Ein neues Werk alle 2-3 Jahre Infineon will Investitionen in Produktion drastisch hochfahren

Von Sebastian Gerstl

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Weltweit bauen führende Chiphersteller ihre Werke aus, nun hat sich auch Infineon zu einer Steigerung seiner Produktionskapazitäten bekannt: Produktionsvorstand Rutger Wijburg kündigte an, dass der deutsche Chiphersteller künftig „alle zwei, drei Jahre über eine große Investition entscheiden“ werde

Dr. Rutger Wijburg, seit dem 1. April 2022 Chief Operations Officer bei Infineon. „Auf Basis struktureller Wachstumstreiber ist Infineon bereit, in die Fertigungskapazitäten zu investieren und Partnerschaften auszubauen, damit Kunden das erhalten, was sie brauchen, wann sie es brauchen“, sagte der Produktionsvorstand des deutschen Chipherstellers zu seinem Amtsantritt.
Dr. Rutger Wijburg, seit dem 1. April 2022 Chief Operations Officer bei Infineon. „Auf Basis struktureller Wachstumstreiber ist Infineon bereit, in die Fertigungskapazitäten zu investieren und Partnerschaften auszubauen, damit Kunden das erhalten, was sie brauchen, wann sie es brauchen“, sagte der Produktionsvorstand des deutschen Chipherstellers zu seinem Amtsantritt.
(Bild: Infineon)

Um der Verknappung von Halbleitern in vielen Bereichen der Industrie entgegenzuwirken, will der Chiphersteller Infineon seine Produktionskapazitäten in Zukunft beschleunigt ausbauen: In einem Interview mit dem Handelsblatt erklärte der neue Produktionsvorstand des Halbleiterherstellers, Rutger Wijburg, dass das Unternehmen künftig alle zwei bis drei Jahre eine neue Fabrik in Betrieb nehmen werde.

Bislang lag der Rhythmus für die Eröffnung neuer Fabriken eher bei vier bis fünf Jahren. Die Marktsituation erfordere nun eine Erhöhung des Investitionstempos, sagte Wijburg.

Neue Maschinen zur Halbleiterproduktionen brauchen mehr als ein Jahr Lieferzeit

Es sei auch möglich, dass Infineon in Zukunft mehrere große Bauprojekte parallel vorantreibe. Bislang habe man immer nur stets ein Werk nach dem anderen errichtet. Hintergrund der Entscheidung ist unter anderem die hohe Auslastung der Auftragsfertiger, die nur noch Aufträge mit langen Lieferzeiten annehmen.

Ein weiterer Grund sind die Lieferzeiten für Maschinen zur Halbleiterproduktion. Zwölfmonatige Lieferzeiten seien mittlerweile normal, so Wijburg gegenüber dem Handelsblatt, aber auch 18 Monate und länger seien keine Seltenheit mehr.

Der Markt wächst, also muss man mitwachsen

Zudem sei das Marktumfeld günstig, sagte der Halbleiter-Experte. Bis zum Ende des Jahrzehnts erwarten Marktbeobachter wie die Unternehmensberatung McKinsey ein jährliches Umsatzwachstum in der Halbleiterindustrie von 8 Prozent. Das Geschäft mit Chips für Autos soll dabei überproportional wachsen.

Wijburg hat vor kurzem die Nachfolge von Jochen Hanebeck als Produktionsvorstand angetreten, der wiederum Reinhard Ploss auf dem Stuhl des Vorstandsvorsitzenden ablöste. Bevor er im Januar 2018 zu Infineon kam, war Wijburg SVP und General Manager bei Globalfoundries in Dresden.)

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