Energiemanagement und Netzsteuerung TQ erhält EEBUS-Zertifizierung für Energy-Manager-Plattform

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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TQ hat seine Energy-Manager-Plattform offiziell für die EEBUS-Anwendungsfälle LPC und LPP zertifizieren lassen. Damit können Energiemanagementsysteme den Stromverbrauch und die Erzeugungsleistung angeschlossener Anlagen standardisiert begrenzen.

EEBUS-Zertifizierung: Die Energy-Manager-Plattform von TQ ermöglicht den standardisierten Datenaustausch zwischen Energiemanagementsystemen und angeschlossenen Anlagen, um Stromverbrauch und Einspeisung bedarfsgerecht zu steuern.(Bild:  TQ)
EEBUS-Zertifizierung: Die Energy-Manager-Plattform von TQ ermöglicht den standardisierten Datenaustausch zwischen Energiemanagementsystemen und angeschlossenen Anlagen, um Stromverbrauch und Einspeisung bedarfsgerecht zu steuern.
(Bild: TQ)

Als nach eigenen Angaben erster Hersteller eines Home Energy Management Systems (HEMS) hat TQ die offizielle EEBUS-Zertifizierung für die beiden Anwendungsfälle Limitation of Power Consumption (LPC) und Limitation of Power Production (LPP) erhalten. Zertifiziert wurde der Energy Manager EM410. Die Prüfung umfasst auch den neuen SHIP-Pairing-Prozess. Die entsprechenden Funktionen sollen für weitere TQ-Produkte auf Basis der Energy-Manager-Plattform ab sofort per Software-Update verfügbar sein.

Bereits 2025 hatte TQ seine Plattform für beide Anwendungsfälle qualifizieren lassen. Mit der offiziellen Zertifizierung folgt nun die unabhängige Prüfung nach dem neuen Zertifizierungsverfahren, das im Juli 2026 gestartet ist. Die erste offizielle EEBUS-Zertifizierung hatte Mitte September der CLS Adapter Steuerung 2.0 von Power Plus Communications (PPC) erhalten.

Leistungsgrenzen für Verbrauch und Erzeugung

EEBUS ist ein herstellerübergreifender Kommunikationsstandard, über den Energiemanagementsysteme, Wärmepumpen, Wallboxen und andere Geräte Daten und Steuerbefehle austauschen. Dabei nutzt der Standard IP-basierte Netzwerke wie Ethernet oder WLAN. Die beiden zertifizierten Anwendungsfälle regeln, wie sich Leistungsgrenzen an angeschlossene Anlagen übermitteln lassen.

LPC begrenzt die Leistungsaufnahme, etwa wenn ein Netzbetreiber den Strombezug einer Wärmepumpe oder Wallbox nach § 14a EnWG vorübergehend reduzieren muss. LPP dient dazu, die Erzeugungsleistung beispielsweise einer Photovoltaikanlage zu begrenzen. Ein Energiemanagementsystem kann entsprechende Vorgaben empfangen und auf die angeschlossenen Geräte verteilen.

Zertifizierung umfasst auch die Gerätekopplung

Die TQ-Plattform unterstützt außerdem den neuen SHIP-Pairing-Prozess, über den sich Geräte und Steuerungseinrichtungen sicher miteinander koppeln lassen. Die technische Prüfung erfolgt im EEBUS Living Lab Cologne. Anschließend bewertet die EEBUService GmbH als offizielle Zertifizierungsstelle die Ergebnisse und stellt das Zertifikat aus.

Die Zertifizierung prüft die Umsetzung der EEBUS-Spezifikationen anhand festgelegter Testfälle. Ob die Geräte im praktischen Betrieb mit Produkten anderer Hersteller zusammenspielen, wird dabei nicht getestet. Das Zertifikat bestätigt die Konformität innerhalb des jeweils geprüften Funktionsumfangs.

TQ bietet die zertifizierte Plattform als OEM- und White-Label-Lösung an. Hersteller können darauf aufbauend eigene Energiemanagementsysteme entwickeln und dafür sowohl Software Development Kits als auch fertige Softwaremodule nutzen. Nach Angaben von TQ sind neben LPC und LPP auch die Anwendungsfälle MPC und MGCP zertifiziert. Für weitere EEBUS-Funktionen wie OPEV, MOI, MOB, COB und OHPCF liegt bislang eine Herstellererklärung vor, da dafür noch kein offizielles Zertifizierungsverfahren existiert. (mc)

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