Künstliche Intelligenz in der Halbleiterentwicklung OpenAI und Synopsys entwickeln KI-Modell für den Chipentwurf

Von Sebastian Gerstl 2 min Lesedauer

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OpenAI und Synopsys wollen gemeinsam GPT-Synopsys entwickeln. Das spezialisierte KI-Modell soll EDA-Werkzeuge selbstständig bedienen und Ingenieure bei Entwurf und Verifikation von Chips unterstützen.

GPT-Synopsys: ChatGPT, bekannt für das Sprachmodell ChatGPT, und EDE-Softwarespezialist Synopsys entwickeln gemeinsam eine agentische KI, die Haardwareentwickjler bei Chipdesign-Workflows tatkräftig unterstützen soll.(Bild:  Synopsys)
GPT-Synopsys: ChatGPT, bekannt für das Sprachmodell ChatGPT, und EDE-Softwarespezialist Synopsys entwickeln gemeinsam eine agentische KI, die Haardwareentwickjler bei Chipdesign-Workflows tatkräftig unterstützen soll.
(Bild: Synopsys)

Synopsys und OpenAI haben eine mehrjährige strategische Zusammenarbeit zur Entwicklung von GPT-Synopsys vereinbart. Das spezialisierte KI-Modell soll auf die Nutzung der Electronic-Design-Automation-Werkzeuge (EDA) von Synopsys zugeschnitten werden und Arbeitsabläufe bei der Entwicklung von Halbleitern übernehmen. OpenAI wird dafür EDA-Werkzeuge von Synopsys lizenzieren. Die Vereinbarung umfasst zudem gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sowie eine Vermarktungskooperation mit Umsatzbeteiligung.

Mit der Kooperation wollen die Unternehmen über bisherige Ansätze für agentenbasierte KI in der Chipentwicklung hinausgehen. Bislang können allgemeine KI-Modelle über entsprechende Schnittstellen EDA-Werkzeuge aufrufen und einzelne Aufgaben ausführen. GPT-Synopsys soll dagegen darauf spezialisiert werden, die Werkzeuge ähnlich wie erfahrene Entwickler zu bedienen, deren Ergebnisse auszuwerten und Entwürfe in mehreren Schritten zu optimieren.

KI soll Entwurfsprozesse eigenständig durchlaufen

GPT-Synopsys soll Modelle von OpenAI mit der EDA-Technik und dem Fachwissen von Synopsys verbinden. Dadurch soll das System Aufgaben aus Chipdesign und Verifikation analysieren und direkt mit den Entwicklungswerkzeugen bearbeiten können. Ein Schwerpunkt liegt auf der Optimierung von Leistungsaufnahme, Rechenleistung und Chipfläche, den sogenannten PPA-Kriterien Power, Performance und Area.

Ingenieure sollen dem System künftig konkrete Entwicklungsziele vorgeben können. KI-Agenten können daraufhin Werkzeuge ausführen, Ergebnisse interpretieren, Änderungen am Entwurf umsetzen und den Prozess wiederholen. Dazu zählen neben der PPA-Optimierung auch Aufgaben wie das Schließen von Timing-Problemen und die Verifikation eines Designs. Die abschließende Prüfung der Resultate bleibt bei den Entwicklern.

GPT-Synopsys soll auf der von OpenAI betriebenen Infrastruktur laufen und mit Agentensystemen der Kunden zusammenarbeiten können. Zudem ist eine enge Integration mit Synopsys.ai und der agentenbasierten Plattform Synopsys Autopilot vorgesehen. Nach Angaben der Unternehmen laufen bereits erste Technologieprojekte mit Kunden aus der Halbleiterindustrie.

Gemeinsames Angebot mit Schutz von Kundendaten

Synopsys und OpenAI wollen GPT-Synopsys als gemeinsames Angebot vermarkten. Dieses soll Rechenkapazität, KI-Modell und benötigte Softwarelizenzen bündeln. Die Partner haben dafür neben einer gemeinsamen Markteinführung auch eine Umsatzbeteiligung vereinbart. Das Angebot soll Kunden weltweit zur Verfügung gestellt werden.

Besonderes Gewicht legen die Unternehmen nach eigenen Angaben auf den Schutz der oftmals sensiblen Entwicklungsdaten. Kundenspezifische Designdaten sollen nicht zum Training des Modells verwendet werden. Vorgesehen sind außerdem Verschlüsselung bei der Übertragung und Speicherung sowie konfigurierbare Vorgaben für Aufbewahrung, Zugriffsrechte und Protokollierung. GPT-Synopsys soll darüber hinaus Sicherheits- und Governance-Funktionen für den Einsatz in Unternehmen erhalten.

Synopsys-CEO Sassine Ghazi sieht in der Zusammenarbeit die Möglichkeit, Entwicklungsprozesse für immer komplexere Chips zu beschleunigen, ohne Anforderungen an Leistungsfähigkeit und Fertigungsqualität aufzugeben. OpenAI-Mitgründer und -Präsident Greg Brockman verweist zugleich auf die Bedeutung leistungsfähigerer Halbleiter für die Weiterentwicklung von KI-Systemen. Ziel der Kooperation ist damit ein stärker automatisierter Chipentwurf, bei dem spezialisierte KI einen größeren Teil der Arbeit mit professionellen Entwicklungswerkzeugen übernehmen kann. (sg)

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