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Präzise Gatetreiber- Versorgungsspannung
HEMT-eGaN-Bausteine bieten nur wenig Spielraum zwischen der empfohlenen Gate-Source-Spannung und der Gate-Source-Spannung, die sie maximal verkraften. Beispielsweise erreichen EPG-GaN-FETs ihre besten RDS(on)-Eigenschaften, wenn sie mit Vgs=5 V angesteuert werden. Sie tolerieren jedoch nur eine maximale Gate-Spannung von 6 V. Dies macht eine sehr präzise geregelte Gate-Spannung notwendig, was mit potenzialfreien high-seitigen Bootstrap-Versorgungen nicht einfach zu bewerkstelligen ist.
Das grundsätzliche Funktionsprinzip einer Bootstrap-Schaltung zeigt Bild 3. Wenn die Spannung OUT (Source-Spannung des high-seitigen FET) unter den Vdc-Wert des Controllers gezogen wird, wird Cboot über den rot markierten Bootstrap-Stromweg geladen. Der endgültige VBS-Wert, der nach dem Hochziehen von OUT von der Bootstrap-Schaltung ausgegeben wird, ist VBS=Vdc-Vfdboot+VfG1. Darin steht Vfdboot für die Vorwärtsspannung der Bootstrap-Diode, während es sich bei VfG1 um die Spannung an der in entgegengesetzter Richtung gepolten ‚Diode‘ des GaN-Bausteins handelt.
GaN-FETs vom Anreicherungstyp sind dadurch gekennzeichnet, dass VfG1 größer ist als die Vorwärtsspannung einer Silizium-Bootstrap-Diode. Demzufolge ist die Bootstrap-Spannung größer als Vdc.
Um den RDS(on) des Schaltbausteins bei 5 V vollständig auszuschöpfen und einen zuverlässigen Betrieb ohne Überschreiten der maximalen Gate-Spannung zu erzielen, ist zum Regeln der Ausgangsspannung der Bootstrap-Schaltung zusätzlicher Schaltungsaufwand erforderlich. Selbst für den low-seitigen Treiber bringen die strengen Anforderungen an die Gate-Source-Spannung einige Probleme bezüglich der präzisen Regelung der Einschaltspannung mit sich, um Überschwinger auszuschließen. Ein exaktes Layout ist hierbei unumgänglich.
Ungewolltes Einschalten durch steile Spannungsflanken
Die gestiegene Schaltfrequenz mit GaN-FETs bestückter Schaltnetzteile sorgt zusammen mit der deutlich geringeren Ausgangskapazität Cds für einige Performance-Vorteile. Hieraus ergeben sich jedoch auch spezifische Restriktionen für die Treiber.
Durch die teils sehr steilen Flanken mit hohen dV/dt-Werten (die in der Spitze bis zu 30 kV/µs betragen können) und das ungünstige Verhältnis zwischen Gate-Drain- und Gate-Source-Kapazität (im Falle des EPC60V liegen Qgd und Qgs auf vergleichbarem Niveau – siehe Kasten) steigt das Risiko eines ungewollten Einschaltens infolge der Miller-Kapazität und eines direkt leitend werdenden Halbbrückenzweigs auf ein gefährlich hohes Niveau.
Der Pull-down-Widerstand des Treibers sollte deshalb so niedrig wie möglich gewählt werden und einen Wert unter 1 Ω haben. Andererseits ist häufig eine Option zur Anpassung des Pull-up-Widerstands erforderlich, um das EMI- und Überschwingverhalten zu verbessern.
Typische MOSFET-Treiber verfügen über einen einzigen Ausgangstreiber, und die korrekte Abstimmung von Pull-up- und Pull-down-Widerstand erfolgt mithilfe einer antiparallel geschalteten Diode. Wegen der eng gesteckten Restriktionen, denen der Pull-down-Widerstand und die Spannungspegel unterliegen, müssen bei einem GaN-FET-Treiber die Treiberausgänge für den Ein- und den Ausschaltweg getrennt ausgeführt werden.
Restriktionen für High-Side-Treiber
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