Schienenverkehrstechnik Wasserstoff, Batterien und Digitalisierung: Die 13. InnoTrans öffnet ihre Tore

Von Richard Oed *

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Am 20. September 2022 öffnet in Berlin die 13. InnoTrans als Branchengipfel und Trendbarometer der Schienenverkehrstechnik ihre Tore für die Fachbesucher. Die diesjährigen Top-Themen sind dabei alternative Antriebe und Digitalisierung.

Auch wenn der Himmel über Berlin duster ist: Die Industrie präsentiert neue Fahrzeuge. Hier die Wasserstoff- und Batterietriebzüge von Stadler, Siemens Mobility, Alstom und Newag.
Auch wenn der Himmel über Berlin duster ist: Die Industrie präsentiert neue Fahrzeuge. Hier die Wasserstoff- und Batterietriebzüge von Stadler, Siemens Mobility, Alstom und Newag.
(Bild: Richard Oed)

„Die InnoTrans ist zurück!“. Mit diesen Worten begrüßte Martin Ecknig, der Geschäftsführer der Messe Berlin, die Vertreter der internationalen Presse. Denn 2020 musste die Veranstaltung pandemiebedingt abgesagt werden. Insgesamt 2834 Aussteller aus 56 Ländern beteiligen sich heuer an dieser Leitmesse für Schienenverkehrstechnik, die vom 20. September bis zum 23. September 2022 auf dem Messegelände in Berlin stattfindet. Zusätzlich sind noch 29 Verbände aus 17 Ländern vertreten, darunter der ZVEI, der Verband der Elektro- und Digitalindustrie, die Railway Industry Association oder die European Agency for Railways.

Voll belegt sind nicht nur die 42 Hallen der Messe Berlin mit ihren 200.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche, sondern auch die 3,5 km Gleisanlagen, auf denen insgesamt 124 Fahrzeuge präsentiert werden. Dabei reicht das Spektrum von Lokomotiven über Triebzüge, innovativen Güter- und Personenzugwagen, bis hin zu Gleisbaumaschinen. Insgesamt warten 250 Weltneuheiten internationaler Aussteller auf die Fachbesucher.

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Die Hauptthemen der diesjährigen Messe sind zum einen alternative Antriebe und zum anderen die Digitalisierung und Automatisierung des Schienenverkehrs. Standen bereits bei der letzten Veranstaltung 2018 bei den Triebfahrzeugen Zweikraft- und Hybridlokomotiven im Vordergrund, so kommen in diesem Jahr reine Batterietriebzüge und mit Wasserstoff-Brennstoffzellen angetriebene Lokomotiven und Triebzüge hinzu. So zeigt PESA aus Polen mit der SM42-6Dm eine Wasserstoff-Rangierlokomotive mit zugehöriger Tankstelle, oder Siemens Mobility aus Deutschland und Stadler Rail aus der Schweiz Varianten ihrer existierenden Triebwagenfamilien Mireo und Flirt mit Wasserstoff- oder Batterieantrieb.

Die Automatisierung ist treibende Kraft

Bei der Digitalisierung steht die Automatisierung des Bahnverkehrs, beispielsweise durch eine digitale automatische Kupplung, im Vordergrund. Diese verbindet beim Kuppeln nicht nur die Bremsluftleitungen, sondern auch die elektrischen Verbindungen. So zeigt der Verband der Bahnindustrie in Deutschland den Prototypen eines Güterwagens, dessen Kupplung des Typs 5 (automatisches Kuppeln und Entkuppeln) neben der 400 V Drehstromverbindung auch die Leitungen für eine elektronische Höhenregulierung der Federung, des Safe-Train-Integrity Systems und der Sensorik für Temperatur, Luftdruck und Vibration (zum Erkennen von Schadensfällen) verbindet.

Weitere Innovationen sind beispielsweise die smarten Gewinde von Bornemann Gewindetechnik, deren Sensoren Zug bzw. Druck, Torsion, Umdrehungen, die Lage in den drei Achsen, Vibrationen und die Temperatur erfassen und weitergeben. Syslogic stellt als Partner im NVIDIA Partner Network mit dem KI Railway Computer RML A3 auf KI-gestützte Embedded Systeme vor, welche die EN 50155 erfüllen. Zusätzliche Neuheiten kommen aus den Bereichen Kabel- und Steckertechnik, Stromversorgungen, wie DC/DC-Wandler und Umrichter, Messtechnik oder betreffen auch der Zugtoiletten.

Insgesamt sieht die gesamte Branche positiv in die Zukunft. Die UNIFE (Union des Industries Ferroviaires Européennes) rechnet bis 2026 mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 3% in ihrem Markt. Die InnoTrans 2022 findet noch bis einschließlich Freitag, 23. September 2022 statt, die darauffolgende Auflage turnusgemäß wieder im Jahr 2024.

* Dipl.-Ing. (FH) Richard Oed arbeitet nach 24 Jahren in der Halbleiterei jetzt als freier Fachjournalist.

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