Power over Ethernet

90 Watt über ein 100-m-Ethernetkabel

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Wie viel Spannung ein Gerät benötigt

Die Signaturimpedanz des PD darf einen Spannungs-Offset von bis zu 1,9 V haben (typisch für bis zu zwei Dioden in Reihe) und einen Strom-Offset von bis zu 10 µA (typischerweise vom Leckstrom im PD hervorgerufen). Diese Bedingungen verkomplizieren die Widerstandsmessung des PSE, da eine einzige U-I-Punktmessung die Fehler nicht erkennt.

Ergänzendes zum Thema
Power-over-Ethernet ganz ohne LLDP

Eine wichtige Unterscheidung bei LTPoE++ ist, dass es den Einsatz des Link-Layer-Discovery-Protocol (LLDP) nicht benötigt, was in der IEEE-PoE+-Spezifikation für die Leistungsverhandlung auf Softwareebene vorgeschrieben wird. LLDP erfordert Erweiterungen für die Standard-Ethernet-Stacks und dies kann einen großen Aufwand bei der Softwareentwicklung bedeuten. LTPoE++-PSEs und –PDs verhandeln die Anforderungen und Möglichkeiten an die Leistungspegel autonom auf Hardwareebene, wobei die volle Kompatibilität mit LLDP basierten Lösungen erhalten bleibt.

Als Ergebnis muss das PSE mindestens zwei unterschiedliche U-I-Punkte, mit mindestens 1-V-Abstand am PD berücksichtigen. Es berechnet dann den Unterschied zwischen diesen beiden Punkten, um den echten Widerstandsabfall zu finden und dann Spannungs- und Strom-Offsets heraus zu subtrahieren.

Da CAT-5-Kabel üblicherweise in Decken oder Wänden verlegt sind, in denen auch Wechselspannungs-Netzkabel vorhanden sind, kann das 50/60-Hz-Rauschen beträchtlich sein. Die PSE-Controller von Linear Technology handhaben dieses Problem mit einem proprietären Dual-Mode-Vierpunkt-Erkennungsverfahren, das eine optimierte Immunität gegen eine falsche positive oder negative PD-Erkennung sicherstellt.

Hat das Power Sourcing Equipment ein Powered Device erfolgreich erkannt, führt es den Leistungsklassifizierungsschritt aus. Das PSE muss den Überblick darüber haben, wie viele PDs mit ihm verbunden und wie hoch ihre Leistungsklassifizierungspegel sind und darf PDs nicht mehr akzeptieren, wenn sein Leistungsbudget überschritten wird.

Die Klassifizierungs-Signatur wird geprüft, indem zwischen 14,5 und 20 V am PD anliegen und der Strom gemessen wird, der vom PD gezogen wird. Das PSE nutzt diesen gemessenen Strom, um zu bestimmen, in welche Klasse das PD gehört.

LTPoE++ nutzt eine Drei-Ereignis-Klassifizierung, um das gegenseitige Handshaking zur Identifikation zwischen PSE und PD auszuführen, behält dabei aber die Rückwärtskompatibilität mit dem IEEE802.3at-Standard bei.

Das LTPoE++-PSE stellt fest, ob ein PD vom Typ 1 (PoE), Typ 2 (PoE+) oder ein LTPoE++-Gerät ist, entsprechend der Antwort des PD an das Drei-Ereignis-Klassifizierungsverfahren.

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