Luftfahrt Ultrakondensatoren versorgen 60-Tonnen-Schwerlast-Luftschiff mit Strom

Ultrakondensatoren auf Basis von Graphen werden künftig große Schwerlast-Luftschiffe für den Industriesatz mit Energie versorgen. Die Hochleistungs-Ultrakondensatoren von Skeleton Technologies werden hierbei eine Schlüsselrolle übernehmen.

Anbieter zum Thema

Das Schwerlast-LuftschiffLCA60T: Ultrakondensatoren versorgen seinen Hybridantrieb mit Strom.
Das Schwerlast-LuftschiffLCA60T: Ultrakondensatoren versorgen seinen Hybridantrieb mit Strom.
(Bild: Bild: Skeleton)

Um LCA60T, ein 60-Tonnen-Luftschiff zu entwickeln, hat sich Skeleton Technologies dem französischen Unternehmen Flying Whales angeschlossen. Mit dem Schwerlast-Luftschiff sollen beispielsweise Industrietransporte in China und Frankreich abgewickelt werden. Schwere Lasten von bis zu 60 t können mit dem Luftschiff LCA60T entweder im 75 m langen Laderaum oder unterhalb des Fluggeräts schwebend per Seilwinde transportiert werden. Weiterer Vorteil des LCA60T: Bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h wird die Reichweite mehrere Tausend Kilometer täglich betragen.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 8 Bildern

Das mit Helium befüllte Luftschiff verfügt über eine stabile Außenhülle. Im Vergleich zu Schwerlasthubschraubern können die Lasten wesentlich schwerer und größer sein – während die Kosten nur bei einem Bruchteil liegen. Da keine Notwendigkeit für konventionelle Starts und Landungen besteht, wird der Energiebedarf des Luftschiffs mit seinem einzigartigen „Hybrid Electric Propulsion System“ gering sein.

Luftschiff braucht keinen Flughafen und keine Landebahn

Skeleton Technologies wird sich insbesondere an Entwicklung und Bau des Hybrid-Antriebssystems mit kleinen Diesel- und Elektromotoren intensiv beteiligen. Neben dem gewöhnlichen Energiebedarf von 1,5 MW sollen die Ultrakondensatoren in das System integriert werden, um die benötigte Spitzenlast von 2 MW zum Schweben, Heben und zur Stabilisierung bei schlechtem Wetter beizusteuern.

„Ein Hauptvorteil des LCA60T ist, dass das Luftschiff keinen Flughafen und keine Landebahn braucht, um agieren zu können. Dies eröffnet neue Märkte weltweit für den Industrieeinsatz“, so Sébastian Bougon, CEO von Flying Whales. „Wir entwickeln LCA60T speziell, um große Mengen Holz aus unzugänglichem Gelände abzutransportieren. Aber das bedeutet auch, dass damit große Komponenten wie Windturbinen oder Strommasten an einem Stück beispielsweise auf einen Berg gebracht werden können. Auch Fertighäuser oder große Flugzeugteile können transportiert werden. Das innovative Antriebssystem sorgt für einen kleinen CO2-Fußabdruck und dafür, dass die Kosten im Vergleich zu bestehenden Lösungen gering sind – falls diese überhaupt schon existieren.“

Ultrakondensatoren ermöglichen vertikales Starten und Landen

„Unsere Ultrakondensatoren werden dem Luftschiff die Fähigkeit zum Manövrieren und Kontrollieren verleihen und vertikales Starten und Landen ermöglichen. Das ist ganz entscheidend“, so Taavi Madiberk, CEO von Skeleton Technologies. „Neben dem Fokus auf die spezifischen Anforderungen der Holzindustrie, hat das Luftschiff auch das Potenzial, entlegene Regionen besser an die globale Wirtschaft anzuschließen.“

„Luftschiffe können ein echter Game-Changer sein und als zusätzliche Infrastruktur in einer Welt dienen, die von der nachhaltigen Begrenzung von Kohlenstoffemissionen geprägt ist.“

Teil des Programms Nouvelle France Industrielle

Die Entwicklung des Luftschiffs ist Teil des französischen Regierungsprogramms „Nouvelle France Industrielle“, das sich u.a. mit künftigen Transportmitteln befasst. Die französische Waldagentur will mit dem LCA60T beispielweise ihre Holztransporte vereinfachen.

Im vergangenen Jahr nahmen der chinesische Premierminister Li Keqjang und sein französischer Amtskollege Manuel Valls an einer Veranstaltung teil, bei der eine Kooperation zwischen Flying Whales und dem Unternehmen China Aviation Industry General Aircraft (AVIC General) unterzeichnet wurde. AVIC General wird signifikante Anteile an Flying Whales übernehmen.

Luftschiffe sind ideal bei mangelnder Infrastruktur

Weitere Anwendungsfelder für das neuartige Luftschiff sind u.a. auch in Afrika zu finden, wo es aufgrund mangelhafter Infrastrukturen problematisch ist, Hilfsgütertransporte zu den Menschen zu bringen. Um dies zu ändern, wird sich auch Marokko als dritter Staat an der Entwicklung von Flying Whales beteiligen. Insgesamt sind bislang rund 30 Unternehmen und Forschungseinrichtungen in das Konsortium involviert, etwa in den Phasen F&E, Engineering, Industrialisierung und Produktion. Die Industrieproduktion soll im Jahr 2021 starten.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Artikelfiles und Artikellinks

Link: Zu Skeleton

(ID:44151701)