Internet of Things und Industrie 4.0 fordern von Herstellern, sich mit unterschiedlichen Kommunikationsstandards auseinanderzusetzen. Ein Lösungsansatz am Beispiel der Sitara-Mikroprozessoren.
AM57xx: Mit der Bausteinreihe wurde die Sitara-Familie um eine Mikroprozessorserie mit erweiterten Kommunikationsfähigkeiten ergänzt.
(Bild: Texas Instruments)
Industrie- und Automatisierungsanlagen in jeglicher Form werden heutzutage nicht mehr als reine Insellösungen betrieben. Das steigende Interesse an den Bereichen „Internet of Things“ (IoT) und Industrie 4.0 fordert von jedem Hersteller industrieller Geräte eine intensive Beschäftigung mit dem Thema Vernetzung. In vielen Bereichen des Betriebs, aber auch in der Wartung, Instandhaltung und Überwachung von Maschinen sind vielfältige Kommunikationsmöglichkeiten gefragt.
Auf der Steuerungsebene werden dabei die bisherigen, meist seriellen Feldbusse, mehr und mehr durch Ethernet-basierte Kommunikationsstandards ersetzt. Speziell die gängigen Standards PROFINET, EtherCAT, POWERLINK und Ethernet/IP kommen hier häufig zum Einsatz. Die Vernetzung von Anlagen auf höheren Ebenen wird üblicherweise mit herkömmlichen Ethernet Netzwerken auf Basis der TCP/IP Protokolle implementiert. Gleichzeitig werden weitere neue universelle Protokolle zum Austausch von Daten auf allen Systemebenen definiert, wie beispielsweise OPC UA.
Damit dringt die Ethernet Kommunikation in immer tiefere Schichten der Anlagentechnik vor und vernetzt diese übergeordnet. Aber wie implementiert man nun die verschiedenen Techniken auf effiziente Weise und wie bringt man sie miteinander sinnvoll in Verbindung?
Mit der Bausteinfamilie AM335x basierend auf ARM Cortex-A8 Rechnerkernen hat Texas Instruments begonnen die Implementierung der industriellen Feldbusse in ein System-on-Chip zu integrieren. Dabei werden die verschiedenen industriellen Kommunikationsprotokolle mit Hilfe von sogenannten Industrial Communication SubSystems (ICSS) implementiert.
Ein solches ICSS verfügt über 2 eigenständige Rechenkerne, sowie die notwendige Interface Hardware wie UART und MII Schnittstellen. Damit können sowohl serielle Feldbusse (PROFIBUS, MODBUS) als auch Ethernet-basierende Real-time Protokolle (EtherCAT, PROFINET, PowerLink, SERCOS III, Ethernet/IP) verwirklicht werden.
Die darauffolgende Generation AM437x verwendet einen ARM Cortex-A9 Rechenkern und ein weiteres ICSS Subsystem, das für die Implementierung von Motor Encoder Protokollen (EnDAT 2.2, BiSS, Hyperface DSL) geeignet ist. Die kürzlich vorgestellte AM57xx-Familie bietet eine deutliche Leistungssteigerung sowie eine wesentliche Erweiterung der Kommunikationsfähigkeiten des SoC (System-on-Chip) und bietet sich damit für neue Gatewaytechnologien an.
AM571x und AM572x Embedded Prozessoren
Die neue Bausteinfamilie ist in zwei wesentlichen Ausführungen verfügbar. Beide setzen ARM Cortex-A15 Kerne mit Geschwindigkeiten bis zu 1.5GHz als Hauptrecheneinheiten ein (siehe Blockdiagramm). Dabei ist die AM572x-Reihe mit einer Dual-Core-Funktion versehen. Die Bausteine verfügen des Weiteren über 1 oder 2 DSPs der TI-C66-Reihe und 4 ARM-Cortex-M4-Kerne. Die vielfältigen Schnittstellen bestehen aus PCIe, USB 3.0/2.0, UART, SPI, I2C und CAN. Meist sind mehrere Instanzen der jeweiligen Schnittstellen möglich.
Im hier wichtigen Bereich der Ethernet Kommunikation wurde durch eine Verdopplung der ICSS Systeme (also jetzt zwei mit 4 PRU Kernen und 4 MII Schnittstellen) eine völlig neue Gerätearchitektur implementierbar. Es ist jetzt möglich 2 Slave/Device Schnittstellen oder eine Mischung aus Master/Controller und Slave auf einem SoC zu verwirklichen. Damit sind alle Arten von Gateways denkbar. Durch die Festlegung des Protokolls in der Software ist eine einzige Hardware fähig, eine Vielzahl von Geräten zu ermöglichen.
Gleichzeitig wurde ein Gbit-fähiger Switch direkt auf dem SoC realisiert. Dieser Standard-Ethernet 2-Port-Switch kann neben den industriellen Protokollen zusätzlich für die schnelle Ethernetkommunikation mit höheren Ebenen in der Systemhierarchie genutzt werden.
Die Verfügbarkeit all dieser Kommunikationsfunktionen auf einem einzigen SoC vereinfacht die Verbindung der einzelnen Datenströme und deren Synchronisation im Einsatz wesentlich. Gleichzeitig werden Latenzen, die oft durch externe Schnittstellenverbindungen entstehen eliminiert. Die Integration der Protokollstacks kann aufgrund der hohen Rechenleistung der Cortex-A15-Prozessoren auf einem einzigen Kern geschehen. Es ist aber auch eine Verteilung der Stacks auf die vorhandenen DSPs oder M4-Kerne denkbar, um eine Entkopplung von Softwareprozessen zu erreichen.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.