Kreislaufwirtschaft Die Recyclingfähigkeit schon im Design-Prozess bewerten

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 1 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Kreislaufwirtschaft beginnt am CAD-Bildschirm. Ein neues Playbook und das „Recyclability Assessment Tool“ (RAT) des Fraunhofer IZM helfen Elektronikentwicklern, Geräte von Anfang an aus recycelten Kunststoffen zu konstruieren.

Tool für Design- und Produktentwicklungs-Teams zur Planung und Bewertung recycelbarer Designs.(Bild:  INCREACE)
Tool für Design- und Produktentwicklungs-Teams zur Planung und Bewertung recycelbarer Designs.
(Bild: INCREACE)

Die Anforderungen an die Kreislaufwirtschaft von Elektronikprodukten steigen und das nicht zuletzt durch den Druck der EU-Kunststoffstrategie. Doch wie setzt man zirkuläres Design in der Praxis um, ohne dass Entwickler-Teams gleichzeitig zu Recycling-Experten werden müssen? Eine Antwort darauf liefert nun das europäische Forschungsprojekt INCREACE unter Beteiligung des Fraunhofer IZM.

Der Verbund hat zwei konkrete Werkzeuge für die Hardware-Entwicklung vorgestellt:

1. Das „Recyclability Assessment Tool“ (RAT)

Mit diesem Werkzeug, das federführend von Philips und der PEZY Group entwickelt wurde, können Design- und Entwicklungsteams die Recyclingfähigkeit ihrer Produkte standardisiert bewerten. Der entscheidende Vorteil: Das Tool setzt bereits in einer sehr frühen Phase des Entwicklungsprozesses an. Entwickler können damit kritische Faktoren identifizieren, die ein späteres Recycling erschweren oder unmöglich machen. Das betrifft klassische Hardware-Design-Entscheidungen wie die Wahl von (problematischen) Materialien, Gehäuse-Verbindungstechniken (Kleben vs. Schrauben/Clippen) oder bestimmte Oberflächenbehandlungen. So lassen sich frühzeitig Alternativen finden, bevor das Produktdesign eingefroren wird.

2. Das Playbook für zirkuläres Design

Begleitend zum Tool veröffentlichten die Fraunhofer-Forscherin Theresa Aigner und Thijs Feenstra (PEZY) das E-Book „Developing Recyclable Electronic Devices: A playbook for design for & from recycling“. Es bündelt die Ergebnisse aus vier Jahren Forschung und Praxistests. Anhand von fünf Fallstudien liefert es Ingenieuren, Produktdesignern und Entwicklern konkrete Tipps und Handreichungen, wie sie rezyklierte Kunststoffe in Elektronikprodukten einsetzen und die spätere Demontage erleichtern können.

Laut Theresa Aigner vom Fraunhofer IZM geht es dabei nicht um das eine, unerreichbare Ideal: „Jedes Produkt bringt seine eigenen Einschränkungen, Risiken und Chancen mit sich. Beim zirkulären Design geht es darum, fundierte und transparente Kompromisse einzugehen.“ Das Playbook soll Entwicklern helfen, genau diese Kompromisse im Arbeitsalltag abzuwägen.

Sowohl das Playbook als auch das Recyclability Assessment Tool stehen ab sofort kostenlos zum Download bereit. (heh)

(ID:50803889)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung