Schon sehr früh erkannte die Unternehmensleitung die Bedeutung der Qualität. Durch zahlreiche Schulungen verinnerlichen alle Mitarbeiter den Qualitätsgedanken. 1993 konnte Manfred Zollner das erste Zertifikat für Qualitätsmanagement in Empfang nehmen. Seither hat sich das prozessorientierte Managementsystem kontinuierlich weiterentwickelt. Das jüngste Zertifikat für die ISO 50001 bescheinigt die hohe Qualität des Energiemanagement der Zollner Elektronik AG.
Bevor 1998 der Geschäftsbereich Entwicklung entstand, übernahmen die einzelnen Fachbereiche Entwicklungsleistungen für die Kunden. Der erhöhte Bedarf führte schließlich zur Gründung einer zentralen Entwicklung. Schon in der frühen Produktentstehungsphase mitentwickeln und Kunden vom Beginn des Produktlebenszyklus an zu begleiten, sichert der EMS-Anbieter langfristige Kundenbindung, Zugang zu den neuesten Technologien und erhöht die Wertschöpfung. Das erste Projekt realisierte man mit dem Kfz-Zulieferer Hella für das Zündgerät ZG4.
Heute übernimmt Zollner komplette Entwicklungsaufgaben – Beratung, Entwicklungsunterstützung und die Gesamtverantwortung für Entwicklungsprojekte. Für seine Entwicklungsleistung für ein medizintechnisches Gerät ausgezeichnet wurde Zollner Elektronik mit dem E²MS Award 2013 ausgezeichnet. Der E²MS-Award gilt als wertvolle Auszeichnung für herausragende Leistungen im EMS-Geschäft.
„Entwicklung ja! – Eigenprodukte nein!“ lautet die eiserne Regel. „Wir entwickeln für unsere Kunden“, betont Johann Weber. Einzige Ausnahme: Tradinno, der Further Drache und Hauptdarsteller im Further Drachenstich, dem ältesten Volksschauspiel Deutschlands. Der von Zollner entwickelte und gebaute funkferngesteuerte Roboter im Fabeltier-Kostüm ist ein elf Tonnen schweres Mechatronik-System und mit 15,5 m Länge der größte vierbeinige Schreitroboter der Welt. Tradinno steht für alles, was Zollner macht: von der Entwicklung, Mechanik, Elektronik, Pneumatik, Software und Planungssicherheit bis zur Abnahme durch den TÜV – die Lieferung eines kompletten Systems.
Hochwertige Berufsausbildung und duales Studium
Bereits 1967 schloss Manfred Zollner den ersten Ausbildungsvertrag. Weil schon damals in der landwirtschaftlich geprägten Region Fachkräfte fehlten, baute man früh auf eine qualitativ hochwertige Ausbildung. Im Jahr 2004 wurde ein firmeneigenes Ausbildungszentrum gebaut, in dem die Mitarbeiter sowohl spezielle Trainings und Seminare absolvieren als auch an modernen Maschinen und Software angelernt werden.
Auch mit dem heute selbstverständlichen dualen Studium begann man in Zandt schon früh und ist stolz auf die Bilanz: Weit über 1.500 junge Menschen hat die Firma bisher ausgebildet und größtenteils übernommen. „Ich habe immer auf die jungen Leute gesetzt und das war richtig so“, sagt Manfred Zollner rückblickend.
Nicht nur die Mitarbeiter sind eine wichtige Säule der Firmenkultur. Kontinuierlich investiert Zollner in die Prozesse und Standorte. Sieben Werke befinden sich im Umkreis von 30 km vom Hauptwerk in Zandt. Die Verbundenheit zum Landkreis Cham und der Wunsch, Arbeitsplätze in der Region zu sichern, waren Beweggründe für die nahe Ansiedlung. Vorteil: Die kurze Entfernung ermöglicht schnelles und flexibles Handeln. Eine große Bedeutung hat die Risikominimierung, die durch das gleiche moderne Equipment und die gleiche technologische Ausrichtung gewährleistet ist.
Nach der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft im Jahr 2001 sind der Unternehmergeist und die Verantwortung ungebrochen, Arbeitsplätze in der Region zu sichern und zu schaffen. Zollner ist der größte Arbeitgeber im Landkreis Cham und spielt in der Weltrangliste der 15 größten EMS-Firmen mit.
Die Firma ist auf der ganzen Welt vertreten: in Ungarn, Rumänien, der Schweiz, Tunesien, den USA, Costa Rica, China und Hongkong. „Wir verfolgen das Ziel, die jeweiligen Standortvorteile so zu nutzen und auszubauen, dass wir eine große und nachhaltige Unternehmenswertsteigerung realisieren – egal ob es sich um High-Volume-Low-Mix-Produkte mit geringer Automatisierung oder hochkomplexe Low-Volume-High-Mix-Produkte handelt“, erklärt Johann Weber. Die Schaltstelle und das Hauptwerk befindet sich noch immer in Zandt – dort, wo vor 50 Jahren alles begann.
Stand: 08.12.2025
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* Claudia Mallok ist freie Fachjournalistin und seit dem Jahr 2001 Mitglied der Jury des E²MS-Award