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Welche besonderen technologischen Herausforderungen gibt es im Bereich der LEDs?
Als Technologieführer mit bewiesenen Erfolgen in der Vergangenheit halten wir immer nach neuen Technologien Ausschau, die auf den Markt gebracht werden können. In den letzten 25 Jahren haben wir mehrere von uns erstmals entwickelte Technologien erfolgreich vermarktet. Und wir werden auch weiterhin den Markt treiben.
Vor einigen Jahren ging es noch darum, die Helligkeit konventioneller Leuchtmittel zu erreichen, dann folgte die Herausforderung, die Effizienz aller konventionellen Leuchtmittel zu übertreffen und in der letzten Zeit ging es verstärkt um die Lichtqualität im Sinne von Farbwiedergabe, Spektrum und Auswirkungen auf die Menschen. Konventionelle Lichttechnologien wurden mittlerweile in den meisten Bereichen abgelöst. Jetzt geht uns darum neue Generationen von LED-Technologien einzuführen, um Kosten und Leistung weiter maßgeblich zu verbessern und ganz neue Designkonzepte zu ermöglichen. Hier spielen Wicop und Acrich eine Schlüsselrolle.
Welche Herausforderungen brächte eine verordnete Gerätelebensdauer mit sich?
Als eine der führenden Firmen auf dem Markt achten wir schon jetzt auf lange Lebenszyklen unserer Produkte, ebenso wie auf eine große Zuverlässigkeit unserer qualitativ hochwertigen Erzeugnisse. Das ist selbstverständlich. Die LED als Bestandteil einer auf Lebensdauer optimierten Lösung übertrifft die Lebensdauer der meisten anderen Komponenten. Wechselstrom-Lösungen können die Lebensdauer durch Eliminierung des Treibers maßgeblich erhöhen und neue LED-Generationen wie Wicop sind zuverlässiger als jemals zuvor. Es gibt kein Gehäuse, welches Probleme in schwefelhaltiger Umgebung verursachen kann, keine Leadframes oder Bonddrähte die bei Erschütterungen brechen können. Nie zuvor gab es zuverlässigere LED-Komponenten als die neueste Wicop-Generation.
Wie bedeutend ist das Internet der Dinge für Ihr Unternehmen und wie unterstützen Sie technologisch diese Entwicklung?
Hier haben wir den spannenden Fall, dass Leuchtdioden beides können: Sowohl einen Raum erhellen, als auch das Internet der Dinge miteinander verbinden. Experten von Disney Research und von der ETH Zürich glauben, dass es möglich ist, ein Netzwerk von Beleuchtungskörpern zu schaffen, welche untereinander Nachrichten austauschen können, ohne Einfluss auf die Beleuchtung zu haben. Diese Experten haben bereits testweise ein Kommunikationsnetzwerk aus sichtbarem Licht aufgebaut, das sich mit Haushaltsgeräten und tragbaren Geräten verbinden kann. Die dabei erreichten Bandbreiten sind für das Internet der Dinge typischerweise ausreichend.
Wir haben auch bereits einen Kunden, welcher dieses Konzept realisiert und dafür unsere LEDs einsetzt.
Safety und Security gelten als technologische Treiber in einer zunehmend vernetzten Welt. Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?
Safety und Security sind neue Chancen für die Leuchtdiodenindustrie. In einer Welt, wo alles miteinander verbunden ist, kann die Kombination aus Leuchtdioden, die im sichtbaren oder auch im unsichtbaren Bereich des Spektrums arbeiten, und Sensoren eine treibende Kraft in einem weiteren Markt sein.
Zum Beispiel nimmt mit der Entwicklung von Technologien, die von elektrischen Fahrzeugen bis zu untereinander verbundenen Autos und selbstfahrenden Kraftfahrzeugen reichen, die Bedeutung von hocheffizienten LED-Lichtquellen weiter zu, da sie eine Miniaturisierung ermöglichen und weniger Leistung aufnehmen.
Durch den Einbau einer lokalen und adaptiven Dimmer-Technologie in die Frontscheinwerfer eines Autos kann man beispielsweise eine sichere Fahrzeugumgebung schaffen. Bei dieser Technik werden einige Leuchtdioden abgeschaltet, sobald ein anderes Verkehrsmittel oder Objekt erkannt wird, um dessen Sicht nicht zu beeinträchtigen.
Ein weiteres Beispiel ist die Verwendung eines Infrarotsensors, um die Aufnahmequalität einer Sicherheitskamera zu verbessern und deren Größe zu reduzieren.
Welche Entwicklungen sehen Sie/Ihr Unternehmen jenseits der aktuell diskutierten Trends?
Auch wenn die Entwicklung hochwertiger und innovativer Leuchtdioden schon weit fortgeschritten ist, wie zum Beispiel in Bezug auf den Farbwiedergabeindex, der jetzt schon einen Wert von 95 erreicht, ließe sich bei Leuchtdioden bezüglich der Abdeckung des natürlichen Lichtspektrums noch manches verbessern. Ebenso gibt es bei Applikationen im ultravioletten Bereich noch Verbesserungsmöglichkeiten. Daran arbeiten wir intensiv, und noch in diesem Jahr können sie Produkte von uns erwarten, die diese Features explizit adressieren.
Forschung und Entwicklung waren schon immer die Grundlage für den Erfolg von Seoul Semiconductor. Wie sehen Sie die Bedeutung davon in der Zukunft?
Forschung und Entwicklung werden auch in der Zukunft in unserer Firma eine wesentliche Rolle spielen und unsere Marktposition garantieren und sie weiter ausbauen. Da wir ein technologiegetriebenes Unternehmen sind, unterscheiden wir uns ganz klar von rein kostengetriebenen me-too Herstellern von Leuchtdioden, speziell aus dem asiatischen Raum.
LEDs haben sich in den letzten Jahren immer mehr Märkte und Applikationen erobert. Was sieht SSC als den nächsten großen Markt an?
Leuchtdioden erobern sich Schritt für Schritt Marktsegmente, die lange Zeit als nicht möglich angesehen wurden. In den betreffenden Bereichen gibt es fast keine Applikation, die nicht auf Leuchtdioden umgestellt worden ist, wie beispielsweise die Stadionbeleuchtung oder der Automobilbereich. Seoul Semiconductor ist sehr gut darauf vorbereitet, eine führende Rolle in den bestehenden und zukünftigen Märkten zu spielen. Da die Durchdringungsrate in einigen Marktsegmenten noch recht niedrig ist, ist es nun eines unserer nächsten Ziele, die Marktdurchdringung zu erhöhen.
Herr Weisl, wir danken Ihnen ganz herzlich für das Gespräch.
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