Wegbereiter der Elektronikfertigung 3D-MID-Pionier Klaus Feldmann ist verstorben

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Prof. Dr.-Ing. Klaus Feldmann ist am 30. September 2026 im Alter von 83 Jahren verstorben. Als Gründer des Erlanger Lehrstuhls FAPS und langjähriger Vorsitzender der Forschungsvereinigung 3-D MID prägte er die Entwicklung der Elektronikfertigung und mechatronischen Integration in Deutschland.

Gedenkgrafik zu Prof. Dr.-Ing. Klaus Feldmann, der die Elektronikfertigung und insbesondere die 3D-MID-Forschung in Deutschland über Jahrzehnte maßgeblich geprägt hat.(Bild:  KI-modifiziert)
Gedenkgrafik zu Prof. Dr.-Ing. Klaus Feldmann, der die Elektronikfertigung und insbesondere die 3D-MID-Forschung in Deutschland über Jahrzehnte maßgeblich geprägt hat.
(Bild: KI-modifiziert)

Die deutsche Elektronikfertigung verliert einen ihrer prägenden Wissenschaftler: Prof. Dr.-Ing. Klaus Feldmann ist am 30. September 2026 im Alter von 83 Jahren verstorben. Der Gründer des Lehrstuhls für Fertigungsautomatisierung und Produktionssystematik (FAPS) an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) gehörte zu den Wegbereitern der dreidimensionalen Integration elektronischer und mechanischer Funktionen. Die Forschungsvereinigung 3-D MID, deren Ehrenvorsitzender er war, würdigt ihn als Pionier der Produktionstechnik. Auf den Plattformen von FAU und FAPS wurden Kondolenzbücher eingerichtet.

Feldmann wurde am 15. März 1943 in Göttingen geboren. Er studierte Maschinenbau an der Staatlichen Ingenieurschule Wolfenbüttel und Fertigungstechnik an der Technischen Universität Berlin, wo er auch promovierte. Nach verschiedenen Tätigkeiten bei Siemens in Erlangen und Amberg wurde er 1982 an die FAU berufen und gründete dort den Lehrstuhl FAPS.

Von den Anfängen zum etablierten Forschungsstandort

Die Geschichte des Lehrstuhls begann bescheiden: In einer umgebauten Wohnung in der Erlanger Haberstraße standen zunächst lediglich ein gebrauchtes Reißbrett und eine elektrische Schreibmaschine zur Verfügung. Unter Feldmanns Leitung entwickelte sich daraus eine Forschungseinrichtung mit Laboren und industriellen Kooperationen an den Standorten Erlangen und Nürnberg.

Schon früh beschäftigte sich der Lehrstuhl mit der Automatisierung von Fertigungsprozessen und der industriellen Elektronikproduktion. 1987 präsentierte das FAPS auf der productronica in München eine komplette SMT‑Montagelinie. 1992 startete der Sonderforschungsbereich 356 „Produktionssysteme in der Elektronik“, der sich mit den technologischen und produktionstechnischen Grundlagen der Elektronikfertigung befasste.

Elektronikfertigung in der dritten Dimension

Eine besondere Bedeutung hatte Feldmanns Arbeit für die Entwicklung räumlicher elektronischer Schaltungsträger. Bei der 3D-MID-Technologie (Mechatronic Integrated Devices) werden elektrische Leiterstrukturen auf dreidimensionalen Bauteilen integriert. Dadurch lassen sich mechanische und elektronische Funktionen auf engem Raum vereinen.

Feldmann gehörte zu den Wissenschaftlern, die dieses Forschungsgebiet entscheidend voranbrachten. Als langjähriger Vorsitzender der 1992 gegründeten Forschungsvereinigung 3-D MID förderte er den Austausch zwischen Wissenschaft und Industrie und den Transfer von Forschungsergebnissen in industrielle Anwendungen.

Sein Wirken beschränkte sich jedoch nicht auf technische Entwicklungen. Als Hochschullehrer und Doktorvater begleitete er zahlreiche Nachwuchswissenschaftler und Ingenieure. Die Forschungsvereinigung würdigte in ihrem Nachruf ausdrücklich seine Rolle als Förderer und akademischer Lehrer, der Generationen von Ingenieuren geprägt habe.

2009 übergab Feldmann die Leitung des FAPS an Prof. Dr.-Ing. Jörg Franke. Der Lehrstuhl und die Forschungsvereinigung 3-D MID führen die von ihm mitaufgebaute Forschungs- und Entwicklungsarbeit fort. (sb)

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