Multimodale Robotik-KI Neura stellt KI-Modell Neuron AI für Roboter vor

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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Roboter sollen nicht nur sehen, sondern auch tasten, hören und sich an frühere Handlungen erinnern. Neura Robotics hat dafür das KI-Modell Neuron AI entwickelt. Auf der Nvidia GTC in Berlin soll es mehrere Arbeitsschritte steuern.

Multimodale Roboter-KI: Mit Neuron AI verbindet Neura Robotics Sehen, Tasten und Hören mit einem Gedächtnis, damit Roboter komplexe Aufgaben über mehrere Handlungsschritte hinweg autonom ausführen können.(Bild:  Neura Robotics)
Multimodale Roboter-KI: Mit Neuron AI verbindet Neura Robotics Sehen, Tasten und Hören mit einem Gedächtnis, damit Roboter komplexe Aufgaben über mehrere Handlungsschritte hinweg autonom ausführen können.
(Bild: Neura Robotics)

Ein Klick kann verraten, ob ein Steckverbinder sitzt. Das am 14. Oktober vorgestellte Neuron AI soll solche Signale auswerten: Es verknüpft 3D-Sehen, Berührungs- und Kraftdaten, Geräusche, den Eigenzustand des Roboters und Sprache.

Neura bezeichnet die Architektur als Perception-Language-Action-Modell (PLA). Gegenüber kameragestützten Vision-Language-Action-Modellen (VLA) verarbeitet es zusätzliche Sensordaten. Ein Gedächtnis soll verdeckte Objekte und bereits ausgeführte Schritte im Blick behalten. So könnte der Roboter auch auf Vorgänge reagieren, die seine Kameras nicht erfassen.

Training mit Robotern, Simulationen und Menschen

Für das Training kombiniert Neura Daten aus eigenen Roboter-Testumgebungen, den sogenannten Gyms, und realen Einsätzen mit simulierten Aufgabenvarianten. Hinzu kommen menschliche Vorführungen: Sensoranzüge zeichnen dabei Bewegungsabläufe auf. Auch Bosch und Schaeffler liefern laut Neura Daten.

Das in Metzingen entwickelte Modell soll auf fünf Varianten von Neura-Robotern mit unterschiedlichen Händen und Greifern laufen. Die KI berechnet ihre Entscheidungen nach Herstellerangaben direkt auf dem jeweiligen Roboter; eine Cloud-Verbindung sei dafür nicht erforderlich. Details zu Rechenhardware und Latenzen nennt Neura nicht.

Erlernte Fähigkeiten auf die Flotte übertragen

Über die Plattform Neuraverse sollen Kunden Neuron AI an eigene Aufgaben anpassen und Fähigkeiten auf mehrere Roboter verteilen können. Als Maßstab dient die „Time-to-Skill“: die Zeit, bis ein Roboter eine neue Tätigkeit zuverlässig ausführt. Konkrete Messwerte oder vergleichende Tests veröffentlicht das Unternehmen bislang nicht.

4NE1 soll elf Minuten autonom handeln

Auf der Nvidia GTC Berlin vom 20. bis 22. Oktober soll der humanoide Roboter 4NE1 eine elfminütige Aufgabenfolge vorführen. Er soll Wäsche sortieren, eine Waschmaschine be- und entladen und die Kleidung in einen Trockner legen. Nach Angaben von Neura läuft die gesamte Sequenz ohne menschlichen Eingriff.

Damit will der Hersteller zeigen, dass Wahrnehmung, Gedächtnis und Bewegungssteuerung über mehrere Handlungsschritte zusammenspielen. Ob das System auch außerhalb einer vorbereiteten Demonstration ähnlich zuverlässig arbeitet, bleibt offen. (mc)

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