2,5 Mrd. US-$ für Legacy-Speicher Globale Speicherhersteller investieren in taiwanesisches DRAM-Unternehmen

Von Sebastian Gerstl 3 min Lesedauer

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Run auf DRAM-Speicher: der taiwanesische DRAM-Spezialist Nanya Technology hat über eine Privatplatzierung rund 2,5 Milliarden US-Dollar eingeworben und damit ein deutliches Signal für den weiteren Ausbau seiner Fertigungskapazitäten gesetzt. Zu den Investoren zählen SanDisk Technologies, Kioxia, Sk hynix sowie Cisco Systems.

Auch große Player im Speichermarkt investieren nun Stark, um sich langfristig die Versorgung mit DRAM-Bausteinen zu sichern: Der taiwanesische Speicherhersteller Nanya Technology hat über eine Privatplatzierung von Aktien etwa 2,5 Mrd. US-$ eingefahren. Zu den Investoren zählen unter anderem Sandisk, Kioxia und Sk hynix, die sich hierüber eine langfristig garantierte Versorgung mit DRAM erhoffen.(Bild:  Nanya Technology)
Auch große Player im Speichermarkt investieren nun Stark, um sich langfristig die Versorgung mit DRAM-Bausteinen zu sichern: Der taiwanesische Speicherhersteller Nanya Technology hat über eine Privatplatzierung von Aktien etwa 2,5 Mrd. US-$ eingefahren. Zu den Investoren zählen unter anderem Sandisk, Kioxia und Sk hynix, die sich hierüber eine langfristig garantierte Versorgung mit DRAM erhoffen.
(Bild: Nanya Technology)

Die Transaktion fällt in eine Phase, in der die Speicherindustrie ihre Kapazitäten an die hohe Nachfrage aus dem KI-Umfeld anpasst. Vor allem bei DRAM versuchen Hersteller und Abnehmer zunehmend, Versorgungssicherheit nicht mehr nur über kurzfristige Beschaffung, sondern über strategische Beteiligungen und mehrjährige Lieferverträge abzusichern.

Nanya platzierte die neuen Aktien zu 223,9 Taiwan-Dollar je Anteil. Der Emissionserlös soll nach Unternehmensangaben in Fabrikanlagen und Produktionsequipment für die fortgeschrittene Speicherfertigung fließen.

An der Börse wurde die Kapitalmaßnahme zunächst positiv aufgenommen. Die Aktie von Nanya legte im Handel in Taiwan deutlich zu, was als Hinweis darauf gewertet werden kann, dass der Markt sowohl die Mittelaufnahme als auch die Qualität der beteiligten Partner als unterstützend für die weitere Entwicklung einordnet.

Strategische Partner sichern sich Zugriff auf DRAM

Nanya ist eine Tochter des taiwanesischen Konzern Formosa Plastics Group, zu dem Unter anderem auch VIA Technologies zählt. Im Jahr 2003 ging Nanya ein Joint Venture mit Infineon Technologies ein und gründete infolgedessen ein Tochterunternehmen zur DRAM-Produktion. Im Jahr 2008 unterzeichnete in Nanya einen Joint-Venture-Vertrag mit Micron Technology. Im Jahr 2017, nach jahrelanger Lizenzierung durch Micron, begann Nanya damit, DRAM-Speicher nach einem 10-nm-Prozess eigenständig zu entwickeln.

Der größte Einzelinvestor dieser jünsten, insgesamt 2,5 Mrd. US-$ schweren Investitionsrunde ist SanDisk, das rund 31 Milliarden Taiwan-Dollar (circa 970.000 US-$) investiert und sich damit einen Anteil von knapp vier Prozent sichert. Parallel dazu wurde eine mehrjährige Liefervereinbarung abgeschlossen, nach der Nanya DRAM-Produkte an SanDisk liefern wird.

Auch Kioxia hat sich im Rahmen der Privatplatzierung beteiligt und zugleich ein langfristiges DRAM-Lieferabkommen mit Nanya geschlossen. Hintergrund ist das starke Wachstum im SSD-Geschäft, das durch KI-Anwendungen zusätzlichen Schub erhält und den Bedarf an stabil verfügbaren DRAM-Komponenten erhöht.

Solidigm, die zu SK hynix gehörende US-Tochter, sowie Cisco Systems investieren ebenfalls jeweils rund 16 Milliarden Taiwan-Dollar (eta 500 Millionen US-$). Damit beteiligen sich erstmals vier internationale Technologiekonzerne gleichzeitig an einem taiwanischen Speicherhersteller, was dem Vorgang über die reine Finanzierung hinaus industriepolitische und strategische Relevanz verleiht.

Bemerkenswert ist vor allem das Engagement von Unternehmen, deren Kerngeschäft primär im NAND-Umfeld liegt. Aus Branchensicht unterstreicht dies, dass DRAM und NAND in vielen Anwendungsfeldern enger zusammengedacht werden, insbesondere bei Rechenzentren, SSDs und KI-Infrastrukturen, in denen ausgewogene und planbare Speicherlieferketten an Bedeutung gewinnen.

KI-Nachfrage verändert die Beschaffungslogik

Überblick: So versuchen Tech-Riesen derzeit, langfristig Speichervorräte im derzeit angespannten Markt zu sichern oder zu gewährleisten.(Bild:  Trandforce)
Überblick: So versuchen Tech-Riesen derzeit, langfristig Speichervorräte im derzeit angespannten Markt zu sichern oder zu gewährleisten.
(Bild: Trandforce)

Die Berichte deuten darauf hin, dass sich der Speichermarkt zunehmend von rein transaktionsgetriebenen Beschaffungsmodellen entfernt. Mehrjährige Lieferverträge mit Laufzeiten von drei bis fünf Jahren werden offenbar häufiger, weil Kunden ihre Versorgung mit kritischen Komponenten früher und verbindlicher absichern wollen.

Ein Grund dafür ist die angespannte Versorgung bei konventioneller DRAM. Während große Speicherhersteller ihre Ressourcen stärker auf margenstarke HBM-Produkte ausrichten, wird das Angebot bei Mainstream-DRAM wie DDR4 und DDR5 knapper. Für Abnehmer von Storage- und Systemlösungen steigt damit der Druck, alternative und langfristig belastbare Bezugsquellen aufzubauen.

Für Nanya eröffnet sich dadurch eine neue Rolle im Markt. Das Unternehmen gewinnt nicht nur Kapital für die Modernisierung und Erweiterung seiner Fertigung, sondern verankert sich zugleich tiefer in den Lieferketten internationaler Speicher- und Systemanbieter.

Die Vereinbarungen zeigen zudem, dass vertikale und horizontale Kooperationen in der Speicherindustrie zunehmen. Beteiligungen, Lieferverträge und technologische Partnerschaften werden stärker miteinander verknüpft, um Investitionsrisiken zu teilen und die Verfügbarkeit zentraler Komponenten frühzeitig abzusichern.(xx)

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