Investitionen in die Leiterplatte AT&S investiert mehr als 30 Millionen Euro in Fehring

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

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Zum 50-jährigen Bestehen der Leiterplatten-Serienproduktion stärkt AT&S seinen Standort Fehring. Das Investitionsprogramm umfasst mehr als 30 Millionen Euro und zielt auf neue Fertigungstechnologien, Nachhaltigkeit, zusätzliche Arbeitsplätze und den Ausbau der Engineering-Kompetenz.

Standortleiter Christopher Hermann, CEO Michael Mertin und IV-Präsident Georg Knill (von links) eröffneten offiziell die neue, interaktive Erlebniswelt für Besucher am AT&S-Standort Fehring. (Bild:  AT&S)
Standortleiter Christopher Hermann, CEO Michael Mertin und IV-Präsident Georg Knill (von links) eröffneten offiziell die neue, interaktive Erlebniswelt für Besucher am AT&S-Standort Fehring.
(Bild: AT&S)

Der steirische Leiterplattenhersteller AT&S baut seinen Standort in Fehring weiter aus, der sich in den vergangenen 50 Jahren zu einem Kompetenzzentrum des Unternehmens entwickelt hat. Nach einer Phase der Konsolidierung setzt man dort wieder auf Wachstum und beziffert das Investitionspaket auf mehr als 30 Millionen Euro. Davon wurden in den vergangenen zwei Geschäftsjahren bereits 16,5 Millionen Euro investiert, weitere rund 14 Millionen Euro sind bis März 2027 vorgesehen.

Ein Teil der Mittel fließt in neue Anwendungsfelder und Fertigungstechnologien. Rund 8,8 Millionen Euro sind für Produkte und Lösungen im Umfeld von Halbleitertestanlagen vorgesehen. Weitere rund 10 Millionen Euro entfallen auf ein Projekt für Wechselrichterlösungen im Bereich E-Mobility, bei dem AT&S nach eigenen Angaben als Alleinlieferant für einen deutschen Premiumhersteller auftritt.

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Rund 7 Millionen Euro sind für neue Fertigungstechnologien für technologisch anspruchsvolle Anwendungen eingeplant. Weitere rund 4 Millionen Euro investiert AT&S in Nachhaltigkeitsmaßnahmen, darunter erneuerbare Energien, Recyclingkonzepte und die Umstellung der Wärmeversorgung im Rahmen des Projekts „Raus aus Gas“.

Auch inhaltlich erweitert AT&S sein Portfolio in Fehring. Neben den genannten Feldern setzt das Unternehmen künftig verstärkt auf Embedding-Technologie, Leistungselektronik sowie Strom- und Wärmemanagement. Getragen wird diese Entwicklung von einer steigenden Nachfrage nach hochkomplexen Elektroniklösungen in der Halbleitertechnologie, der Medizintechnik sowie in Sicherheits- und Verteidigungsanwendungen. Der Standort zählt nach Unternehmensangaben gemessen am Umsatz zu den größten Leiterplattenwerken Europas.

Neue Arbeitsplätze und eigene Lehrlingswerkstatt

Mit dem Investitionsprogramm geht auch ein personeller Ausbau einher: 35 zusätzliche Mitarbeiter wurden bereits eingestellt, insgesamt sind rund 50 neue Stellen geplant. Um dem Fachkräftebedarf langfristig zu begegnen, richtet AT&S 2026 zudem eine eigene Lehrlingswerkstatt am Standort ein.

„Wir haben uns neu aufgestellt und investieren gezielt in Technologien mit hoher Zukunftsrelevanz. Rund 70 Prozent der Mittel fließen in innovative Produkte, die für unsere Kunden strategisch besonders wichtig sind“, sagt Christopher Hermann, Director Operations und Standortleiter in Fehring.

AT&S-CEO Michael Mertin ergänzt: „Die positive Entwicklung zeigt, dass wir mit unserer Strategie und klaren Kundenausrichtung auf dem richtigen Weg sind.“ Mit Blick auf die 50-jährige Geschichte des Standorts betont Mertin: „Über fünf Jahrzehnte hinweg hat sich Fehring von einem regionalen Werk zu einem wichtigen Technologie- und Kompetenzstandort innerhalb des AT&S-Konzerns entwickelt. Für uns zählt vor allem eines, nämlich die außergewöhnliche Qualität der Menschen und des Know-hows am Standort.“

Sicherheits- und Verteidigungsanwendungen als Wachstumsfeld

Dass AT&S mit seiner Ausrichtung auf Sicherheits- und Verteidigungsanwendungen einen größeren europäischen Trend bedient, unterstreicht Georg Knill, Präsident der Industriellenvereinigung. „Die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie ist heute ein zentraler Innovations- und Wachstumsmotor für Europa. Schlüsseltechnologien wie Mikroelektronik, Künstliche Intelligenz oder Cybersicherheit stärken nicht nur unsere Verteidigungsfähigkeit, sondern auch die technologische Souveränität, resiliente Lieferketten und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts.“

Gleichzeitig sieht Knill politischen Handlungsbedarf. Aus seiner Sicht braucht es unter anderem mehr Rechtssicherheit, schnellere Verfahren sowie einen besseren Zugang zu Finanzierung und europäischen Forschungs- und Industrieprogrammen, um die Chancen der „europäischen Zeitenwende“ tatsächlich nutzen zu können.

Neue Erlebniswelt soll für technische Berufe begeistern

Passend zum Jubiläum eröffnet AT&S in Fehring zudem eine eigene Erlebniswelt nach dem Vorbild der bereits bestehenden Ausstellung am Hauptsitz in Leoben. Die interaktive Schau zeigt, wie Leiterplatten entstehen und welche Rolle sie in Smartphones, Fahrzeugen, Medizingeräten, industriellen Anwendungen und Kommunikationssystemen spielen.

Die Erlebniswelt steht nicht nur Kunden und Partnern offen, sondern richtet sich ausdrücklich auch an Schüler und Studierende. Ziel ist es, frühzeitig Interesse an technischen Berufen zu wecken. Eine Erweiterung der Ausstellung ist bereits für 2027 angekündigt. Der Ausbau einer eigenen Engineering-Abteilung soll dem Werk künftig zudem ermöglichen, neue Leiterplattentechnologien eigenständiger zu entwickeln. (sb)

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