Zukunftsforschung

Die 100 Toptrends bis 2030 – Technologie und Wissen

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Kommunikation

Unsere Kommunikationslandschaft verändert sich in atemberaubendem Tempo. Wir verabschieden uns von den Massenmedien: Aus Zuschauern wurden Akteure, aus Lesern wurden debattierende Co-Autoren. Allerdings befindet sich gelebtes Social Media erst noch im Entwicklungsprozess.

Und schon klopft die nächste Revolution an unsere Türen: Wenn spätestens 2015 mehr als die Hälfte der Internetzugriffe über mobile Endgeräte stattfinden, wird sich nicht nur unsere Kommunikation verändern, sondern unser gesamter Alltag: Handys werden Banknoten ersetzen und etwa via Medical-Apps die Patientenversorgung optimieren.

Dezentrales, unkontrollierbares TV

TV wird allgegenwärtig, fragmentarisch und – auch was die Inhalte angeht – dezentral, chaotisch, unkontrollierbar. Klassische Kultur- (duales Fernsehsystem) und Geschäftsmodelle (Kabel-TV, werbefinanziertes TV) funktionieren nicht mehr. So verlor Kabel Deutschland bereits 2010 pro Monat durchschnittlich 7500 Kabel-TV-Kunden.

Im Gegensatz dazu konnte TV über das Internet (IPTV) seinen Anteil innerhalb eines Jahres um 1,1% auf 1,9% steigern. Zudem ging die Anzahl der Fernsehgeräte 2011 pro Haushalt erstmals zurück, uns erwartet die Ära der dezentral gestreamten Bewegtbildinhalte.

Das Internet als lokales Servicemedium

Jede dritte Suchanfrage bei Google hat einen lokalen Hintergrund. Gleichzeitig präsentiert sich das Internet immer stärker als glokales Medium. Dies eröffnet neue Geschäftsmodelle: Etwa einen On-demand-Fahrdienst, dessen aktueller Standort vom Kunden via App und GPS in Echtzeit verfolgt werden kann. Ein weiteres Beispiel ist das amerikanische ProjektNeighborGoods. Es organisiert die gemeinsame Nutzung von Geräten, etwa Gartenwerkzeuge, und Services aller Art in der näheren Wohnumgebung.

Mobile First bestimmt die Unternehmensstrategie

„Mobile first“, lautet zunehmend die Strategie vieler Unternehmen: Was immer wir machen werden, es wird zuallererst für den mobilen Endverbrauchermarkt gedacht. So nutzen Handybesitzer das Internet bereits heute intensiver, als PC-Anwender. Die nächste Medienrevolution nach Social Media wird die Revolution der mobilen Inhalte sein.

Inhalte, die demnächst zwischen Hybrid-TV, Tablet-PC und Smartphone zirkulieren werden, werden in hohem Maße mobil, nebenbei, von unterwegs wahrgenommen. Der Smartphone-Boom wird in den nächsten zehn Jahren den Nachrichtenmarkt auf den Kopf stellen: News in Form schneller, kurzer Inhalte werden vor allem auf Handys stattfinden.

Der E-Commerce wird sich zum M-Commerce wandeln

Mobile ist Social Media: Spätestens ab 2015 werden Smartphones die PCs als Leitmedium für Social Media abgelöst haben. Smartphones bieten mit Kamera, Tastatur, MP3, Audio ungleich mehr Möglichkeiten, Inhalte zu jeder Zeit und an jedem Ort selbst zu generieren. Insgesamt gab es im Juni 2011 200 Mio. mobile Facebook-Nutzer, das waren 50 Mio. mehr als zu Beginn des Jahres 2011 und dreimal so viele wie 2010.

Das Geschäft im E-Commerce der Zukunft wird via Handys, von unterwegs, getätigt. Das weltweite Einkaufsvolumen via Smartphone soll 2015 bei 119 Mrd. US-Dollar liegen. Und dieser Megamarkt wird sich nicht in den USA entzünden, sondern in Europa und vor allem in Asien und Afrika.

Bereits 2010 hat der mobile europäische E-Commerce-Markt den amerikanischen überholt. Das Handy wird gerade in den Emerging Markets die Bank in der Hosentasche sein. Bannerwerbung – mobil oder via PC – ist nach wie vor umstritten. Dagegen gewinnt SMS-Marketing an Boden.

Hybrid-TV ist die Zukunftsinnovation, nicht 3D-TV

Wer 3D-TV für die Innovation der Zukunft hält, irrt. Dem Dreiklang aus Tablet-PC, Smartphone und Web-TV gehört die mediale Zukunft. ...

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