Der deutsche Bauelemente-Distributionsmarkt wuchs im zweiten Quartal um 12,2% gegenüber dem Vorjahreszeitraum, die Aufträge stiegen gar um 18%. Es droht eine Bauteileverknappung.
Erfolgreiche Bauteile-Distribution: Der Umsatz der im FBDi gemeldeten Unternehmen betrug im 2.Quartal 2017 904 Mio. €.
(Bild: Thorben Wengert, pixelio.de)
Das zweite Quartal 2017 lief wie das erste überaus erfolgreich für die Bauelemente-Distribution in Deutschland, so der Fachverband der Bauelemente-Distribution (FBDi). Stärkstes Wachstum verzeichneten mit 22% die elektromechanischen Produkte, gefolgt von den Halbleitern mit knapp 18%.
Der Umsatz der im FBDi gemeldeten Unternehmen in Deutschland legte von April bis Juni um 12,2% auf 904 Mio. Euro zu und erreichte damit fast die gleichen Resultate wie das Rekordquartal Q1/2017.
Die Auftragslage ist weiterhin positiv, mit 17,7% Plus auf 946 Mio. Euro. Die Book-to-Bill-Rate, das Verhältnis vom Auftragseingang zum Umsatz, lag bei 1,05. Damit steht das erste Halbjahr auf rekordverdächtigen 1,8 Mrd. Euro Umsatz und 2 Mrd. Euro an Aufträgen.
Elektromechanische Produkte wuchsen um 22 Prozent, Halbleiter um 18 Prozent
Am stärksten gewachsen sind in Q2 wieder die elektromechanischen Produkte, die um gut 22% auf 93 Mio. Euro zulegten, gefolgt von den Halbleitern – der weitaus stärksten Produktgruppe, die einen Anstieg von knapp 18% auf 637 Mio. Euro zu verzeichnen hatte. Bei den passiven Bauelementen lief es mit plus 5,2% auf 121 Mio. Euro nicht ganz so gut.
Kleinere Produktbereiche wie Sensoren oder Stromversorgungen wuchsen um 18,7 bzw. 16%. Die Verteilung blieb nahezu unverändert: Halbleiter 70%, Passive 13%, Elektromechanik 10%, Stromversorgungen 3%, der Rest verteilt sich auf die anderen Komponenten und Baugruppen.
Bauteileverknappung sorgt für Doppelbuchungen
FBDi-Vorstandsvorsitzender Georg Steinberger: „Die gute Auftragslage geht mit der Knappheit von Halbleiterbauteilen und Preiserhöhungen einher. Wir gehen davon aus, dass sich diese Situation weit ins Jahr 2017 fortsetzen wird. Allerdings muss man die Auftragssituation etwas relativieren, da durch die Bauteileverknappung durchaus eine Menge Doppelbuchungen den Markt verzerren können.“
Ansonsten bleiben die bereits im Mai beschriebenen Risiken – Produktbereinigung durch die Hersteller, punktuelle Allokation, massive LineCard-Änderungen, technische und Umweltrichtlinien – weiterhin bestehen.
Ein weiteres, bisher schwer zu fassendes Problem und seine Auswirkung auf die Komponenten ist die Vertrauenskrise in der deutschen Automobilindustrie. Vielfach wird ein Einbruch der Dieselneuverkäufe erwartet. Steinberger: „Das kann gravierende Auswirkungen auf die Elektronik-Lieferkette haben, zumal die deutsche Automobilindustrie 40% des Komponentenverbrauchs ausmacht.“
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