Von Müllcontainer bis Pyramide 5 ungewöhnliche Solarzellen-Projekte

Peter Koller

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Solarzellen finden sich mittlerweile auf vielen Hausdächern. Doch für die Gewinnung von Solarenergie eignen sich viele Örtlichkeiten. Manche davon erscheinen skurril, machen bei genauem Hinsehen aber durchaus Sinn.

In Hanau wurden zwei der Solarzellen-betriebenen Müllcontainer aufgestellt(Foto:  Hoppesack)
In Hanau wurden zwei der Solarzellen-betriebenen Müllcontainer aufgestellt
(Foto: Hoppesack)

Big Belly, dicker Bauch, heißt ein Müllcontainer, der in Hanau von dem dort ansässigen Unternehmen Hoppesack Meß- und Regeltechnik Vertriebs GmbH entwickelt und aufgestellt wurde. Die Photovoltaik-gesteuerte Müllpresse des Containers nutzt die Kraft der Sonne, um Abfall geruchlos und geräuscharm auf ein Siebtel seines Volumens zu komprimieren. Deshalb muss der Hightech-Müllcontainer Big Belly seltener geleert werden, wodurch nicht nur CO²-Emissionen verringert, sondern auch Personal- und Fahrtkosten für die Entsorgung deutlich gesenkt werden. Die gespeicherte Energie aus einer Stunde Sonne hält die Müllpresse einen Monat lang in Betrieb.

Pyramiden verbinden Sonnenergie und Mondphasen

Ein künstelerischer  Entwurf der Solarzellen-Pyramiden von Abu Dhabi(Grafik:  Land Art Generator Initiative)
Ein künstelerischer Entwurf der Solarzellen-Pyramiden von Abu Dhabi
(Grafik: Land Art Generator Initiative)

Lunar Cubit nennt sich eines der vielleicht faszinierendsten Solarzellen-Projekte. Das Projekt sieht vor, dass neun mit Solar-Panels ausgestattete schwarze Pyramiden in der Stadt Masdar City in Abu Dhabi tagsüber Strom für rund 250 Haushalte generieren sollen und nachts in unterschiedlichen Konfigurationen leuchten, um die Mondphasen nachzubilden. Das Projekt wurde Anfang des Jahres als Gewinner des Wettbewerbs Land Art Generator ausgezeichnet.

Radweg kombiniert umweltfreundliche Energie und Verkehr

Ein Prototyp der Solarzellenmodule wurde im NEMO Science Museum in Amsterdam präsentiert.(Foto:  Vesna Zuuring)
Ein Prototyp der Solarzellenmodule wurde im NEMO Science Museum in Amsterdam präsentiert.
(Foto: Vesna Zuuring)

In der Ortschaft Krommenie nahe Amsterdam soll 2012 der erste Radweg mit integrierten Solarzellen zur Energiegewinnung entstehen. Der Radweg ist dabei aus Betonelementen mit einer Fläche von etwa 1,5 mal 2,5 Meter mit einer Glasoberfläche gebaut. Unterhalb der Deckschicht sind etwa 1 Zentimeter dicke Silizium-Solarzellen angebracht. Die Entwickler erwarten von den Modulen einen Energieertrag von rund 50 kWh pro Quadratmeter und Jahr. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Haushalt in den Niederlanden verbraucht etwa 3500 kWh pro Jahr. Als notwendigen Betriebszeitraum für eine Rentabilität des Straßenbelags rechnet das Konsortium in Holland mit einem Zeitraum von 5 bis 8 Jahren. In Südeuropa würde sich die Dauer auf 4 bis 5 Jahre reduzieren.

Solarzellen-Straßenbelag soll Energieprobleme der Welt lösen

Noch einen Schritt weiter geht ein Projekt aus den USA: Mit einem Straßenbelag aus Solarzellen namens Solar Roadways wollen der Elektronik-Ingenieur Scott Brusaw und seine Ehefrau Julie, eine Psychologin, gleich einen Großteil der weltweiten Energie- und Verkehrsprobleme lösen. Ihre Vision ist es, herkömmliche Straßenbeläge durch intelligente Panels zu ersetzen. Diese sollen aus drei Schichten bestehen:

- Einer robusten, aber gleichwohl transparenten Deckschicht.

- Darunter liegt eine Elektronikschicht, die Solarzellen, LEDs und Heizelemente sowie einen Mikrocontroller beherbergt.

- Die Basisschicht enthält eine Verkabelung, um Informationen zu senden und zu empfangen sowie die per Solarzellen gewonnene Energie zu verteilen. So ausgestattet sollen die Panels Energie aus Sonnenlicht gewinnen, damit bei Bedarf die Panels heizen und so von Schnee und Eis freihalten und durch die integrierten Leuchtdioden ein Verkehrsleitsystem bilden.

Es wird geschätzt, dass es rund fünf Milliarden von den rund 4 x 4 Meter großen Panels bräuchte, um allein die asphaltierten Oberflächen in den USA damit zu ersetzen. Auf der anderen Seite würde nach den Berechnungen von Solar Roadways die damit gewonnene Energie ausreichen, um theoretisch fast die ganze Welt mit Strom zu versorgen.

Solarzellen plus Windturbinen ist gleich Brücke

Das italienische Projekt kombiniert Solarzellen und Windturbinen in einer Brücke(Grafik:  Colarossi/Saracino)
Das italienische Projekt kombiniert Solarzellen und Windturbinen in einer Brücke
(Grafik: Colarossi/Saracino)

Für drei italienische Designer sind Brücken die idealen Kraftwerke für erneuerbare Energien. Ihre Idee einer Solar-Wind-Brücke besteht aus Sonnenkollektoren auf der Oberseite der Brücke kombiniert mit Windturbinen im Unterbau. Nach den Berechnungen der drei Designer Francesco Colarossi, Giovanna Saracino und Luisa Saracino könnte ein entsprechendes Bauwerk bis zu 15.000 Haushalte versorgen. Mit dem Konzept der Solar-Wind-Brücke gewann das Trio den zweiten Platz bei dem italienischen Design-Wettbewerb Solar Park Works - Solar Highway, bei dem nach Ideen zur Modernisierung einer bestehenden Hochstraße zwischen den Orten Bagnera und Scilla gesucht wurde.

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