Shunts

Widerstände für Strommessungen in Automobilanwendungen

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Von Manganin und anderen Widerstandslegierungen

Bereits vor über 100 Jahren (1889) entwickelte das in Dillenburg ansässige Unternehmen Isabellenhütte Heusler die Präzisionswiderstandslegierung Manganin, deren herausragende Eigenschaften seit dieser Zeit Basis für die Präzisionsmesstechnik, z. B. in Normalwiderständen, genutzt werden. Die weiteren Legierungen Isaohm und Zeranin runden den Bereich der spezifischen Widerstände mit 132 µΩcm nach oben bzw. mit 29 µΩcm nach unten ab. Alle Legierungen erfüllen weitgehend die materialbedingten Forderungen und sind seit vielen Jahren erfolgreich im Einsatz, wobei Manganin aufgrund seines weltweiten Bekanntheitsgrades sicherlich eine Sonderstellung zukommt.

Als Antwort auf Weiterentwicklungen bei magnetischen Materialien hat sich die Isabellenhütte in den letzten 25 Jahren zum Ziel gesetzt, durch physikalische Optimierung des Shuntwiderstandes den sinnvoll nutzbaren Bereich für Präzisionsstrommessung mit Widerständen immer weiter nach oben auszudehnen. Hand in Hand mit der Verbesserung von Offset, Temperaturkoeffizient und Rauschen von Operationsverstärkern konnten die Widerstandswerte bis in den unteren µΩ-Bereich reduziert werden, sodass das Hauptproblem der hohen Verlustleistung bei großen Strömen (P = R · I2) weitgehend beseitigt wurde. Gleichzeitig nimmt aber der durch Fehlspannungen (Einstreuungen, Thermospannungen u.a.) verursachte relative Fehler sehr stark zu, sodass Eigenschaften wie niedrige Induktivität und Thermospannungsfreiheit extrem an Bedeutung gewinnen.

Im Folgenden wird kurz auf die wichtigsten Parameter eingegangen.

Geringe Chargenstreuung bei Manganin-Widerständen

Bild 1: Die grüne Kurve zeigt den typischen parabolförmigen Temperaturgang von Manganin-Widerständen(Bild:  Bild: Isabellenhütte)
Bild 1: Die grüne Kurve zeigt den typischen parabolförmigen Temperaturgang von Manganin-Widerständen
(Bild: Bild: Isabellenhütte)

Bild 1 zeigt den typischen parabolförmigen Temperaturgang von Manganin-Widerständen. Da diese Eigenschaft allein durch die Materialzusammensetzung bestimmt ist, können Widerstände mit sehr hoher Reproduzierbarkeit und sehr geringer Chargenstreuung hergestellt werden.

Der Temperaturkoeffizient wird in ppm/K angegeben und ist wie folgt definiert:

TK = (R(T) – R(T0))/R(T0) · 1/(T – T0) = ∆R/R(T0) · 1/∆T

wobei für die Referenztemperatur meist ein Wert von 20 oder 25 °C benutzt wird. Ist die Temperaturabhängigkeit wie beim Manganin eine gekrümmte Kurve, ist es unbedingt nötig, auch die für die TK-Messung benutzte obere Temperatur anzugeben, z. B. TK = 20 … 60.

Häufig werden auch im niederohmigen Bereich Dickschichtwiderstände mit TK-Werten von mehreren 100 ppm/K eingesetzt. Die rote Kurve zeigt, dass bei einem Widerstand mit nur 200 ppm/K schon eine Temperaturänderung von 50 °C ausreicht um die 1%-Grenze zu verlassen. Eine genaue Stromerfassung ist mit solchen Widerständen nicht möglich. Noch extremer ist der Fall, wenn versucht wird mit auf der Leiterplatte geätzten Kupfer-Widerständen zu messen, denn Kupfer besitzt einen Temperaturkoeffizient von 4000 ppm/K (oder 0,4%/K), d.h. eine Temperaturänderung von 10 °C verursacht bereits eine Drift von 4%.

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