunigungssensor in die Sättigung zu treiben, womit eine konstante Spannung ausgegeben wird.
Eine instabile Abtastung macht das System sicherer
Der Angriff mittels Nullpunktverschiebung (Output Biasing) ermöglicht die Übernahme der Kontrolle des Ausgangs für mehrere Sekunden. Die Fluktuation des Ausgangssignals bei Resonanz wird in diesem Fall nicht vollständig durch den Tiefpassfilter gedämpft. Für eine erfolgreiche Attacke muss der Angreifer das sich verändernde Signal zunächst stabilisieren. Dazu verschiebt er die Frequenz so, dass durch Aliasing beim Abtasten durch den ADC ein konstantes Gleichstrom-Aliassignal entsteht. Der Angreifer kann danach das angestrebte Signal durch Aufmodulierung der gewünschten Signalform auf die Resonanzfrequenz mittels Phasenmodulation erzeugen.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.