EMV gehört zu den meistunterschätzten Themen im Entwicklungsprozess elektronischer Geräte. Diese Artikelserie behandelt die wichtigsten Punkte, um eine konforme elektromagnetische Integrität von Produkten zu gewährleisten. In Teil 7 unserer Serie geht es um Filterbauelemente (Induktivitäten).
EMV-Basics: Der EMV von Geräten und Produkten kommt ein immer höherer Stellenwert zu. In unserer Serie analysieren wir die wichtigsten Ursachen.
(Bild: Michael J. Müller / Würth Elektronik)
Für den EMV-Einsatz gibt es verschiedene Arten von Induktivitäten, die je nach Anwendung und den erforderlichen Eigenschaften ausgewählt werden können. Luftspulen (ohne Ferrit) bestehen aus Draht, der um eine Spulenform gewickelt ist, und haben keinen Kern aus ferromagnetischem Material wie Ferrit. Sie sind vorwiegend für Applikationen im HF-Bereich geeignet (typ. >100 MHz) und sind in der Regel weniger anfällig für Sättigungseffekte.
Spulen mit Ferritkern enthalten einen Kern aus einem ferromagnetischen Material. Ferritkerne helfen, die Induktivität zu erhöhen und die „EMV-Leistung“ zu verbessern, indem ihre Impedanz ab einem bestimmten Frequenzbereich stark verlustbehaftet ist. Des Weiteren weisen Induktivitäten mit Ferritkernen im Vergleich zu Luftspulen im Allgemeinen eine deutlich höhere Induktivität auf.
Bei SMD-Induktivitäten mit Ferritkern und bei SMD-Ferriten findet sich im Datenblatt nicht der Induktivitätswert, sondern eine Impedanz bei einer bestimmten Messfrequenz. SMD-Ferrite zeigen die höchste Toleranz, während Induktivitäten ohne Ferrit die geringste aufweisen. Die Induktivität ohne Ferritkern erfordert mehr Drahtwindungen für dieselbe Impedanz wie Bauteile mit Ferrit, was zu einem höheren Drahtwiderstand (RDC) führt.
Güte von Induktivitäten: Der Q-Faktor
Der Q-Faktor einer Induktivität beschreibt ihre Güte. Ein hoher Q-Faktor (z.B. 60) zeigt geringe Verluste und eine schmalere Impedanzkurve an, während ein niedriger Q-Faktor höhere Verluste und eine breitere Kurve bedeutet. Das Impedanzmaximum einer Induktivität hängt mit ihrem Q-Faktor zusammen – verlustarme Induktivitäten mit hohem Q-Faktor zeigen ein höheres Impedanzmaximum, während verlustbehaftete Induktivitäten niedrigere Maxima aufweisen.
Die Art und Weise der Wicklung oder die verwendeten Kernmaterialien können das Impedanzmaximum und den Frequenzbereich beeinflussen. Ferrit ist ein Material, das hauptsächlich aus Eisenoxid und anderen Spurenmetallen besteht. Es hat eine niedrige elektrische Leitfähigkeit, was die Wirbelstromverluste reduziert. Diese Materialien zeigen eine starke Abhängigkeit von Frequenz, magnetischer Flussdichte und Temperatur.
Die magnetischen Eigenschaften werden durch die magnetische Permeabilität µ beschrieben. μ ist eine komplexe Zahl, die sich aus einem realen Teil (μ') und einem imaginären Teil (μ'') zusammensetzt. So ergeben sich die in den Datenblättern angegebenen Kurven, die für die Auswahl der Induktivität für die jeweilige Applikation von entscheidender Bedeutung sind.
Bild 12: Typische Impedanzkurven eines SMD-Ferrits, der Impedanzverlauf einer vergleichbaren Induktivität ohne Ferrit (Luftspule) ist in blau ergänzt.
(Bild: Würth Elektronik)
In Bild 12 sind die typischen Impedanzkurven eines SMD-Ferrits und einer Induktivität ohne Ferrit (Luftspule) gezeigt. Parasitäre Effekte, die zu Resonanzen führen, wurden bei der Luftspule in Bild 12 nicht berücksichtigt, um die Vergleichbarkeit zu verdeutlichen. Die schwarze Kurve ist die Impedanz Z, die graue Kurve ist der induktive Anteil XL der Impedanz Z und die rote Kurve der resistive (ohmsche) Anteil R.
Mit der komplexen magnetischen Permeabilität ergibt sich: LS = µ' L0; RS = ω L0 µ''. Wobei L0 die Induktivität der Drahtwicklung ohne Ferrit ist. Somit gilt: Z = j ω L0 (µ' – jµ'') = R + jX.
Aus den Formeln lässt sich leicht erkennen, dass eine hohe Permeabilität zu einer hohen Induktivität führt. Aus den Kurven wird auch klar, warum bei der Anwendung von Induktivitäten mit Ferritkern die Impedanzkurven für eine funktionierende Schaltung von hoher Bedeutung sind. Die Impedanz Z ist eine Vektorkombination aus Widerstand und Phase.
Der Ohm’sche Widerstand R hat eine dissipative Eigenschaft, Energie wird verbraucht und nicht zurückgewonnen. Der Blindwiderstand XL ist der Teil der Impedanz, der durch die Induktivität generiert wird. Die Phase ist die Verzögerung zwischen einer an das Bauteil angelegten Spannung und dem durch das Bauteil fließenden Strom. Sowohl der Ohm’sche-, als auch der Blindwiderstand variieren mit der Frequenz, somit also auch die Phase. (kr)
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.