Raspberry Pi Preissteigerung nicht nur bei 2-GB-Raspberry-Pis 4 und 5

Von Margit Kuther 4 min Lesedauer

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Die Kosten für Speicher sind in den letzten zwei Jahren stark gestiegen. Konnte Raspberry Pi im April die Preise für die 1-GB- und 2-GB-Varianten des Raspberry Pi 4 und 5 noch stabil halten, soll sich laut Raspberry Pi jetzt der Preis der 2-GB-Varianten erhöhen; und nicht nur dieser.

Blick auf den Arbeitsspeicher des Raspberry Pi 5: Die Preise sollen nicht nur für die 2-GB-Varianten der Raspberry Pis 4 und 5 steigen.(Bild:  Raspberry Pi Foundatio)
Blick auf den Arbeitsspeicher des Raspberry Pi 5: Die Preise sollen nicht nur für die 2-GB-Varianten der Raspberry Pis 4 und 5 steigen.
(Bild: Raspberry Pi Foundatio)

Die Preise für die 1-GB-Varianten des Raspberry Pi 4 und 5 sowie die 2-GB-Varianten der Compute Module 4 und 5 bleiben laut Raspberry Pi unverändert. Keine Aussage traf Raspberry Pi für die Modelle mit höherer Speicherkapazität. Doch auch hier sind Preissteigerungen zu erwarten.

Nicht jede Anwendung erfordert einen Hochleistungs-Pi

Eben Upton, Chief Executive Raspberry Pi Trading – Raspberry Pi Trading ist der für die Vermarktung zuständige Teil der gemeinnützigen Raspberry Pi Foundation – empfiehlt Unternehmen und Privatkunden „darauf zu achten, dass die gekauften Raspberry-Pi-Produkte gut zu den jeweilgen Anforderungen passen und der Anwender nicht für Leistungsreserven bezahlt, die er gar nicht benötigt“.

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Denn Raspberry Pi bietet neben den beliebten Singleboard-Computern Raspberry Pi 4 und 5 auch noch ältere Modelle, etwa Raspberry Pi 3B, 3A+ oder 3B+ an, die in puncto Performance und Speicher für das ein oder andere Projekt ausreichen dürften – zu geringeren Kosten.

Die technischen Daten der aktuellen Modelle Raspberry Pi 4 und Raspberry Pi 5 sind unter Nutzern hinlänglich bekannt, doch was bieten die betagten Raspberry Pis? Interessenten, die sich einen raschen Überblick über die technischen Daten vom ersten Raspberry Pi B aus dem Jahr 2012 bis hin zum Raspberry Pi 3B+, Compute Module 3 und Zero WH aus dem Jahr 2018 verschaffen wollen, finden diese im Raspberry-Pi-Poster der ELEKTRONIKPRAXIS, das nach einer Registrierung kostenfrei heruntergeladen werden kann.

Raspberry 3B+, geeignet für den Industrieeinsatz

Zum Einsatz kommt im Raspberry 3B+ wie beim Raspberry Pi 3B der 64-Bit-SoC Broadcom BCM2837, allerdings in der optimierten Variante BCM2837B0 mit Taktraten von 4 x 1,4 GHz statt 4 x 1,2 GHz (RPi 3 B) und erstmals mit Heatspreader zur Kühlung. Der BCM2837 ist ein Quad-Core, der einen ARM-A53-Prozessorkerncluster mit dem 64-Bit-ARMv8-Befehlssatz vereinigt.

Das Nadelöhr in puncto Datentransfer ist beim Raspberry Pi 3B, der 2016 auf den Markt kam, nicht nur der langsame USB-2-Anschluss, den er mit Raspberry 3B+ teilt, sondern auch das langsame Ethernet 10/100 und WLAN im überfüllten 2,4-GHz-Bereich im Standard 802.11b/g/n.

Raspberry Pi 3B+ meistert hingegen dank Cypress-Combo-Chip CYW43455 bereits den schnellen WLAN-Standard IEEE 802.11ac – und zwar nicht nur mit 2,4 sondern auch mit 5 GHz, desweiteren Bluetooth BLE 4.2, während Raspberry Pi 3 nur Bluetooth 4.1 unterstützt. Desweiteren bietet Raspberry Pi 3B+ erstmals Gigabit Ethernet und Power over Ethernet.

Raspberry Pi 3B+ ist zertifiziert nach den FCC-Regeln

Für Industrieprojekte besonders interessant ist Raspberry 3B+ noch aus einem ganz anderen Grund: Denn ab dem Raspberry Pi 3B+, erschienen im März 2018, ließ Raspberry Pi Trading das gesamte Board als ein Funkmodul gemäß den FCC-Regeln (Federal Communications Commission) zertifizieren: die Wireless-Schaltung ist seitdem unter einem Metallschirm eingekapselt und mit dem Raspberry-Pi-Logo versehen. Entwickler können so im Vergleich zu älteren Varianten die Kosten der Konformitätsprüfung von Raspberry-Pi-basierenden Produkten erheblich reduzieren.

Preise der unterschiedlichen Raspberry-Pi-Modelle

Erscheint ein neues Raspberry-Pi-Modell auf dem Markt, gibt Raspberry Pi Trading für dieses vielfach eine Liefergarantie von 10 Jahren an. Sie werden deshalb nicht mehr alle älteren Pis auf dem Markt finden. So ist derzeit Raspberry Pi 3B+ knapp. Doch die Suche lohnt, wenn Sie ein bestimmtes Modell im Visier haben. So konnten wir überraschenderweise den ersten Pi, den Raspberry Pi B aufspüren, nämlich auf der Seite von Conrad für rund 30 Euro.

Nun zu den Preisen der Raspberry Pis: Während der Recherche bemerkten wir, dass diese sehr sprunghaft sind, also in einigen Tagen bereits höher liegen können. Raspberry Pi 3B kostet etwa 38 Euro. Raspberry Pi 3B+ liegt bei rund 43 Euro und damit aktuell etwa gleichauf mit Raspberry Pi 4 und ebenfalls 1 GB RAM. Raspberry Pi 4 mit 2 GB RAM variiert aktuell zwischen rund 80 und 90 Euro.

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Der Raspberry Pi 5 mit 1 GB Speicher kostet rund 47 Euro, hat aber derzeit Lieferschwierigkeiten; die 2-GB-Variante kostet derzeit zwischen 93 und 110 Euro und für Raspberry Pi 5 mit 16 GB RAM zahlen Sie aktuell rund 320 Euro. Er liegt somit preislich etwas niedriger als Arduinos Flaggschiff Arduino Ventuno Q mit ebenfalls 16 GB RAM, der jetzt auch erhältlich ist, allerdings zu stattlichen Preisen von derzeit rund 400 Euro.

Tipps von Raspberry Pi

Eben Upton verweist auf von Raspberry Pi „zugelassene Wiederverkäufer, denn diese vertrauenswürdigen Partner halten sich an die offiziell veröffentlichten Höchstpreise“. Desweiteren warnt Upton vor „einigen nicht autorisierten Anbietern, die überhöhte Preise verlangen und sogar Produkte liefern, die nicht das sind, was sie vorgeben zu sein“.

Wer seinen Arbeitsspeicher optimal nutzen möchte, dem bietet Raspberry Pi einige Anleitungen im „Raspberry Pi Official Magazine 164“. Und Geschäftskunden, die Beratung zur Speicheroptimierung für ihre Anwendung wünschen, können, so Eben Upton, industry@raspberrypi.com kontaktieren.

Die derzeitige Lage auf dem Speicherchipmarkt ist sehr schwierig, aber sie wird nicht ewig andauern. Die Preise für Speicherchips werden sich irgendwann wieder beruhigen, sodass, so Eben Upton, „die Preiserhöhungen dann wieder rückgängig gemacht werden können“. (mk)

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