Tipps für den LED-Leuchtenentwickler Keine unerwünschten Verfärbungen bei der LED

Kai Klimkiewicz *

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Der LED-Chip und die dazugehörige Linse bestehen aus einer Phosphor- und Silikon-Umhüllung. Doch können störende Verfärbungen auftreten. Einfache Tests sollen Abhilfe schaffen.

Einfache Tests gegen Verfärbung: Sowohl der Chip als auch die Linse bei einer LED bestehen aus einer Phosphor- und Silikon-Umhüllung. Hier können ungewünschte Verfärbungen auftreten.(Cree)
Einfache Tests gegen Verfärbung: Sowohl der Chip als auch die Linse bei einer LED bestehen aus einer Phosphor- und Silikon-Umhüllung. Hier können ungewünschte Verfärbungen auftreten.
(Cree)

Bei den Phosphor- und Silikon-Umhüllungen von LEDs können störende Verfärbungen auftreten. Grund sind häufig inkompatible flüchtige organische Verbindungen. Abhilfe schaffen einfache Tests bei denen Entwickler feststellen, mit welchen Substanzen sich eine Leuchtdiode verträgt. Die meisten LED-Leuchten sind mit Leuchtdioden ausgestattet, die blaues Licht abgeben. Der LED-Chip ist mit einer gelben Phosphor- und Silikon-Umhüllung umgeben. Sie wandelt das blaue Licht in weißes um. Hinzu kommt in vielen Fällen eine Silikon-Linse, welche die Konstruktion überdeckt. Die speziellen Silikon-Polymere, die dabei zum Einsatz kommen, haben folgende Vorteile:

  • eine hohe Lichtdurchlässigkeit,
  • eine hohe Stabilität über einen großen Temperaturbereich hinweg,
  • eine hohe Resistenz gegenüber Gelbverfärbung unter dem Einfluss von ultraviolettem Licht und
  • eine gute Formbarkeit.
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Die Kompatibilitätstest im Detail

Beim Test einer Substanz auf Kompatibilität mit LEDs hin sind im Detail folgende Schritte erforderlich:

  • Die VOC wird auf der Spitze von drei der sechs LEDs auf dem Test-Board aufgebracht. Auf dem Board sollte vermerkt werden, um welche Substanz es sich handelt.
  • Dieselbe chemische Substanz wird in der Nähe des Sockels von zwei LEDs platziert. Die VOC darf dabei nicht mit der Silikonhülle der LED in Berührung kommen.
  • Die letzte der sechs LEDs bleibt unverändert. Komponenten wie Dichtungsringe, die keinen direkten Kontakt zu den Leuchtdioden haben, können in der Nähe der LEDs auf dem Board platziert werden.
  • Die Leuchtdioden, die dem VOC ausgesetzt werden sollen, müssen mithilfe der Glashaube luftdicht versiegelt werden. Dazu wird die Haube mit dem Board verklebt.
  • Abschließend wird das Board mit den LEDs an eine Konstantstromquelle oder an eine Stromversorgung angeschlossen, die für die jeweiligen Leuchtdioden spezifiziert sind. Für LEDs der Reihe Cree XLamp MX-6 sind beispielsweise 350 mA bei 18 VDC erforderlich, für XP-E und XR-E Komponenten dagegen 700 mA bei 18 VDC.

Das Problem mit dem Gelbstich bei einer LED

Allerdings können flüchtige organische Verbindungen, sogenannte Volatile Organic Compounds, VOC, in einem Beleuchtungssystem mit LEDs in die gasdurchlässige Silikonlinse und die Hülle einer LED austreten. In der Molekülstruktur dieser Materialien lagern sich diese Verbindungen an freien Stellen der Silikon-Polymere ab. Das kann unerwünschte Folgen haben: Die hohe Photonen-Energie der LED in Verbindung mit der Wärmeentwicklung im Beleuchtungssystem und der Umgebung führen unter Umständen zu einer Verfärbung der flüchtigen organischen Verbindungen. Das wiederum reduziert die Lichtmenge, die eine LED-Leuchte abgibt.

Solche Verfärbungen treten vorzugsweise bei LEDs auf, die Licht in den Farben blau, königsblau und weiß produzieren und zudem mit LED-Chips mit blauer Wellenlänge ausgestattet sind. Eine weitere Voraussetzung ist, dass gelbe Phosphor-Materialien für das Konvertieren der Wellenlängen verwendet werden. Das Phänomen ist bei Leuchtdioden aller Hersteller zu beobachten. Nicht betroffen sind LEDs, die Licht längerer Wellenlänge ausstrahlen, etwa gelb, rot und grün. Bei diesen Leuchtdioden fällt eine niedrigere Photonen-Energie an.

Praxiswissen rund um die LED

Was muss der Entwickler eines LED-Leuchtendesigns beachten? In unserer Serie zusammen mit LED-Experten von Cree geben wir Ihnen praktische Tipps an die Hand, die Sie für Ihre tägliche Arbeit verwenden können. Um schnell auf alle Tipp-Serien zugreifen zu können, haben wir diese hier für Sie zusammen gestellt.

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Die Photonen-Energie (E) wird mithilfe folgender Formel ermittelt: E = h x f. Dabei steht h für die Planck-Konstante und f für die Lichtfrequenz. Je höher f, desto größer die Photonen-Energie.

Das Bild 2 zeigt, wie sich die Gelbverfärbung auswirkt. Anfangs gibt beispielsweise eine Leuchte auf Basis der XLamp XR-E LED von Cree ein Licht mit hohem Weiß-Anteil ab (links). Durch den Einfluss von VOC ist bereits nach 100 Stunden eine deutliche Verschiebung in Richtung Gelb zu erkennen (rechts). Der Einsatz ungeeigneter flüchtiger organischer Substanzen kann nicht nur den Farbort einer Leuchtdiode verfälschen, sondern zum Ausfall einer Leuchte führen.

Allerdings führen die Verfärbungen der Umhüllung oder der Linse durch VOCs im Normalfall nicht zu bleibenden Schäden am LED-Chip. In vielen Fällen lässt sich eine solche Leuchte innerhalb weniger Betriebsstunden wiederherstellen. Dazu wird entweder die Sekundäroptik entfernt oder die Belüftung verbessert. Allerdings bleibt die Verfärbung bestehen, solange die Silikon-Polymere dem Einfluss der falschen VOC ausgesetzt sind.

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