KI bietet Industriebetrieben einen hohen Mehrwert, doch viele Vorhaben scheitern. Oftmals bremsen Fallstricke die Projekte im Betriebsalltag aus. Hier fünf davon und wie Sie sie vermeiden.
Theorie vs. Praxis: Warum ehrgeizige KI-Initiativen in der industriellen Realität oft an mangelnder Datenqualität und Praxistauglichkeit scheitern.
(Bild: Gemini / KI-generiert)
Produktionsbetriebe gelten branchenübergreifend als eines der größten und vielversprechendsten Einsatzgebiete für Künstliche Intelligenz. Die theoretischen Möglichkeiten in der Industrie reichen von der vorausschauenden Instandhaltung bis hin zur automatisierten Qualitätssicherung. Dennoch zeigt die Realität in den Fabrikhallen oft ein vollkommen anderes Bild: Aufwand und Ertrag sowie Erwartungen und tatsächliche Ergebnisse von KI-Projekten stehen im Alltag häufig in einem krassen Missverhältnis. Viele ehrgeizige und kostenintensive Initiativen enden in einer Sackgasse, weil sie an den komplexen Tücken der betrieblichen Realität zerschellen.
Dafür gibt es eine Reihe von handfesten Gründen, die den produktiven Einsatz der scheinbar selbstdenkenden Algorithmen systematisch unterminieren. Der Softwareanbieter IFS hat dieses Phänomen im Detail analysiert und zeigt auf, welche charakteristischen Irrtümer und Fehlentscheidungen Unternehmen ausbremsen und wie Betriebe diese Barrieren erfolgreich überwinden, um KI aus dem Labor in die Werkhalle zu bringen.
1. Mangelhafte Datenqualität als fundamentale Schwachstelle
Die mit Abstand größte Schwachstelle bei nahezu allen KI-Projekten bildet die Qualität der zugrunde liegenden Daten. Typischerweise treffen Unternehmen auf fragmentierte Datenlandschaften, die historisch über viele Jahre gewachsen sind. Diese Informationen stammen aus unterschiedlichsten Quellen, sind unvollständig, untereinander nicht synchronisiert oder lassen Raum für unterschiedliche Interpretationen. Um diese Hürde zu nehmen, raten Experten dazu, KI-Projekte anfangs strikt auf einen selektierten Kern operativer Daten zu stützen, beispielsweise auf gezielte Parameter aus der Instandhaltung oder der Qualitätssicherung. Ausgehend von dieser soliden Basis lässt sich die Datenlage dann sukzessive optimieren.
2. Ängste und latente Ablehnung in der Belegschaft
Neben der Technik spielt der Faktor Mensch eine ebenso entscheidende Rolle. Ängste und latente Ablehnung begleiten unzählige KI-Projekte. Die Ursachen liegen oft in einer intransparenten Entscheidungslogik der Algorithmen, in der Angst vor Kontrollverlust oder in unklaren Auswirkungen auf die eigene berufliche Rolle. Führungskräfte unterschätzen diese Faktoren jedoch häufig und vernachlässigen die notwendigen Veränderungsprozesse. Erfolgreiche Überzeugungsarbeit erfordert es, Projekterfolge transparent zu machen. Künstliche Intelligenz findet in der Belegschaft genau dann Akzeptanz, wenn die Mitarbeiter den konkreten Nutzen erkennen und die Systeme verlässliche, hilfreiche Ergebnisse liefern.
3. Fehlende Zielvorgaben und ungeprüfte Geschäftsszenarien
Ein weiteres Problem stellt das Fehlen klarer Zielvorgaben und konkreter Anwendungsfälle dar. Viele Geschäftsszenarien erstellen Unternehmen lediglich, um eine anfängliche Investitionsentscheidung zu rechtfertigen. Nach dem Projektstart halten die Verantwortlichen diese Pläne jedoch weder aktiv nach, noch überprüfen sie die Annahmen mit realen Betriebsdaten. In der Praxis fehlen oft klar definierte Zielkennzahlen sowie ein kontinuierlicher Abgleich zwischen dem einst geplanten und dem tatsächlichen Nutzen. Ohne diese messbaren Größen bleibt der erwartete Erfolg eine bloße Annahme und entzieht sich jeder objektiven Bewertung.
4. Mangelnde Praxistauglichkeit abseits des Labors
Zudem klafft zwischen Laborbedingungen und dem harten Betriebsalltag oft eine gewaltige Lücke. Viele Pilotprojekte scheitern schlichtweg an der mangelnden Praxistauglichkeit. Unternehmen legen sie isoliert als Leuchtturmprojekte an, integrieren sie aber nicht in bestehende Systeme und etablierte Entscheidungsprozesse. Das führt dazu, dass Modelle zwar unter kontrollierten Bedingungen im Labor exzellente Vorhersagen treffen, im realen Betrieb jedoch unbrauchbar sind. Ursachen hierfür sind oft eine starke Abhängigkeit von wenigen Spezialisten, eine schlechte Nutzbarkeit für die Anwender oder die Tatsache, dass sich die Nutzung auf eine kleine Gruppe beschränkt.
5. Skalierungsblocker durch fehlende Governance
Schließlich erweisen sich fehlende verbindlicher Regelwerke als häufigste Blocker, wenn es um die unternehmensweite Skalierung von KI-Lösungen geht. Viele Betriebe starten ihre Initiativen rein projektgetrieben. Sie versäumen es, im Vorfeld klare Zuständigkeiten für kritische Aspekte wie die anhaltende Datenqualität, den dauerhaften Modellbetrieb oder die fachlichen Entscheidungen zu definieren. Auch Fragen der Haftung und der Compliance bleiben oft ungeklärt. Es fehlen eindeutige Verantwortlichkeiten, die sowohl die IT-Abteilung als auch die jeweiligen Fachbereiche in die Pflicht nehmen. Ebenso bedarf es einer fest definierten Arbeitsteilung zwischen Mensch und Maschine, die in funktionsübergreifenden Teams verankert ist.
„Erfolgreiche KI-Projekte zeichnen sich durch drei charakteristische Eigenschaften aus“, erklärt Sören Michl, VP AI Adoption bei IFS. „Sie sind erstens von Anfang an nicht als Experiment, sondern als produktivitätssteigerndes System angelegt, sie denken zweitens Prozesse neu, um KI bestmöglich zu nutzen, und sie integrieren drittens KI direkt in bestehende Workflows.“ (mc)
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.