Machtmissbrauch und Betrugsvorwürfe ARMs Halbleitervereinbarung mit Malaysia unter Korruptionsverdacht

Von Sebastian Gerstl 1 min Lesedauer

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Die vor einem Jahr getroffene Vereinbarung zum gemeinsamen Aufbau einer lokalen Halbleiterinfrastruktur, die ARM mit der Regierung von Malaysia getroffen hatte, steht unter Korruptionsverdacht. Mindestens ein Minister und diverse Mitarbeiter des Wirtschaftsministeriums wurden zu Anhörungen vorgeladen.

Ermittler prüfen Korruptions- und Betrugsvorwürfe rund um den im März 2025 geschlossenen Vertrag zwischen Arm und der Regierung Malaysias.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Ermittler prüfen Korruptions- und Betrugsvorwürfe rund um den im März 2025 geschlossenen Vertrag zwischen Arm und der Regierung Malaysias.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Wie lokale Medien melden hat die malaysische Anti-Korruptionsbehörde bekanntgegeben, dass sie derzeit Korruptions- und Betrugsvorwürfe im Zusammenhang mit einem 1,1 Milliarden Ringgit (355 Millionen Singapur-Dollar) schweren Geschäft zwischen der malaysischen Regierung und dem britischen Chip-Hersteller ARM Holdings untersucht. Die Behörden untersuchten auch eine geplante Übernahme der IJM Corp durch den lokalen Mischkonzern Sunway, sagte Azam Baki, Leiter der malaysischen Antikorruptionskommission, auf einer Pressekonferenz.

Bislang seien zwölf Personen vorgeladen worden, um Aussagen zum ARM-Holdings-Deal zu machen. Zu den Vorgeladenen zählen unter anderem ein ehemaliger Minister sowie Beamte des Wirtschaftsministeriums und der malaysischen Investitionsagentur, sagte Azam gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Nach Angaben von Azam gehe die Anti-Korruptionsbehörde derzeit Fragen im Zusammenhang mit Machtmissbrauch, Betrug und Unternehmensführung im Zusammenhang mit dem ARM-Deal untersuchen. „Wir werden diese Angelegenheit fair und professionell untersuchen“, sagte Azam und fügte hinzu, dass weitere Zeugen zur Unterstützung der Ermittlungen vorgeladen werden.

ARM Holdings und die Regierung Malaysias hatten im März 2025 einen Vertrag mit ARM zur Förderung einer inländischen Chipentwicklungsinfrastruktur geschlossen. Demnach erklärte sich die malaysische Regierung bereit, ARM über einen Zeitraum von zehn Jahren 250 Millionen US-Dollar zu zahlen. Malaysia würde demnach ARM-IPs lizenzieren und die Blaupausen für „sieben hochentwickelte Chipdesigns“ erwerben, die lokalen Unternehmen dazu dienen sollten, eigene Chips für Anwendungen wie KI-Rechenzentren, autonome Fahrzeuge und IoT zu entwickeln und somit Malaysia auch für High-End-Fertigung attraktiver werden. Im Gegenzug sollte ARM ein lokales Trainingsprogramm etablieren, um 10.000 Ingenieure in Compute-Subsystem-Technologien (CSS) auszubilden, inklusive Komponenten wie CPU-Kernen, Cache-Designs sowie KI- und Grafik-IP (Ethos/Immortalis) und Zugang über ARMs Flexible-Access-Programm. (sg)

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