Mit dem Einsatz Künstlicher Intelligenz versuchen Chiphersteller die Effizienz in der Halbleiterproduktion zu erhöhen. Das international aufgestellte Team des Unternehmens Minds.ai will bei dem Thema mitmischen und hat dafür Gelder eingesammelt.
Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen können in der Halbleiterproduktion helfen.
Die Halbleiterproduktion muss sich bereits jetzt Fragen und Herausforderungen stellen, deren Beantwortung sich teils nicht mehr lange aufschieben lässt: Wie etwa lässt sich die Fertigung hinsichtlich der verfügbaren Ressourcen optimieren? Wie kann der wachsende Bedarf von Halbleitern zuverlässig gedeckt werden? Wie ist es möglich, bei der Herstellung von Wafern Schneide- und Polierprozesse so zu optimieren, dass nur wenig oder im besten Fall gar kein Abfall entsteht? Woher kommen die in den kommenden Jahren und Jahrzehnten nötigen Fachkräfte?
Der Beantwortung einiger dieser Fragen widmen sich Berichten zufolge bereits einige führende Unternehmen wie Intel oder TSMC. Bei Intel etwa wird von KI-Anwendungen während des Produktionsprozesses überprüft, ob und wie ein Defekt entstanden ist. Sämtliche Daten aller Schritte der Produktion wiederum werden von Modellen des maschinellen Lernens genutzt, um im vorherzusagen, an welchem der hunderte von Prozesse es zu einem Fehler kommen kann. TSMC hat eigenen Worten zufolge Prozesserfahrung, Maschinentuning, Fertigungs-Knowhow und Technologien der künstlichen Intelligenz (KI) integriert, um eine intelligente Fertigungsumgebung zu schaffen.
KI-Chips ja, KI-Einsatz nein?
So wichtig (und lukrativ) auf Künstliche Intelligenz spezialisierte Chips für die Halbleiterproduzenten sind, so zukunftsweisend kann Automation basierend auf Künstlicher Intelligenz und Deep Learning für die Chiphersteller werden. Doch: „Die Herstellung von Halbleitern ist komplex, mit Dutzenden von Maskenschichten, Hunderten von Prozessschritten, Tausenden von Geräteteilen mit jeweils Dutzenden bis Hunderten von einzelnen Sensoren und Dutzenden bis Tausenden von integrierten Schaltungen (ICs) pro Wafer“, so Rao Desineni und Eugene Tuv im Whitepaper „High-Value AI in Intel’s Semiconductor Manufacturing Environment“ von Intel.
Da ist es nachvollziehbar, wenn Betreiber teurer Maschinen, die mit wertvollen Ressourcen agieren, davor zurückschrecken, maschinelles Lernen oder Künstliche Intelligenz im Fabrikalltag einzusetzen. Zumal sich, so Desineni und Tuv, die KI-Projekt-Fehlerraten über viele Industrien hinweg zwischen 60 und 85 Prozent bewegten. Allerdings wären die Fehlerraten auch so hoch, weil einige Projekte ohne klaren Anwendungsfall vor Augen entworfen wurden. „Die KI sollte nicht zu einer Lösung auf der Suche nach einem Problem werden“, heißt es bei Intel.
Wenn sich Chiphersteller nicht selbst an den Entwurf oder das Training einer Künstlichen Intelligenz wagen, wie wäre es dann, könnten sie eine Dienstleistung in Anspruch nehmen? Das Unternehmen Minds.ai hat sich genau das auf die Fahnen geschrieben. „Wir begannen minds.ai mit der Anwendung von Deep-Learning-Lösungen auf Unternehmensprobleme in der Pharmaindustrie, der Automobilindustrie und bei Unternehmensabläufen. Daraufhin haben wir DeepSim entwickelt, eine flexible KI-Engine, die eine leistungsstarke Mischung aus Open-Source- und proprietären KI-Tools in einer einfachen, stabilen, cloudbasierten Plattform kombiniert. Minds.ai Maestro nutzt DeepSim als Backbone und hilft bei der Optimierung von Prozessen für führende Unternehmen in der Halbleiterfertigung in großem Maßstab“, so die Verantwortlichen von Minds.ai auf ihrer Webseite.
Berichten von EMS Now zufolge hat Minds.ai am 10. Oktober 2023 mehr als 5 Millionen US-Dollar via Seed-Finanzierung erhalten können, um die Anwendung von KI in der Halbleiterfertigung voranzutreiben. Minds.ai Maestro soll dabei bereits eine End-to-End-Lösung darstellen, die sich „nahtlos in bestehende Arbeitsabläufe integrieren lässt, und die Effizienz und Produktivität von Fertigungsprozessen in der Fabrik mithilfe von überwachtem und verstärkendem Lernen sowie generativer KI“ verbessern soll.
Funktioniert das zuverlässig, dann könnten Fehlerquoten und Ausschussraten in der Wafer-Produktion verringert werden. Ebenfalls kann der Einsatz von KI dazu beitragen, die Produktivität und Effizienz in der Halbleiterproduktion zu steigern, was wiederum zu wettbewerbsfähigeren und qualitativ hochwertigen Produkten führt. Die Reduzierung von Abfällen in der Halbleiterproduktion ist obendrein ein wichtiges Anliegen, da sie nicht nur ökologische, sondern wirtschaftliche Auswirkungen hat. Effiziente Prozesse und Recyclingansätze werden daher zunehmend in der Branche erforscht und implementiert. (sb)
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.