Ohne präzise Überwachung droht im Elektroauto ein teurer Batteriedefekt. Batteriemanagementsysteme (BMS) regeln deshalb permanent die Ströme, die über einen Strommesswiderstand, den Shunt, ermittelt werden. Doch was macht einen guten Shunt aus?
Bild 1: Kelvin-Pins ermöglichen das direkte Abgreifen der Messwerte.
(Bild: Susumu Deutschland GmbH)
Um nicht von vorneherein einen falschen Eindruck zu verursachen: Shunts werden natürlich nicht nur in Batteriemanagementsystemen eingesetzt. Ihre Einsatzgebiete sind absolut vielseitig. Im Grunde sind sie überall zu finden, wo hohe Ströme zu messen sind: In hochpräzisen Messausrüstungen, in Wechselrichtern für Photovoltaik-Anlagen, in Frequenzumrichtern für die Steuerung von Elektromotoren. Oder auch in der Medizintechnik – vom MRT-Scanner bis zur Infusionspumpe. Weitere Applikationsbereiche kommen ständig hinzu.
In all diesen Anwendungen nutzt man Shunts – also elektrische Widerstände mit einem sehr niedrigen Widerstandswert – um den fließenden Strom indirekt durch Messung des Spannungsabfalls über dem Shunt zu bestimmen.
Die Shunts weisen sehr niedrige Widerstandswerte im Milliohm-Bereich auf, damit sie den normalen Betrieb des Stromkreises nicht beeinträchtigen. Wenn Strom durch den Shunt fließt, entsteht ein proportionaler Spannungsabfall gemäß dem Ohm’schen Gesetz (U=R × I). Dieser Spannungsabfall wird gemessen und daraus der Strom ermittelt. Die Präzision der Strommessung hängt dabei ganz entscheidend von der Genauigkeit des Shunt-Widerstands ab.
Bei der Strommessung mittels Shunts können verschiedene Faktoren zu Messverfälschungen führen. Die wichtigsten Einflussgrößen sind:
Übergangswiderstände an den Anschlüssen: Diese können größer als der eigentliche Messwiderstand sein und zu unvorhersehbaren Spannungsabfällen führen. Um den Einfluss dieser Übergangswiderstände zu minimieren, wird die Messspannung am Shunt häufig über zwei separate Anschlüsse (Kelvin-Anschlüsse) abgegriffen.
Temperaturabhängigkeit: Der Widerstand des Shunts ändert sich mit der Temperatur, was die Genauigkeit der Messung beeinträchtigt.
Induktive und kapazitive Effekte: Vor allem bei Wechselstrommessungen oder in Umgebungen mit starken elektromagnetischen Feldern können parasitäre induktive oder kapazitive Effekte die Messergebnisse beeinflussen.
Langzeitveränderungen und Materialalterung: Mechanische Beanspruchung, Oxidation oder Materialermüdung können den Widerstand des Shunts über die Zeit verändern.
Viele dieser Einflussfaktoren lassen sich durch eine sorgfältige Auswahl der Materialien, eine präzise mechanische Ausführung und geeignete Herstellungsverfahren wie etwa dem Elektronenstrahlschweißen minimieren.
Beim Elektronenstrahlschweißverfahren (Electron Beam Welding, EBW), das Susumu bei der Herstellung seiner Präzisions-Shunts verwendet, trifft ein hoch fokussierter Elektronenstrahl unter Vakuumbedingungen auf das Werkstück und erhitzt dieses punktuell. Das Verfahren wird eingesetzt, wenn höchste Präzision und minimale Wärmeeinflüsse gefordert sind. Der konzentrierte Elektronenstrahl ermöglicht sehr schmale Schweißnähte, was zu einer präzisen Verbindung führt, ohne das Bauteil übermäßig zu erhitzen. Durch die punktuelle Energieeinbringung bleibt der umgebende Materialbereich nahezu unverändert. Das ist besonders wichtig, um die exakt kalibrierte Widerstandsfähigkeit eines Shunts nicht zu beeinflussen. Außerdem schließt die Durchführung des Arbeitsvorgangs im Vakuum Verunreinigungen und Oxidation weitgehend aus. Das Resultat dieses Verfahrens sind saubere und einheitliche Schweißverbindungen.
Hervorzuheben ist der Umstand, dass bei dem von Susumu eingesetzten Verfahren eine nachträgliche Feineinstellung des Widerstandswertes durch Trimmung (per Laser oder mechanischem Feinschliff) nicht mehr nötig ist. Gewissermaßen als Nebeneffekt des Fertigungsverfahrens werden damit parasitäre induktive oder kapazitive Effekte vermieden, die die Messergebnisse negativ beeinflussen könnten.
Bild 2: Hinter dem unscheinbaren Bauteil verbirgt sich ein präzise abgestimmtes Messinstrument.
(Bild: Susumu Deutschland GmbH)
Fasst man all diese Aspekte zusammen, so wird ersichtlich, dass die Strommesswiderstände von Susumu die höchsten Anforderungen erfüllen. Da sind zunächst die Speziallegierungen, die dieser Hersteller einsetzt: Sie garantieren eine hohe Stabilität des Widerstandswertes über einen weiten Temperaturbereich und über lange Zeiträume. Zudem sind beispielsweise die Produkte der Serien MSRPF2726 und MSRPF4026 mit sog. Kelvin-Pins zum Abgreifen der Messwerte ausgestattet – so lassen sich Rückwirkungen auf den Widerstandswert vermeiden.
Noch wichtiger sind die Fertigungsverfahren: Susumu nutzt das anspruchsvolle Elektronenstrahlschweißverfahren und erzielt so hochexakte Widerstandswerte für seine Shunts. Dieses Verfahren bewahrt auch vor unerwünschten Auswirkungen des sonst in der Industrie üblichen Feinabgleichs durch Trimmung: Die mit dem Trimmen verbundenen mechanischen Einschnitte in den Shunt-Körper können die Stromtragfähigkeit des Bauteils beeinträchtigen, zudem erwärmt sich ein solcher Widerstand im Betrieb nicht mehr gleichmäßig, es kann zur Ausbildung thermischer Hotspots kommen, die wiederum den Widerstandswert verändern. Susumus Fertigungsprozess hingegen vermeidet diese Problematik. Kurz zusammengefasst: Keine Trimmung, keine Nebenwirkungen. (mr)
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
* Atsushi Omoto ist Managing Director und COO bei Susumu Deutschland GmbH