Alternative Antriebe

Neue EMV-Testeinrichtung für Kraftfahrzeuge mit Hybrid-, Elektro- und Brennstoffzellenantrieben

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Nicht stören und nicht stören lassen

Die Rahmenbedingungen bei Störaussendungsmessungen nach CISPR 25 gelten analog auch für die Messverfahren der Störfestigkeit. In den ISO-Normen 11452 sind die Basis-Messverfahren für die Störfestigkeit an Kfz-Komponenten beschrieben. Die geforderte Störfestigkeit liegt meistens zwischen 100 und 300 V/m, in einigen Fällen auch bei 600 V/m.

Messeinrichtungen erfüllen die Anforderungen nach CISPR 25 und ISO 11452

Die Energieversorgung für die Prüflinge liefert eine variable Spannung von 0 1000 V, Ströme von 0 300 A und eine Leistung von 100 kW (Archiv: Vogel Business Media)

In den internationalen Normen CISPR 25 und den ISO-Normen 11452 sind auch die prinzipiellen Messaufbauten für Komponententests von herkömmlicher Automobilelektronik beschrieben. Die Messeinrichtungen des EMV-Prüfzentrums erfüllen selbstverständlich auch diese Anforderungen. Bei der Halterung für die Elektromotoren handelt es sich um eine massive Stahlkonstruktion auf einem Maschinenbett mit mehreren Tonnen Gewicht. Die Konstruktion ist so gelöst, dass sie die Messergebnisse nur unwesentlich beeinflusst.

Erprobte und leicht modifizierte Energieversorgung

Die Energieversorgung für die Prüflinge ist ein erprobtes und leicht modifiziertes System des Prüftechnikanbieters Kratzer Automation aus München. Die Eckdaten sind eine variable Spannung von Null bis 1000 V, Ströme von 0 300 A und ein Elektromotor mit einer Leistung von 100 kW. Die Anlage versorgt die Prüflinge mit Energie und kann während der Rekuperationsphase die zurückgespeiste Energie aufnehmen. Auch schnelle Lastsprünge sind möglich. Die Energieversorgung, der externe Steuerrechner und die Prüfsoftware von Kratzer Automation bilden mit dem externen 100-kW-Motor und dessen Steuerung von ABB einen kompletten Motorprüfstand in einer EMV-Kabine. Über die Schnittstellen zum Steuerrechner können die Ingenieure die Testprogramme auf dem EMV-Prüfstand abfahren.

Prüfstand für elektrische Tests an Hochvoltkomponenten

Elektrische Tests wie Dips, Drops, Restwechselspannung an HV-Komponente unter Temperaturbedingungen (Archiv: Vogel Business Media)

Parallel zur Absorberkabine hat Mooser einen Prüfstand für elektrische Tests an Hochvoltkomponenten aufgebaut. Auf diesem Prüfstand wird bei HV-Geräten die Störfestigkeit gegen Restwechselspannungen, Dips und Drops und andere Eventualitäten geprüft. Diese Tests sind auch in einem 1000-Liter-Temperaturschrank mit einem Temperaturbereich von -45 bis 185 °C durchführbar.

Erkenntnisse aus den EMV-Tests fließen in neue Entwicklungsprojekte ein

Das neue EMV-Prüfzentrum für Hybrid-, Elektro- und Brennstoffzellenantriebe der Mooser EMC Technik gehört zu den derzeit wohl modernsten und leistungsfähigsten Anlagen dieser Art. Es erfüllt alle derzeitigen und in den nächsten Jahren zu erwartende Anforderungen an ein EMV-Prüfzentrum für Hochvoltanwendungen. Die aus den EMV-Tests von Wechselrichtern, Motoren, Hochvoltbatterien und Gesamtsystemen gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Entwicklungsprojekte der Kunden ein und werden zudem auch für die Weiterentwicklung der nationalen und internationalen Normenarbeit verwendet.

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