Energietransfer

Wie sich erneuerbare Energien in das bestehende Netz integrieren lassen

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Schnittstelle zwischen Netz und Verbraucher

Nicht nur das elektrische Energienetz wird im Rahmen des Smart Grid intelligent sondern auch die Schnittstelle zwischen dem Energieversorger und dem Energiekunden: Eine MUC-Box dient dabei als Daten-Gateway zwischen dem Energielieferanten und dem Kunden. MUC steht für Multi Utility Communication, wobei eine MUC-Box, die sich in der entsprechenden Wohneinheit befindet, im Prinzip eine zentrale Ablesebox mit integriertem Daten-Gateway nach außen darstellt.

Der VDE hält auf seiner Online-Site ein Lastenheft zum Thema MUC-Boxen als Download bereit, das Zählerplatz- und Zählerherstellern sowie den Anwendern als abgestimmte Arbeitsgrundlage für die Entwicklung eines Kommunikationsmoduls dienen soll. Auch die DCU (Digital Control Unit) genannten digitalen Steuereinheiten kombinieren die Funktionalitäten einer zentralen Ablesebox und eines Daten-Gateways.

(Smart) Metering, vollautomatische Verbrauchserfassung

Längst nicht immer kommt eine MUC-Box als Schnittstelle zwischen Energienetz und Verbraucher zum Einsatz, aber zumindest ein (intelligentes) Messgerät zum Erfassen des Verbrauchs ist erforderlich. Dieses Messgerät (Meter) soll mit einer gewissen Intelligenz ausgestattet und somit zum Smart Meter werden. Das englische Wort Meter bezeichnet in diesem Zusammenhang ein Messgerät; hier geht es dann konkret meist um Elektrizitätszähler, aber auch um Gaszähler, Wärmemengenzähler und Wasserzähler.

Bisher erfolgte das Ablesen der Zählerstände rein manuell entweder durch den Kunden oder personalintensiv durch Mitarbeiter des Versorgungsanbieters. Mit einem Smart Meter geschieht der Ablesevorgang vollautomatisch und kontinuierlich. Dies ist nicht nur rationeller sondern es ermöglicht auch ein kontinuierliches Erfassen des Verbrauchs in sehr kurzen Zeitintervallen – beispielsweise einmal pro Tag statt bisher einmal pro Jahr.

Smart Metering bringt die Kommunikation in die Haushalte

Smart Metering ist der erste Schritt, um die im Rahmen von Smart Grids erforderliche Kommunikation auch in die Haushalte zu bringen. Innerhalb der Europäischen Union sollen bis 2020 insgesamt 80% aller Hausanschlüsse ein Smart Meter haben, wobei dieser Zeitplan aus derzeitiger Sicht wohl nicht zu halten ist.

So wird beispielsweise Deutschland höchstwahrscheinlich erst im Jahr 2022 die 80-Prozent-Marke erreichen. 2022 erfolgt dann wohl die Messung von 80% der verbrauchten Energie über intelligente Stromzähler, was nach dem derzeitigen Stand lediglich etwa 15% der installierten Zähler ausmacht. Es handelt sich hierbei somit um ein sehr langfristiges Projekt, das viele Geschäftsmöglichkeiten bietet.

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