RoHS-Richtlinie 2011/65/EU

Was der Hersteller von Medizinprodukten wissen sollte

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Produktplanung und -entwurf für Konformität

Eine dokumentierte Strategie zur Kontrolle eingeschränkter Stoffe muss für die Zwecke der Organisation geeignet sein. Ein solches Dokument wird vom leitenden Management eines Unternehmens vereinbart. Während der ersten Schritte entwickelt das Unternehmen eine Unternehmensrichtlinie für eingeschränkte Stoffe, die seine Konformitätspflichten und -ziele festhält. Die Richtlinie kann in die Qualitätsrichtlinien des Unternehmens oder eine detailliertere Liste der eingeschränkten Stoffe (RSL = Restricted Substance List) integriert werden. Ziel ist es, über ein offizielles Dokument zur Beantwortung von Kundenfragen zur Konformität der hergestellten Geräte zu verfügen.

Um bei der Entwicklung eines Produkts die RoHS-Konformität (wie auch REACH-SVHC und POP) sicherzustellen, sollten Konstruktionstechniker die Anforderungen der eingeschränkten Stoffe laut entsprechender Verordnungen für ihr Produkt in einer technischen Spezifikation definieren, dokumentieren und aufbewahren. Das gibt die RoHS-Verordnung zwingend vor und ist Bestandteil der internen CE-Dokumentation. Dieser Vorgang umfasst ebenfalls

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  • Listung der Einschränkungen des Stoffes, der die maximal zulässige Konzentration enthält
  • Nennung der Ausnahmen für seine Verwendung,
  • objektiver Nachweis der Konformität,
  • Überprüfung des Teils bzw. Produktes sowie
  • Datenspeicherung und Archivierung.

Die Konstruktionstechniker müssen konforme Teile von zugelassenen Herstellern angeben. Der Hersteller wiederum verantwortet, dass sein Teil die RoHS-Vorschriften erfüllt. Die technische Abteilung des Teileherstellers prüft die Konformität, indem sie objektive Konformitätsnachweise einholt und verifiziert. Nachfolgend sind Beispiele für akzeptable, objektive Hinweise einer RoHS-Konformität gelistet, die möglicherweise Hersteller seriengefertigter COTS-Teile zur Verfügung stellen:

  • Fähigkeitsbewertung der eingeschränkten Stoffe
  • RoHS-Erklärung des Herstellers sowie REACH/POP-Materialerklärung
  • unabhängige Laboranalyse der chemischen Zusammensetzung
  • RoHS-Erklärung von der Hersteller-Website oder Erklärung der REACH/POP-Konformität
  • Datenblatt des Herstellers (für die Teilenummer oder Serie) mit RoHS- oder REACH-Erklärung
  • Information über die Anwendung von Ausnahmen in Anhang III oder IV der RoHS-RL

Die Konstruktionstechniker müssen alle den Vorschriften zu eingeschränkten Stoffen unterliegenden benutzerdefinierten Teile listen, die Materialien und Teile von zugelassenen Lieferanten verwenden. Die technische Abteilung muss sicherstellen, dass alle ausgewählten Teile und Materialien in der technischen Spezifikation für eingeschränkte Stoffe oder den Konstruktionszeichnungen korrekt als mit eingeschränkten Stoffen konform definiert werden. Eine Risikobewertung zur Bestimmung der Wahrscheinlichkeit, ob in einem Produkt oder Artikel ein eingeschränkter Stoff vorhanden sein könnte, sollte durchgeführt und dokumentiert werden.

Als Teil eines RSC-Prozesses zur Kontrolle eingeschränkter Stoffe übernehmen die Lieferanten die Verantwortung für Material und Qualität der gelieferten Produkte. Die Lieferanten führen angemessene Prüfungen und Inspektionen durch, um die Spezifikationen zu erfüllen. Die Implementierung und Anwendung eines wirksamen Prozesses hat sich bewährt, um die Anforderungen und Pflichten auf Lieferantenseite zu erfüllen. Die verantwortungsvolle Auswahl von Lieferant/Hersteller und die Genehmigungsverfahren sichern, dass Lieferanten in der Lage sind, eingeschränkte Stoffe zu liefern, die Konformitätsanforderungen wie angegeben einhalten. Ebenso bedarf die Beschaffung wirksamer Verfahren und Prozesse, um den Kauf konformer Artikel auf zugelassene Hersteller und Lieferanten zu beschränken.

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