Viele Fabriken arbeiten noch mit starren Automatisierungssystemen, die längst nicht mehr zu den schwankenden Märkten passen. Eine neue Omdia-Studie im Auftrag von Schneider Electric zeigt nun, wie stark diese Systeme Mittelständler ausbremsen – und warum offene, softwaredefinierte Automatisierung an Fahrt gewinnt.
Schneider Electric untermauert mit einer Studie: Offene, softwaredefinierte Automatisierung soll komplexe Anlagen flexibler und schneller anpassbar machen.
(Bild: KI-generiert)
Mittelgroße Industrieunternehmen verlieren im Schnitt 7,5 % ihres Jahresumsatzes, weil ihre Anlagen zu schwerfällig reagieren. Das zeigt der Bericht „Open vs. Closed: The $11.28M Question for Industrial Leaders“. Die Analyse legt offen, wie sich die Summen über Ausfallzeiten, Wartung, nachträgliche Compliance-Anpassungen und ineffiziente Abläufe schrittweise zu rund 11,28 Mio. US-Dollar pro Jahr addieren. Große Konzerne trifft es noch härter: Dort summieren sich die Verluste auf über 45 Millionen Dollar. In kleineren Betrieben können die Auswirkungen sogar einem Viertel des Jahresumsatzes entsprechen.
Viele der untersuchten Systeme stammen aus einer Zeit, in der Produktionsumgebungen stabiler liefen. Heute wackeln Lieferketten, Produkte ändern sich immer schneller, ESG-Vorgaben verschärfen sich und gut ausgebildete Fachkräfte fehlen. Dennoch arbeiten 77 % der Anlagen weiterhin so, dass Updates physisch ins System eingreifen müssen. Jede Änderung zieht Hardware-Umbauten nach sich, oft verbunden mit langen Stillständen.
Starre Technik blockiert schnelle Reaktionen
Die Studie zeigt, wie tief der Flaschenhals reicht. Unternehmen betreiben meist zwei bis zehn unterschiedliche Plattformen, häufig sogar mehr. Jede Plattform bringt eigene Schnittstellen und eigene Wartungsregeln mit. Rund 30 % der Störungen lassen sich nur mit spezialisierten Dienstleistern beheben – ein Problem, das sich im Fachkräftemangel noch verstärkt. Gleichzeitig fehlen Echtzeitdaten: Bei der Hälfte der Firmen sind 20 bis 39 % der kritischen Informationen nicht sofort verfügbar. Das erschwert vorausschauende Wartung und verlangsamt Entscheidungen.
In der Summe verlieren Firmen damit vor allem Zeit. Re-Konfigurationen dauern häufig Tage oder Wochen; Designzyklen für neue Anlagen ziehen sich drei bis fünf Monate allein bis zur Genehmigung. Bei Änderungen steigt der Aufwand schnell auf bis zu 50.000 Dollar pro Stunde, bei großen Herstellern sogar auf 250.000 Dollar. Laut Studie liegen allein die Kosten durch fehlende operative Agilität bei über sechs Millionen Dollar jährlich.
Offene Systeme sollen den Investitionsstau lösen
Der Bericht beschreibt offene, softwaredefinierte Automatisierung als Gegenmodell zur bisher dominierenden, hardwaregebundenen Steuerungstechnik. Trennen Unternehmen die Logik von der Hardware, lassen sich Funktionen wie Softwarepakete aktualisieren. Systeme unterschiedlicher Hersteller greifen leichter ineinander, Daten fließen ohne Inselsysteme zusammen, und Anpassungen passieren ohne tiefe Eingriffe in Schaltschränke oder proprietäre Plattformen.
Die Autoren betonen, dass offene Ansätze sich an IT-Prinzipien anlehnen: Standardisierte Edge-Hardware, softwaredefinierte Steuerung und interoperable Protokolle wie IEC 61499, OPC UA oder MQTT. Das Ergebnis: weniger Aufwand bei Erweiterungen, kürzere Stillstände und flexiblere Produktionsabläufe.
Einige Anwender berichten bereits von spürbaren Effekten. Frühere Pilotprojekte zeigen laut Studie schnellere Inbetriebnahmen, sinkende Fehlerquoten und kürzere Launch-Zyklen neuer Produkte. Firmen reduzieren Engineering-Zeit, replizieren Anlagen einfacher und erhalten durchgängige Datenströme, die präzisere Entscheidungen ermöglichen.
Bis zu eine Million Dollar Verlust pro Quartal
Der Bericht schließt mit einer klaren Warnung: Jede Verzögerung bei der Modernisierung geschlossener Systeme kostet Industrieunternehmen weiter Geld. Im Schnitt geht pro Quartal mehr als eine Million Dollar verloren – Budget, das eigentlich für Modernisierung, Qualifizierung oder Kapazitätsausbau gedacht ist. Die Studie argumentiert, dass starre Architekturen unter den heutigen Bedingungen nicht mehr zeitgemäß sind und Unternehmen nur mit offener Automatisierung die nötige Anpassungsfähigkeit erreichen. (mc)
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.