Wie wird sich das Elektro-Engineering in den kommenden Jahren verändern? Welche nächsten Automationsschritte kommen auf die Industrie zu? Wie wird die KI das Engineering beeinflussen? Diese und weitere Fragen wurden auf der Eplan Next26 in ganz unterschiedlichen Formaten von international anerkannten Experten beantwortet.
Sebastian Seitz, CEO Eplan: „Die Zukunft liegt in der Zusammenarbeit – nur so können wir die Herausforderungen der Zukunft meistern. Die Technologien sind verfügbar. Die entscheidende Frage ist, wie wir konsequent diese Möglichkeiten in unsere Prozesse integrieren.“
(Bild: jasper ehrich)
Rund 1.500 Besucher aus 36 Nationen, renommierte Keynote-Speaker, spannende Podiumsdiskussionen und interessante Einblicke in die Zukunft des Engineerings, der Automatisierungstechnik und ganz generell der Industrie: Das war die erste „Eplan Next“, die vom 20. bis 21. Mai 2026 im Münchener Cavalluna Park stattfand. Nicht nur der Eplan Copilot und Eplan Smart Sourcing feierten Premiere – Besucher erhielten auch erste Einblicke in die kommende Eplan Plattform 2027. Hochkarätige Redner, Experten von Eplan, Anwender, Entscheidungsträger und Partner tauschten sich auf dem zweitägigen Festival intensiv über die Top-Themen im Engineering der Zukunft aus.
Sebastian Seitz, CEO von Eplan, macht in seiner Begrüßung klar: „Wir geben Ihnen einen Vorgeschmack darauf, was als Nächstes kommt. Hier auf der Eplan Next müssen wir über eine der größten Herausforderungen in unserer gemeinsamen Branche sprechen, nämlich die Digitalisierung unserer gesamten Wertschöpfungsprozesse.“ Bei der Vorstellung der neuen KI, die auch wegen des Schutzes der „Intellectual property“ vieles anders macht als andere industrielle KI-Anwendungen, erklärt der Firmenchef: „Heute veröffentlichen wir unseren Eplan Copilot in der Cloud-Umgebung.“
Seitz betonte das Thema Datensicherheit, die solide Architektur der KI und das langfristige Ziel, Arbeitsabläufe wirklich autonom zu gestalten. „Wir müssen viel Wissen einbringen und in der KI die passenden Fähigkeiten aufbauen, um Prozesse nicht nur zu automatisieren, sondern auch autonom zu steuern. Unser Ziel: Wir wollen diese Technologie so weiterentwickeln, dass sie sich vom Copiloten zum Piloten entwickelt.“
Einblicke in die Industrieproduktion von morgen
Besucher aus aller Welt konnten aus erster Hand erfahren, wie sich die Top-Innovatoren der Industrie wie DMG MORI, Eaton und Siemens auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereiten und welche Tools der Maschinen– oder Schaltschrankbauer schon heute nutzen kann, um im Wettbewerb von morgen erfolgreich zu sein.
Rainer Brehm, COO fürs Automatisierungsgeschäft und CTO, Siemens Digital Industries, benannte in seiner Keynote als nächsten Schritt den Wandel von der regelbasierten zur zielbasierten Automation. Gelingen wird das zum Beispiel mit einem durchgängigen, KI-basierten „Advanced Machine Engineering“, bei dessen Gestaltung Siemens eng mit Eplan zusammenarbeitet.
Dr.-Ing. Masahiko Mori, Präsident und CEO der DMG MORI Group, stellte in seiner Keynote die Initiative „Machining Transformation“ von DMG MORI vor und ging dabei auch auf die Zusammenarbeit mit Eplan zur Realisierung eines digitalen Zwillings im Schaltschrankbau ein.
Andy Lee, Operations Director Power Distribution Systems China von Eaton, bot den Teilnehmern einen spannenden Einblick in eine „Vorzeigefabrik“ des weitgehend automatisierten Schaltschrankbaus in Changzhou/ China. Auch dort wird die Eplan Plattform als Backbone des Elektro-Engineering genutzt, und die Verdrahtungen werden hier bereits mittels humanoider Roboter geprüft.
Future Lab: Die Zukunft hautnah erleben
Im Future Lab standen wegweisende Neuentwicklungen ebenso auf dem Programm wie unterschiedliche Zukunftstechnologien – beispielsweise ein Auto Panel Design, das direkt aus einer ersten Stückliste einen grundlegenden Montageplattenentwurf liefert. Auf dieser Grundlage lässt sich bereits in der Angebotsphase mit minimalem Aufwand ein passendes Gehäuse auswählen und eine verlässliche Kostenschätzung erstellen.
Weiteres Highlight: ein softwaregestützter Fertigungsarbeitsplatz, der es auch weniger erfahrenen Mitarbeitern ermöglichen kann, Schaltschränke auf hohem Qualitätsniveau zu bauen – zuverlässig, transparent und unter Einhaltung aller individuellen Anforderungen. Auch Themen wie die Siemens Teamcenter Integration und Advanced Machine Engineering wurden im Future Lab präsentiert – sie schaffen eine direkte Verbindung zwischen mechanischer Konstruktion, Produktdatenmanagement (PDM) und elektrischer Steuerungstechnik (CAE / TIA).
Aus- und Einblick: Die Eplan Plattform 2027 & Smart Sourcing
Eplan nutzte die Veranstaltung für eine exklusive Vorausschau in die neue Eplan Plattform 2027, in deren Entwicklung rund 500 Anforderungen von Kunden umgesetzt worden sind. Sie soll Projekte von Elektrokonstrukteuren entlang der drei Prozessschritte Vorplanung, Elektro-Engineering und Schaltschrankplanung erneut beschleunigen.
Auf der Ebene der Bauteilbeschaffung gibt es mit Eplan Smart Sourcing ebenfalls eine neue und hoch automatisierte Lösung, die auf der Eplan Next26 ihre Deutschland-Premiere feierte. Der Praxisvorteil: Mit dem Tool wird schon in der Konstruktion klar, wo und wie schnell benötigte Teile beschafft werden können. Anwender konnten in unterschiedlichen Master Classes nicht nur in die Neuerungen der Software, sondern auch in Themen wie smarte Schaltschrankplanung, effiziente Maschinenverkabelung und digitale Produktstrukturierung einsteigen.
Stand: 08.12.2025
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Im Trend: Standardisierung und Kooperation
In einer begleitenden Fachausstellung, dem Partner Plaza, zeigten über zwanzig Unternehmen von ABB über Phoenix Contact, Rittal, Rockwell Automation und Siemens bis hin zu Weidmüller ihre Innovationen, die im Kontext von Eplan das Engineering erleichtern und automatisieren. Gerade die Datendurchgängigkeit spielte hier eine entscheidende Rolle und es zeichnet sich ab, dass nur mit diesen intelligenten Verbindungen der vollständig digitale Zwilling im Engineering umsetzbar ist. Dabei spielt – auch das betonten mehrere Referenten – immer häufiger die Verwaltungsschale (Asset Administration Shell/ AAS) als standardisierter Übertragungsweg eine zentrale Rolle.
Fazit: Gelungener Auftakt – „to be continued“
Zum Abschluss der zweitägigen Veranstaltungen zog Sebastian Seitz ein rundum positives Fazit: „Das war ein gelungener Auftakt. Viele unserer Partner, die an den Panels und Diskussionen beteiligt waren, haben betont: Die Zukunft liegt in der Zusammenarbeit – nur so können wir die Herausforderungen der Zukunft meistern. Die Technologien sind verfügbar. Die entscheidende Frage ist, wie wir konsequent diese Möglichkeiten in unsere Prozesse integrieren. Das werden wir auf der Eplan Next27 weiter diskutieren.“(kr)