Trotz hoher Standortkosten Intel investiert weitere fünf Milliarden Euro in irisches Chipwerk

Von Sebastian Gerstl 2 min Lesedauer

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Intel baut die Produktion an seinem Standort Leixlip aus. Bis Ende 2027 sollen zusätzliche Kapazitäten entstehen und mehrere Hundert neue Stellen geschaffen werden.

Anlagen für 3-nm-Fertigungsprozesse in einem Reinraum von Intels Fab 34: Intel Foundry plant, die Produktion im irischen Leixlip hochzufahren, und steckt weitere 5 Milliarden Euro in den Ausbau des Standorts.(Bild:  Intel)
Anlagen für 3-nm-Fertigungsprozesse in einem Reinraum von Intels Fab 34: Intel Foundry plant, die Produktion im irischen Leixlip hochzufahren, und steckt weitere 5 Milliarden Euro in den Ausbau des Standorts.
(Bild: Intel)

Der US-Chiphersteller Intel investiert fünf Milliarden Euro in seinen irischen Produktionsstandort Leixlip nahe Dublin. Mit dem Programm will der Konzern die Fertigung von Serverprozessoren ausweiten und auf die wachsende Nachfrage nach Rechenleistung für künstliche Intelligenz und Hochleistungsrechner reagieren. Die Arbeiten haben nach Unternehmensangaben bereits Anfang 2026 begonnen. Der Großteil der Mittel soll bis Ende 2027 eingesetzt werden.

Geplant sind Modernisierungen bestehender Fertigungsanlagen sowie die Installation neuer Produktions- und Lithografiesysteme. Intel will dabei keine zusätzliche Fabrik errichten, sondern die vorhandenen Reinräume besser auslasten. Zudem soll ein automatisiertes Transportsystem erweitert werden, das verschiedene Bereiche des Campus miteinander verbindet. Auch Forschung, Entwicklung und die Weiterbildung der Beschäftigten sind Teil des Programms.

Fokus auf Intel 3 und Xeon-Prozessoren

Im Mittelpunkt der Investition steht das Intel-3-Fertigungsverfahren. In Leixlip entstehen damit unter anderem Komponenten für die Serverprozessoren der Reihe Xeon 6 sowie für die nächste Xeon-Generation. Die Chips werden weltweit in Rechenzentren eingesetzt. Intel erwartet insbesondere durch den Ausbau von KI-Anwendungen einen steigenden Bedarf an entsprechenden Siliziumwafern.

Ein Schwerpunkt ist die 2023 eröffnete Fabrik Fab 34, die mit Extrem-Ultraviolett-Lithografie arbeitet. Diese Technik ermöglicht es, besonders kleine und präzise Strukturen auf Siliziumwafer zu übertragen. Intel 3 ist zwar nicht der jüngste Fertigungsprozess des Konzerns, spielt aber weiterhin eine wichtige Rolle bei Serverchips sowie bei Ein- und Ausgabekomponenten und Basiselementen künftiger Prozessoren.

Intel sieht in dem Ausbau zugleich einen Beitrag zur europäischen Versorgungssicherheit. Die zusätzliche Produktion soll die Abhängigkeit Europas von Halbleiterimporten verringern und die Lieferketten widerstandsfähiger machen. Nach Angaben des Unternehmens ist Leixlip der einzige Intel-Standort, an dem das Intel-3-Verfahren derzeit in großem Umfang eingesetzt wird.

Mehrere Hundert zusätzliche Arbeitsplätze

Durch die Investition sollen mehrere Hundert hoch qualifizierte Arbeitsplätze entstehen. Hinzu kommen nach Unternehmensangaben zeitweise Tausende Stellen im Baugewerbe und in angrenzenden Handwerksbereichen. Derzeit beschäftigt Intel in Irland rund 4.900 Menschen. Der Standort ist zugleich die wichtigste europäische Produktionsbasis des Konzerns.

Intel ist seit 1989 in Irland vertreten und hat dort bislang mehr als 30 Milliarden Euro investiert. Die nun angekündigten fünf Milliarden Euro entsprechen rund 30 Prozent der für 2026 geplanten weltweiten Investitionsausgaben des Konzerns. Das Vorhaben erfolgt trotz anhaltender Verluste der Fertigungssparte Intel Foundry, die im ersten Quartal 2026 ein operatives Minus von mehr als 2,4 Milliarden US-Dollar verzeichnete.

Irlands Regierungschef Micheál Martin bezeichnete die Investition als starkes Vertrauenssignal für den Wirtschaftsstandort und dessen Fachkräfte. Intel hält trotz hoher Strompreise und gestiegener Baukosten an Leixlip fest. Der Standort sei ein zentraler Bestandteil des weltweiten Produktionsnetzes, erklärte Technologie- und Produktionsvorstand Naga Chandrasekaran.(sg)

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