Industrielle Software und KI Schneider Electric übernimmt Softwarehaus PTC für 20 Mrd. Euro

Von Sebastian Gerstl 2 min Lesedauer

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Schneider Electric will den US-Softwarespezialisten PTC übernehmen. Dessen CAD- und Lifecycle-Technologien sollen Engineering-, Betriebs- und Energiedaten zu einer durchgängigen Datenbasis verbinden. Die Kaufsumme liegt bei 23,6 Mrd. Dollar (20,1 Mrd. Euro).

Schneider Electric will PTC für rund 22,6 Mrd. US-Dollar übernehmen. Dessen CAD- und Lifecycle-Technologien sollen Engineering-, Betriebs- und Energiedaten verbinden und das Softwareangebot des Stromversorgungsspezialisten mehr in Richtung Produktentwicklung bei Kunden des Unternehmens verschieben.(Bild:  PTC)
Schneider Electric will PTC für rund 22,6 Mrd. US-Dollar übernehmen. Dessen CAD- und Lifecycle-Technologien sollen Engineering-, Betriebs- und Energiedaten verbinden und das Softwareangebot des Stromversorgungsspezialisten mehr in Richtung Produktentwicklung bei Kunden des Unternehmens verschieben.
(Bild: PTC)

Schneider Electric hat eine verbindliche Vereinbarung zur Übernahme des US-Softwareunternehmens PTC geschlossen. Der Kaufpreis für das gesamte Eigenkapital liegt bei rund 22,6 Mrd. US-Dollar, entsprechend 205 US-Dollar je Aktie in bar. Einschließlich Verbindlichkeiten ergibt sich ein Unternehmenswert von rund 23,7 Mrd. US-Dollar (21 Mrd. Euro). Der Abschluss der Transaktion wird vorbehaltlich der erforderlichen Genehmigungen bis zum dritten Quartal 2027 erwartet. Mit der Akquisition erweitert Schneider Electric sein Industrie-Softwareportfolio vor allem um Technologien für Produktentwicklung, Engineering und das Management von Produktdaten über den gesamten Lebenszyklus.

PTC mit Sitz in Boston ist auf Software für die Entwicklung, Herstellung und Wartung komplexer physischer Produkte spezialisiert und bedient nach eigenen Angaben mehr als 30.000 Kunden. Zum Portfolio gehören Lösungen für Computer-aided Design (CAD), Product Lifecycle Management (PLM), Application Lifecycle Management (ALM) und Service Lifecycle Management (SLM). Damit deckt PTC einen Bereich ab, der von der frühen Produktdefinition und Konstruktion über die Verwaltung von Engineering-Daten bis zu Service und Optimierung reicht. Besondere Stärken sieht das Unternehmen in der diskreten und hybriden Fertigung.

Durchgängiger Datenfaden von der Konstruktion bis zum Betrieb

Schneider Electric will diese Engineering- und Produktdaten mit den bereits vorhandenen Daten aus Produktion, Anlagenbetrieb und Energiesystemen verknüpfen. Ziel ist ein durchgängiger „Digital Thread“, der Informationen von Design und Entwicklung über Aufbau und Inbetriebnahme bis zu Betrieb und Instandhaltung zusammenführt. Die bislang vor allem auf Anlagen-, Prozess- und Energiedaten ausgerichtete industrielle Datenbasis von Schneider Electric soll damit um den Kontext ergänzt werden, wie Produkte und Maschinen ursprünglich konstruiert, konfiguriert und gebaut wurden.

Dieser Zusammenhang ist insbesondere für industrielle KI-Anwendungen relevant. KI-Systeme und autonome Software-Agenten benötigen nicht nur große Datenmengen, sondern auch Informationen über deren technischen Kontext und Beziehungen. Schneider Electric will deshalb die Produkt- und Engineering-Daten von PTC mit seinem Industrie-Softwaregeschäft rund um AVEVA sowie den KI- und Datenmanagement-Fähigkeiten von Cognite kombinieren. Auf dieser Basis sollen Anwendungen beispielsweise Konstruktionsabsichten mit realen Betriebszuständen vergleichen und daraus Hinweise für Produktivität, Verfügbarkeit, Energieeffizienz oder die Weiterentwicklung von Produkten und Anlagen ableiten können.

Strategisch will sich Schneider Electric den Schwerpunkt seiner Softwareplattform durch die Übernahme weiter in Richtung Produktentstehung verchieben. Während das Unternehmen bislang insbesondere den Betrieb und Lebenszyklus industrieller Anlagen adressiert, bringt PTC die vorgelagerten Entwicklungs- und Engineering-Prozesse ein. Schneider Electric möchte Kunden dadurch von der Konstruktion über die Produktion bis zum laufenden Betrieb auf einer durchgängigen Datenbasis unterstützen. Gleichzeitig soll PTC über Schneiders internationale Präsenz und dessen Zugang zu Energie-, Industrie- und Infrastrukturmärkten zusätzliche Anwendungsfelder und Kunden erreichen.(sg)

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