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Wird Ihr bisheriges Geschäftsmodell mittel-/langfristig noch Bestand haben und welche neuen Geschäftschancen und -modelle sehen Sie am Horizont?
Wir sind für die Zukunft sehr gut aufgestellt. Ein hochmotiviertes und gut ausgebildetes Team, Investitionen von 10 Prozent unseres Jahresumsatzes in Forschung und Entwicklung sowie sehr erfolgreiche Kooperationen mit Partnern und Kunden lassen uns in eine vielversprechende Zukunft schauen. Im Moment sehen wir unter anderem ein großes Potential in unserem wachsenden Geschäft mit kundenspezifischen LED-Modulen und unseren innovativen Technologien Acrich (Wechselstrom- sowie Hochvolt-Gleichstrom-Lösungen) und WICOP (gehäuselose LEDs), die unseren Kunden einen bisher nie dagewesenen Nutzen bieten.
In Zukunft werden wir nicht nur weiter daran arbeiten, Neuerungen bei unseren eigenen Technologien wie Acrich, WICOP, nPola oder Violeds einzuführen, sondern wir werden auch für uns neue Bereiche der LED-Technologie, wie Mikro-LEDs, UV-LEDs, Infrarot-LEDs usw. untersuchen.
Wie verändern sich derzeit die Kundenwünsche und wie könnten sich diese mittel-/langfristig entwickeln?
Einer der Hauptfaktoren für eine vertrauensvolle und erfolgreiche Kundenbeziehung ist Vertrauen und Zuverlässigkeit. Als führender LED-Hersteller mit über 12.000 Patenten sind Kunden in Zeiten der Marktkonsolidierung und dem damit verbundenen starken Anstieg von Patentklagen mit Seoul Semiconductor auf der richtigen Seite. Wir respektieren geistiges Eigentum und bieten unseren Kunden Sicherheit, die weiter an Bedeutung gewinnen wird.
Zusätzlich ist eine vertrauensvolle und vollständig kundenorientierte Zusammenarbeit für unsere Organisation äußerst wichtig. Wir zeichnen uns weiterhin dadurch aus, dass wir keinerlei Vorwärtsintegration in Richtung Endprodukt betreiben. Das bedeutet, dass wir nicht mit unseren Kunden im Wettbewerb stehen. Dies schätzen unsere Kunden ausdrücklich und ermöglicht uns offene, vertrauensvolle Partnerschaften mit den führenden Herstellern von Leuchten in ganz Europa und schnelle Markteinführungen neuer Technologien.
Allgemein kann man sagen, dass die Nachfrage der Leuchtdiodenkunden nach Flexibilität beim Design, der Kompaktheit, hoher Effizienz und exakter Farbwiedergabe in gleicher Weise steigt, wie die Tendenz der Verbraucher, kleinere und designorientierte Produkte in hoher Qualität zu verlangen.
Mit neuen Kundenanforderungen wird sich auch das benötigte Knowhow verändern. Wie stellen Sie sich mit Ihren Unternehmen hier personell für die Zukunft auf?
Wie bereits erwähnt, arbeiten wir mit einem hochmotivierten und gut ausgebildeten Team, das all diejenigen Fähigkeiten mitbringt, die notwendig sind, um die gegenwärtigen und zukünftigen Anforderungen der Märkte zu adressieren. Beständige Forschung und Entwicklung, Zusammenarbeit mit Spitzenpartnern, aber auch eine beständig lernende Organisation stellen eine strahlende Zukunft für Seoul Semiconductor sicher.
Dank des ganz besonderen Teamgeistes in unserem globalen Umfeld haben wir immer das Vergnügen mit Angestellten zu arbeiten, die zu den Werten unserer Firma passen. Wir suchen immer nach hochmotivierten und kompetenten Leuten, die sich uns anschließen wollen. Seoul Semiconductor Europe wächst seit vielen Jahren beständig und wir werden auch in diesem Jahr unser Team erweitern.
Wie schützen Sie ihr Knowhow vor Produktpiraterie und wird dieses Problem in Zukunft noch größer?
Intellectual Property ist in unserer Branche, und daher auch für unser Unternehmen seit seiner Gründung, ein sehr wichtiges Thema. Wir halten mehr als 12.000 Patente und wurden mehrmals in Folge von IEEE als Nummer 1 LED-Hersteller im Bereich Patente gewählt. Wir sehen eindeutig einen Trend im Markt, dass renommierte LED-Hersteller mit einem entsprechenden Patentportfolio gegen Non-IP Hersteller aus Fernost, aber vor allem auch gegen Kunden, welche diese LED-Produkte einsetzten und somit Patente verletzten, vorgehen. Auch Seoul Semiconductor hat immer wieder Ansprüche geltend gemacht, Prozesse gewonnen und seine Patente stets erfolgreich durchgesetzt.
Das Respektieren von Knowhow ist für Innovationen und einen fairen Wettbewerb auf dem Markt wesentlich, aber zurzeit sind zahlreiche LED-Produkte im Handel, die unsere IP verletzen. Um einen fairen Wettbewerb sicherzustellen, unternehmen wir alles, was notwendig ist, um solche Verstöße abzuwehren und unser Knowhow zu schützen. Sie werden auch von SSC mehr IP-bezogene Aktivitäten in der nahen Zukunft sehen. Mit diesen bieten wir unseren Kunden größtmögliche Sicherheit bei ihren Entwicklungen.
Wie sehen Sie das Thema Abwanderung der Fertigung in den asiatischen Raum? Was bleib in Europa und was verschwindet?
Im Allgemeinen kommentieren wir Aktivitäten unserer Mitbewerber nicht. In unserem Fall können wir sagen, dass wir bei unserer globalen Präsenz mit Büros, Forschungs- und Entwicklungszentren und Fertigungen in mehr als 60 Ländern in Asien, Europa und auch den Vereinigten Staaten von Amerika die einzigartigen Vorteile jedes Standortes nutzen. Als Unternehmen aus Südkorea, einem der führenden Hochtechnologieländer, sind wir sehr gut darauf vorbereitet und auch strategisch positioniert, um die zukünftigen Anforderungen der Märkte bedienen und diese auch vorantreiben zu können.
Mit Fertigungsstandorten in Korea, China und seit diesem Jahr in Vietnam sind wir optimal für die globalen Märkte und die damit erforderliche Kapazität aufgestellt. Der neue Standort in Vietnam wird unser exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis auch in den nächsten Jahren sichern. Dagegen investieren wir bei Forschung und Entwicklung und kundenspezifischen Lösungen verstärkt in den Regionen, unter anderem auch in Europa. Für unsere kundenspezifischen Modullösungen arbeiten wir global mit großen Fertigungspartnern in Asien, aber verstärkt auch mit lokalen Auftragsfertigern in Europa zusammen.
Bei den Modulen sehe ich einen eindeutigen Trend von China zurück nach Europa, bedingt durch den steigenden Automatisierungsgrad und der Veränderung der Wirtschaftsstrukturen in China. Kundennähe, kurze Lieferzeiten und hohe Qualität sind schon heute Erfolgsfaktoren in diesem Bereich.
Wie geht Ihr Unternehmen mit dem Thema Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung (CSR) um?
Eines der Hauptziele für die Zukunft des Unternehmens ist es, durch kontinuierliche Entwicklung von hochinnovativen Produkten eine saubere, gesunde und wunderbare Welt zu schaffen. Dieses Ziel spiegelt sich auch im Corporate Social Responsibility Programm unserer Firma wider, bei dem Seoul Semiconductor auf eine lange Liste von verschiedenen Aktivitäten zurückblicken kann.
Weltweit spendete Seoul Semiconductor zum Beispiel für die Erdbebenopfer in Nepal, für Hilfsmaßnahmen beim Erdbeben in Ostjapan oder finanziert Stipendien oder einen laufenden Unterhalt für Kinder in Übersee. Innerhalb von Korea leisten unsere Mitarbeiter freiwillige Arbeit für geistig Behinderte oder in Pflegeheimen, aber wir spenden auch für die Umwelthilfe und den Tongil Nanum Fonds, eine Stiftung für die Wiedervereinigung der beiden Koreas.
Welche Rolle spielen künftig die in anderen Ländern unterschiedlichen Normen und Richtlinien?
Seoul Semiconductor ist sehr gut darauf vorbereitet, Normen einzuhalten, die entweder derzeit bereits gelten oder in der Zukunft in Kraft treten. Unsere Region Europa, Russland / CIS und die Türkei ist ein stark fragmentierter und weltweit einmaliger Markt mit unterschiedlichen Kulturen, Anforderungen und Normen. Neben unserem Headquarter in München haben wir lokale Mitarbeiter in allen wichtigen Märkten vor Ort, um lokalen Kundenanforderungen zu adressieren. Das ist auch der Hintergrund unseres regionalen technischen Teams und des Münchner Labors. Ebenso bieten wir für individuelle Anfragen kundenspezifische Lösungen, wie auch technische Unterstützung vor Ort.
Welche allgemeinen technischen Trends sehen Sie in der Industrie?
Leistung und Lumen pro Euro werden weiterhin zunehmen. Der Fokus bewegt sich in Richtung Miniaturisierung, Integration, kundenspezifische Anpassung des Spektrums, neue Formfaktoren. All dies ermöglicht neue Anwendungen, Funktionalitäten und Märkte. Applikationsspezifische Leistungsparameter werden neue Anwendungsfälle ermöglichen.
Das Internet der Dinge (IoT) und Smartlighting sind die großen Stichworte dieser Tage, die definitiv auch unsere Kunden beschäftigen und die wir mit gemeinsam entwickelten Lösungen adressieren wollen. Als LED-Hersteller liegt unser Fokus allerdings auf der Lichtquelle beziehungsweise der Ansteuerung im Bereich Wechselstrom oder Hochvolt-Gleichstrom. Wir bieten die entsprechenden Schnittstellen.
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