125 Jahre Heinrich Hertz entdeckte am 11. November 1886 die elektromagnetische Welle
Am 11. November 1886 entdeckte der Physiker Heinrich Hertz die elektromagnetische Welle. Sie bildet Grundlage für unsere moderne Kommunikation.
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Mit dem Handy telefonieren, E-Mails von unterwegs abrufen oder im Auto die aktuellen Nachrichten hören. Die Kommunikation unterwegs, zu jeder Zeit an jedem Ort gehört zu unserem Alltag. Am 11. November 1886 hat Heinrich Hertz in Karlsruhe die elektromagnetische Welle entdeckt.
So wie heute die Suche nach der Dunklen Materie oder der Neutrinomasse uns in der Gegenwart beschäftigt, war es im ausgehenden 19. Jahrhundert die Suche nach der elektromagnetischen Welle.
So vergleicht es der emeritierte Professor Volker Krebs am KIT und Vorsitzender der Heinrich-Hertz-Gesellschaft.
Elektromagnetischer Effekt ist Grundlage jedes Handys oder jeder Rundfunkübertragung
Ob elektromagnetische Wellen mit endlicher Wellenlänge existieren, war inzwischen den Experten die am heißesten diskutierte Frage der Grundlagenforschung. Hertz hat mit seinen Messungen die sogenannte Nahewirkungstheorie bestätigt und gezeigt, dass sich elektromagnetische Effekte mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten.
Damals noch eine anwendungsfreie Grundlagenkenntnis, so ist der elektromagnetische Effekt Basis jedes Handytelefonats oder jeder Rundfunkübertragung.
Mehrere Wochen experimentiere Hertz mit elektromagnetischen Wellen im Hörsaal
Seine Experimente führte Hertz über mehrere Wochen in einem Hörsaal der damals Technischen Hochschule durch, dem heutigen Heinrich-Hertz-Hörsaal auf dem Campus Süd des KIT. Er nutzte als Sender eine Kugel-Funkenstrecke in einem schwingenden elektromagnetischen Dipol. Als Empfänger diente ein geschlitzer Drahtring, in dem er immer dann Funken beobachtete, wenn auch am Sender ein Überschlag stattfand.
Damit war am 11. November 1886 erstmals die Ausbreitung einer elektromagnetischen Welle im Versuch beobachtet worden und damit die Maxwellsche Nahewirkungstheorie der Elektrodynamik bestätigt.
Hertz als Begründer der Hochfrequenz- und der Funktechnik
In weiteren Experimenten mit Spiegeln und stehenden Wellen konnte Hertz später zeigen, dass er Wellen mit einer Wellenlänge von 30 bis 100 Zentimetern und Frequenzen zwischen 1000 und 300 MHz erzeugt hatte.
Damit wurde Hertz zum Begründer der Hochfrequenz- und der Funktechnik, die nach ihm Guglielmo Marconi, Alexander Popow und Ferdinand Braun in die Anwendung brachten. Heinrich Hertz zu Ehren ist die Maßeinheit der Frequenz, das Hertz, kurz Hz, benannt.
Ordentlicher Professor in Karlsruhe
„Karlsruhe war für Hertz die erste Sprosse in der Karierreleiter“, bemerkt Dr. Klaus Nippert, Leiter des KIT-Archivs. In Karlsruhe versah der 28-jährige Hertz zwischen 1885 und 1889 seine erste Stelle als ordentlicher Professor. Damit verfügte er über ein auskömmliches Gehalt und konnte auf die vorhandene physikalische Sammlung zurückgreifen.
Sein Vorgänger im Amt war Ferdinand Braun, Nobelpreisträger 1909 und Erfinder der Kathodenstrahlröhre, die später als Oszilloskop und Fernsehröhre weite Verbreitung fand.
Früher Tod eines großen Physikers
„Privat gelang Hertz in Baden der Schritt aus der Jungesellenexistenz“, weiß Nippert. Er heiratete die Tochter eines Kollegen und gründete eine Familie. Mit seiner Frau Elisabeth und Tochter Johanna verließ Heinrich Hertz Karlsruhe nach vierjährigem Wirken in Richtung Bonn, nachdem er Berufungen nach Berlin, Gießen und Amerika abgelehnt hatte.
Jedoch bereits im Jahre 1894 starb Hertz als 36-Jähriger in Bonn an einer Blutvergiftung. Sein letzte Ruhestätte fand er in seiner Geburtsstadt Hamburg.
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