Halbleiter-Produktion wird teurer Chip-Foundries heben Preise um bis zu 20 Prozent an

Von Sebastian Gerstl

Inflation, Versorgungsprobleme und Rohstoffmangel schlagen auf die Preise der Foundry-Services durch: Nachdem TSMC erst im August 2021 seine Preise um bis zu 20 Prozent angehoben hatte, soll nun eine weitere Preissteigerung kommen. Auch bei Samsung wird die Chipfertigung teurer.

Nach dem letzten Preisanstieg von 20 Prozent in der zweiten Jahreshälfte 2021 hat TSMC angekündigt, die Kosten für Foundry-Dienstleistungen nochmal um bis zu sechs Prozent anzuheben.
Nach dem letzten Preisanstieg von 20 Prozent in der zweiten Jahreshälfte 2021 hat TSMC angekündigt, die Kosten für Foundry-Dienstleistungen nochmal um bis zu sechs Prozent anzuheben.
(Bild: TSMC)

Die größten Foundries der Welt ziehen ihre Preise weiter an: TSMC hat Kunden vergangene Woche mitgeteilt, dass es seine Preise bis Anfang 2023 nochmals anheben will. Man gehe von einer weiteren Preissteigerung von zwischen fünf und acht Prozent aus, heißt es aus Insider-Kreisen.

Als Grund mache man steigende Kosten verantwortlich. TSMC ist der größte Auftragsfertiger für Halbleiter weltweit, stößt aber auf Grund des massiv gestiegenen Bedarfs innerhalb der letzten beiden Jahre zunehmend an die Grenzen seiner vorhandenen Produktionskapazitäten. Bis Ende 2022 will das Unternehmen daher zwischen 40 und 44 Mrd. US-$ für den weiteren Ausbau und die Modernisierung der Kapazitäten auszugeben.

Auch Samsung wird teurer

Es ist das zweite Mal in weniger als einem Jahr, dass das Unternehmen eine Preiserhöhung ankündigt. Im August 2021 hatte TSMC seine Preise für Fertigungsdienste um 20 Prozent angehoben. Preissenkungen stehen auch längerfristig nicht in Sicht: Letztes Jahr erklärte der Foundry-Service, dass er seine bislang übliche Praxis, nach dem Start eines neuen Fertigungsprozesse Preise vierteljährlich zu senken, aufgeben werde.

Samsung, nach TSMC der zweitgrößte Auftragsfertiger weltweit, hat ebenfalls eine drastische Erhöhung seiner Preise für Fertigungsdienste angekündigt. Der südkoreanische Elektronikkonzern spräche derzeit mit Kunden über einen potenziell kommenden Preisanstieg für Foundry-Services, der für die zweite Jahreshälfte 2022 anstehen soll. Hier ist von einer Preiserhöhung zwischen 15 und 20 Prozent die Rede. Allgemeine wirtschaftliche Umstände machten den drastischen Preisanstieg notwendig. Dabei gibt Samsung an, dass es die Hauptlast des Preisanstiegs selber tragen werde, aber dennoch einen Teil des Preisdrucks auf Kunden abwälzen müsse.

Die Ursachen: Inflation, Nachschubprobleme bei Anlagen und Krieg in der Ukraine

Hinter den Preisanstiegen stecken mehrere Faktoren, die in der aktuellen Lage gerade zusammentreffen. Das liegt nicht ausschließlich an dem Druck auf die aktuell an ihre Grenzen stoßende Produktionskapazität in den Foundries und den daraus resultierenden gesteigerten Investitionen in den Ausbau neuer Produktionsstätten, wobei dies sicherlich hier auch mitwirkt.

Hinzu kommen allerdings ein anhaltender Inflationsdruck sowie zusätzliche Konsequenzen aus dem aktuell anhaltenden Ukraine-Konflikt, der bei Halbleiterherstellern zu steigenden Preisen bei für die Halbleiterproduktion notwendigen Chemikalien und Rohmaterialien (wie z.B. Palladium)oder Edelgasen (wie z.B. Neon) führt. Nachschubprobleme bei Lithografie-Anlagen für die Inbetriebnahme der Fertigung an neuen Standorten erschweren diese Planungen allerdings weiter.

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