Lieferantenmanagement

Wie Einkäufer die besten Lieferanten und Produkte finden

Seite: 2/3

Anbieter zum Thema

Aus der Praxis: PP-Analyse bei Spritzgussteilen

Ein Hersteller von Baugruppen für die Automobilindustrie bezieht die für die Produktion benötigten Spritzgussteile von einem Zulieferer. Der Einkauf wendet die Software NLPP an, um die Ist-Preise zu analysieren.

Hierfür definiert der Einkauf, in Zusammenarbeit mit der Technik, die für das Bauteil relevanten Leistungs- und Preistreiber, die anschließend im Verhältnis zum Preis ausgewertet werden. Eine gute Quelle für richtige Leistungs- und Kostentreiber ist die Spezifikation, die ein Lieferant erhält: Gewicht in g, Losgröße, Zykluszeit und Kavität

Berechnung eines Zielpreises

Mit Hilfe dieser Angaben berechnet die Software eine Zielpreisformel. Das klingt zunächst unmöglich, ist jedoch mittels Regressionsanalyse – einem bewährten, statistischen Analyseverfahren – machbar.

Ein großer Vorteil der eingesetzten NLPP-Lösung ist, dass die Software alle notwendigen Berechnungen automatisch durchführt, ohne dass der Anwender eingreifen müsste.

Im vorliegenden Beispiel sieht die durch die Software berechnete Zielpreisformel wie folgt aus:

Zielpreis = exp (0,104 + 0,005 * Gewicht - 0,332 * Kavität + 26,924 * Zykluszeit + 1.344,159 * (1 / Losgröße))

Der Zielpreis wird dann ebenfalls automatisch durch die Software berechnet, indem die Werte für die Leistungs- und Preistreiber jeder Sachnummer in die Formel eingesetzt werden. Nach wenigen Sekunden stehen dem Einkäufer die Zielpreise für jede Sachnummer zur Verfügung.

Wie Leistungstreiber den Preis beeinflussen

Im Vergleich zu anderen Lösungen bietet die NLPP-Software dabei eine Besonderheit: NLPP berechnet zusätzlich die Stärke des Einflusses jedes Leistungstreibers auf den Preis und erkennt Leistungstreiber, die keinen Einfluss auf den Preis haben.

Diese werden durch die Software automatisch aussortiert. So wird sichergestellt, dass immer das beste mathematische Modell berechnet wird.

In diesem Beispiel ergab sich folgendes Bild für die Stärke des Einflusses:

Zykluszeit = 1,795

Losgröße = 1,331

Kavität = 0,995

Gewicht = 0,554

Die Interpretation der Zahlen ist einfach: Beispielsweise hat die Losgröße (1,331) einen etwas mehr als doppelt so großen Einfluss auf den Preis wie das Gewicht (2 * 0,554 = 1,108 < 1,331). Anhand solcher Zahlen kann also herausgefunden werden, in welchem Verhältnis Eigenschaft A und B auf den Preis wirken.

Einfache Interpretation der Ergebnisse dank grafischer Darstellung

Um Verbesserungspotenzial im Lieferantenmanagement zu erkennen und Maßnahmen abzuleiten, ist eine aufschlussreiche graphische Darstellung des Ergebnisses absolut notwendig.

Der vorhandene Ist-Preis und der berechnete Zielpreis werden von der NLPP-Software in ein Koordinatensystem eingetragen. Jede Sachnummer wird durch ihre X- und Y- Koordinate aus Ist- und Zielpreis dargestellt.

Die berechneten Marktbenchmarks werden als Referenzlinien in der Punktewolke angezeigt. Diese Referenzlinien lassen sofort erkennen, welche Produkte um welchen Betrag vom entsprechenden Marktbenchmark abweichen.

Durch Einfärben der Datenpunkte (Abbildung Seite XX) nach verschiedenen Kriterien wie Lieferant oder Region, liefern die Ergebnisse wertvolle Erkenntnisse über die aktuelle Struktur des Lieferantenportfolios und erlauben eine systematische Steuerung.

Die Performance-Pricing-Methode hat weiterhin den Vorteil, dass für Teile mit ähnlichen Eigenschaften ein ähnlicher Zielpreis berechnet wird.

Bilden Datenpunkte eine vertikale Linie, bedeutet dies, dass die aktuellen Preise für die Teile unterschiedlich sind, während der Zielpreis gleich sein sollte. Solche signifikanten Formationen können mit einer Lösung wie NLPP leicht gefunden und genutzt werden.

(ID:44077004)