IoT: Edge-Sensorik Espressif koppelt den ESP32-C5 mit Bosch-Sensoren

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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Neue Entwicklerboards kombinieren den beliebten Mikrocontroller ESP32-C5 mit Bosch-Sensorik für Umweltmessung und Bewegungserfassung. Damit soll der Weg zu praxistauglichen Prototypen verkürzt werden.

ESP-SensairShuttle: Das Entwicklerboard kombiniert den ESP32-C5 mit Bosch-Sensorik für Umwelt- und Bewegungsdaten und zielt auf schnelle Evaluierung und Prototyping mit lokaler Auswertung.(Bild:  Espressif)
ESP-SensairShuttle: Das Entwicklerboard kombiniert den ESP32-C5 mit Bosch-Sensorik für Umwelt- und Bewegungsdaten und zielt auf schnelle Evaluierung und Prototyping mit lokaler Auswertung.
(Bild: Espressif)

Espressif und Bosch Sensortec haben eine Zusammenarbeit angekündigt, die mehrere Bosch-Sensoren mit ESP-Mikrocontrollern zusammenführt. Die Partner stellen zwei Entwicklerplattformen und eine gemeinsame Referenzarchitektur vor, die Bewegung, Umweltzustände und Kontext erfassen und direkt auf dem Gerät auswerten soll, statt Rohdaten permanent in die Cloud zu schieben.

Für Entwickler steckt der Reiz hier vorwiegend in der Kombination: ein Controller, mehrere Sensoren, dazu Referenzhardware und Softwarebausteine, die typische Startarbeit abkürzen.

Sensorpaket rund um den ESP32-C5

Als Kern dient der ESP32-C5. Der SoC auf RISC-V-Basis funkt im 2,4‑ und 5‑GHz-Band per Wi‑Fi 6 und bringt zusätzlich Bluetooth 5 (LE) sowie 802.15.4 mit. Damit lässt sich ein Gerät nicht nur ins WLAN hängen, sondern bei Bedarf auch in 802.15.4-Netze wie Thread oder Zigbee einbinden.

Auf der Sensorseite setzt das Paket auf drei Bauteile aus dem Bosch-Sensortec-Portfolio:

  • Der BME690 erfasst Temperatur, Feuchte und Luftdruck sowie Luftqualitätswerte wie VOC und CO₂-Äquivalent.
  • Die IMU BMI270 liefert Beschleunigungs- und Gyrodaten für Bewegungs- und Lageerkennung.
  • Ergänzt wird das Set durch das Magnetometer BMM350, das Magnetfelder aufnimmt und damit zum Beispiel Kompass- oder Orientierungsszenarien stützt.

Bosch setzt beim BMM350 auf TMR (Tunnel Magnetoresistance) und nennt als Vorteile hohe Genauigkeit, sehr niedriges Rauschen sowie geringe Stromaufnahme. Außerdem bringt der Sensor eine „Field Shock Recovery“-Funktion mit, die die Messstabilität nach starken Magnetfeldern verbessern soll. Zusammen ergibt das eine Basis für Sensorfusion: Bewegung, Lage, Umweltdaten und Magnetfeld kommen aus einer Hand und lassen sich konsistent zusammenführen.

Lokale Auswertung statt KI in der Cloud

Entscheidend ist hier die Plattform, die Auswertungsschritte direkt auf dem Gerät verankert: Ereignisse sollen möglichst dort entstehen, wo die Sensoren messen. Das spart Latenz, senkt Funkverkehr und reduziert den Druck, Daten dauerhaft nach außen zu geben. Für Anwendungen wie Gestenerkennung, Aktivitätsklassifikation oder Zustandsüberwachung ist das oft der pragmatische Weg: Das Gerät reagiert sofort und sendet im Zweifel nur Ergebnisse oder Alarme.

Espressif verweist in seinen Unterlagen darauf, dass sich auch kleine Modelle lokal einsetzen lassen. Das bleibt in der Praxis stark davon abhängig, wie groß Modelle und Feature-Sets ausfallen. Aber der Ansatz passt zu dem, was viele Entwickler heute suchen: Edge-Auswertung als Standard, Cloud nur dann, wenn sie wirklich einen Mehrwert bringt.

Zwei Boards für unterschiedliche Zielgruppen

Für den Einstieg liefern die Partner zwei Hardwareplattformen. Der ESP-SensairShuttle ist als modulare Plattform für Ausbildung, Forschung und großflächige Evaluierung gedacht. Hier lassen sich verschiedene Sensorboards einfach austauschen und testen. Für die schnelle Prototypenerstellung steht zudem der ESP-Spot bereit. Dieses Board ist vollständig quelloffen und konzentriert sich auf bewegungsbasierte Interaktionen. Espressif kündigt außerdem eine native Integration in Home Assistant an: Geräte auf Basis des ESP32-C5 sollen automatisch erkannt werden und sich darüber konfigurieren lassen. (mc)

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