DMASS 3Q2022 Europäische Komponentendistribution steuert auf ein Rekordjahr 2022 zu

Von Margit Kuther

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Ein Wachstum von stattlichen 44,3 % bei Halbleitern und 14,8 % bei Verbindungselementen, passiven und elektromechanischen Komponenten prognostiziert DMASS für das 3. Quartal 2022. Selektive Verfügbarkeitsprobleme bleiben bestehen und die Zukunft sieht zunehmend unvorhersehbar aus.

DMASS-Quartalszahlen 3Q2022: Insgesamt wuchs der Distributionsmarkt für Bauelemente um 34 % auf rund 5,1 Mrd. Euro.
DMASS-Quartalszahlen 3Q2022: Insgesamt wuchs der Distributionsmarkt für Bauelemente um 34 % auf rund 5,1 Mrd. Euro.
(Bild: DMASS)

Im Gegensatz zum Gesamtmarkt für Bauelemente sind die Befürchtungen eines nachlassenden Wachstums in der europäischen Elektronikdistribution mit einem überraschend starken Sommerquartal vorerst vom Tisch.

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Nach Angaben von DMASS, einer europäischen Non-Profit-Organisation, die vierteljährlich Marktdaten zum Vertrieb elektronischer Komponenten veröffentlicht, stieg der Umsatz der Halbleiterdistribution nach Angaben der Mitglieder um erstaunliche 44,3 % auf 3,58 Mrd. Euro, den höchsten jemals verzeichneten Umsatz. IP&E-Komponenten (Interconnect, Passive und Elektromechanische Komponenten) wuchsen um 14,8 % auf 1,52 Mrd. Euro. Insgesamt wuchs der Distributionsmarkt für Bauelemente um 34 % auf 5,1 Mrd. Euro.

Wachstum dank Preiserhöhungen, Wechselkurseffekten und verbesserter Verfügbarkeit

Hermann Reiter, Vorsitzender von DMASS: „Wenn man all die düsteren Marktprognosen für den weltweiten Halbleitermarkt liest, müssen diese Q3-Ergebnisse sicherlich für alle eine Überraschung gewesen sein. Wäre die Verfügbarkeit besser gewesen, hätte der Vertrieb sicher noch mehr liefern können. Das deutliche Wachstum ist tatsächlich auf eine Mischung aus Preiserhöhungen, Wechselkurseffekten und verbesserter Verfügbarkeit seitens der Hersteller zurückzuführen. Wir sehen aber auch, dass sich die Verfügbarkeit in einigen Komponentenbereichen verbessert hat. Und im Gegensatz zu den Halbleitern sehen wir bei den IP&E-Produkten bereits eine Veränderung im Markt. Alles in allem haben wir

Insgesamt haben wir ein sehr hohes Umsatzplateau erreicht, das im nächsten Jahr nur schwer zu halten sein wird. Wir gehen davon aus, dass die Kunden einen erheblichen Teil ihres Bedarfs für 2023 bereits im Jahr 2022 gedeckt haben, was sich in einem geringeren Auftragseingang zeigt.“

Deutschland wuchs um 53% auf 1,03 Milliarden Euro

Die Halbleiterindustrie war der eigentliche Motor des Sommerquartals. Aus regionaler Sicht war das Wachstum in den einzelnen Ländern und Regionen recht groß. Deutschland als größte Region wuchs um atemberaubende 53% auf 1,03 Milliarden Euro, gefolgt von Italien (46% auf 322 Millionen Euro), Frankreich (51% auf 231 Millionen Euro) und dem Vereinigten Königreich (32,8% auf 223 Millionen Euro).

In Osteuropa stieg der Umsatz um 50% auf 651 Millionen Euro, in Skandinavien um 47% auf 299 Millionen Euro, in Israel um 85% auf 167 Millionen Euro, auf der iberischen Halbinsel um 59% auf 153 Millionen Euro, in Benelux um 39% auf 136 Millionen Euro, in der Schweiz um 47% auf 136 Millionen Euro und in Österreich um 66% auf 109 Millionen Euro. Die Verkäufe in Russland kamen fast vollständig zum Stillstand, und die Türkei liegt beim Wachstum hinter allen anderen Ländern zurück.

Logikbausteine verzeichnen ein Wachstum von 90 Prozent

Bei den Produkten war das Wachstum sehr unterschiedlich, von enttäuschenden 8 % bei Opto (vor allem wegen der negativen LED-Zahlen) bis hin zu 90 % Wachstum bei anderen Logikprodukten (ASSPs). Analog und MOS Micro als die größten Produktgruppen zeigten eine ziemlich starke Leistung, wobei das Wachstum bei MOS Micro vor dem der analogen Produkte lag: MOS Micro wuchs um 47% auf 712 Millionen Euro (MCUs: 57%), Analog um 46,7% auf 1,01 Milliarden Euro, Power um 37,4% auf 413 Millionen Euro, Speicher um 60% auf 385 Millionen Euro (Flash: 68%), Opto um 7,9% auf 257 Millionen Euro, programmierbare Logik um 61% auf 233 Millionen Euro und andere Logikbausteine um 90,5% ebenfalls auf 233 Millionen Euro. Diskrete (+21% auf 185 Mio. Euro) und Sensoren (+39% auf 101 Mio. Euro) beendeten das Quartal unterdurchschnittlich.

Interconnect, passive und elektromechanische Bauelemente (IP&E) wuchsen in Q3/22 langsamer als die Halbleiter, obwohl diese im Vergleich zum Vorquartal überraschend stark waren. Der Q3-Umsatz von 1,52 Mio. Euro verteilte sich wie folgt: Deutschland wuchs um 18,7 % auf 411 Millionen Euro, Italien um 11,8 % auf 151 Millionen Euro, Frankreich um 15,8 % auf 127 Millionen Euro, Großbritannien um 20,4 auf 151 Millionen Euro, Osteuropa um 15,7 % auf 205 Millionen Euro und Skandinavien um 13,6 % auf 128 Millionen Euro. Elektromechanische Produkte als größte Produktgruppe (inkl. Interconnect) wuchsen um 15,2% auf 807 Mio. Euro, Passive um 13% auf 622 Mio. Euro und Stromversorgungen um 24,6% auf 92 Mio. Euro.

Vorstandsvorsitzender Hermann Reiter: „Bei einer Marktentwicklung wie in den letzten zwei Jahren und den zunehmenden geopolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen wird die nähere Zukunft immer unberechenbarer. Während die langfristigen Aussichten insbesondere für Halbleiter gut sind, hinterlässt die schwache Nachfrage bereits 2022 ihre Bremsspuren auf dem Weltmarkt und könnte zu einer holprigen Zeit führen.

Europa und insbesondere der Vertrieb haben sich bisher als sehr widerstandsfähig erwiesen, und unsere starke industrielle Basis bietet viele Möglichkeiten für nachhaltiges Wachstum. Das Bewusstsein für die Digitalisierung, den Umbau der Energieinfrastruktur und die Notwendigkeit, zukünftige Wohnkonzepte und Mobilität neu zu denken, ist extrem hoch und führt hoffentlich zu weiteren interessanten Projekten mit unseren Kunden.“ (mk)

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