Infineon stärkt mit einem neuen Backend-Werk südlich von Bangkok sein Produktionsnetzwerk. Das Werk soll das globale Produktionsnetz stärken, bis zu 1.000 Arbeitsplätze schaffen und langfristig deutlich wachsen.
Infineon hat eine neue Fabrik im thailändischen Samut Prakan eröffnet. Derzeit sind an dem Standort südlich von Bangkok 350 Menschen beschäftigt, mit dem Hochlauf des ersten von fünf möglichen Modulen soll diese Zahl auf 1.000 steigen.
(Bild: Infineon)
Infineon hat im thailändischen Samut Prakan südlich von Bangkok einen neuen Backend-Fertigungsstandort eröffnet. An der Eröffnung nahmen unter anderem Thailands Premierminister Anutin Charnvirakul und Infineon-Produktionsvorstand Alexander Gorski teil. Das Werk ist der weltweit 13. Produktionsstandort des Unternehmens und ergänzt den Ausbau der Frontend-Fertigung, zu dem auch die im Sommer eröffnete neue Fabrik in Dresden gehört.
In der Backend-Fertigung werden bereits produzierte Wafer und Chips weiterverarbeitet, vereinzelt, montiert und getestet. Der neue Standort verfügt dafür über Reinraum-, Montage- und Testkapazitäten und kann auch Wafer-Tests übernehmen. Nach Angaben von Infineon ist die Produktion weitgehend automatisiert und digitalisiert. Gefertigt werden sollen unter anderem Halbleiterlösungen für Anwendungen in der Automobilindustrie, der Industrie und der Energieinfrastruktur.
Infineon hat nach eigenen Angaben bislang mehr als 100 Millionen Euro beziehungsweise einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag in den Standort investiert. Der Bau dauerte rund 14 Monate. Zum Start stehen bis zu 30.000 Quadratmeter Reinraumfläche zur Verfügung. Diese kann nach Angaben des Unternehmens langfristig auf bis zu 150.000 Quadratmeter erweitert werden.
Standort ist auf schrittweisen Ausbau ausgelegt
Derzeit beschäftigt Infineon in Samut Prakan rund 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mit dem Hochlauf des ersten Produktionsmoduls soll die Zahl auf etwa 1.000 steigen. Insgesamt ist der Standort für bis zu fünf Module ausgelegt. Nach Einschätzung des Unternehmens könnte er damit langfristig zu einem der größten Backend-Fertigungsstandorte von Infineon werden.
Mit der Investition will der Konzern zugleich sein internationales Produktionsnetzwerk stärker diversifizieren. Die Fertigung in Thailand soll zusätzliche Kapazitäten schaffen und Infineon ermöglichen, bei Ausfällen oder Engpässen an anderen Standorten flexibler zu reagieren. Gorski verwies dabei unter anderem auf die Möglichkeit, Produktion zwischen den Werken in Malaysia und Thailand abzusichern. Hinzu kommen aus Sicht des Unternehmens die Nähe zu wichtigen asiatischen Märkten wie China und die gute logistische Anbindung innerhalb Südostasiens.
Thailand selbst versucht, seine Position in der globalen Halbleiterindustrie auszubauen. Bis 2030 will das Land nach Angaben seiner Investitionsbehörde rund 18 Milliarden US-Dollar an zusätzlichen Halbleiterinvestitionen anziehen. Schwerpunkte sollen unter anderem Leistungselektronik, Photonik und Sensorik sein. Zwischen 2023 und Juli 2026 wurden nach Regierungsangaben bereits Investitionen von rund 910 Milliarden Baht, umgerechnet gut 27 Milliarden US-Dollar, im Bereich Halbleiter und fortschrittliche Elektronik zugesagt beziehungsweise angestoßen.
Thailand investiert in Fachkräfte und Halbleiter-Ökosystem
Neben finanziellen Anreizen setzt die thailändische Regierung auf den Aufbau von Fachkräften. Bis 2030 sollen nach Angaben der Investitionsbehörde knapp 85.000 qualifizierte Beschäftigte und mehr als 1.700 Forschende für die Branche ausgebildet werden. Infineon will dazu mit Universitäten, Bildungseinrichtungen und Industriepartnern zusammenarbeiten. Das Unternehmen setzt dabei auf bereits vorhandenes lokales Know-how und bestehende Partnerschaften im thailändischen Elektronik- und Halbleitersektor.
Auch Nachhaltigkeitsaspekte wurden nach Unternehmensangaben bei der Planung des Standorts berücksichtigt. Das Werk soll vollständig mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden. Zusätzlich verfügt es über Systeme zur Wasseraufbereitung und Regenwassernutzung sowie über Solaranlagen zur Stromerzeugung vor Ort. Mit dem Ausbau in Thailand reagiert Infineon zugleich auf die langfristig steigende Halbleiternachfrage, die unter anderem von Digitalisierung, Elektrifizierung, Energietechnik und dem Ausbau von Rechenzentren für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz getragen wird.(sg)
Stand: 08.12.2025
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