Von Akkus bis Recycling – Finalisten des Europäischen Erfinderpreises stehen fest

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Erfindung: Entwicklung der Lithium-Ionen-Batterie

Kategorie: Nicht-EPO Staaten

Sektor: Batterien

Der japanische Wissenschaftler Akira Yoshino gilt als Vater der Lithium-Ionen-Batterie. Seine Erfindungen sind es, die heute für die Stromversorgung in fast fünf Milliarden Smartphones, in Elektrofahrzeugen und zahlreichen weiteren Geräten zuständig sind. Mehr als 30 Jahre seines Lebens hat er der Aufgabe gewidmet, seine revolutionäre Technologie immer weiter zu verbessern. Dafür ist er jetzt mit dem Erfinderpreis nominiert. 1983 reichte Prof. Yoshino eine Patentanmeldung für die Lithium-Ionen-Batterie ein, wie wir sie heute kennen. In den Folgejahren entwickelte Yoshino sein Konzept weiter und entwarf eine Batterie, die mehr Lade- und Entladezyklen zulässt. Später konnte er auch die Spannung der Lithium-Ionen-Batterien von 1,5 Volt auf über 4 Volt steigern, indem er den Aufbau und die Zusammensetzung der Anode entsprechend anpasste.

Erfindung: Intelligente Laser für gesündere Lachse

Kategorie: Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU)

Sektor: Meerestechnik

Der norwegische Erfinder Esben Beck, ein Autodidakt, ist für seine Lösung nominiert, mittels Bilderkennung, künstlicher Intelligenz und Lasern einem Parasiten von Lachsfarmen zu Leibe zu rücken. Mehr als 250 seiner patentierten Unterwasserroboter bewachen mittlerweile norwegische Fischfarmen. Sie spüren die Schädlinge auf und löschen sie aus. So schützen sie die Fische ohne Einsatz von Chemikalien. Das Gerät „Stingray“ tötet die Seeläuse mit Lichtstrahlen, ohne das Wirtstier oder die Umwelt zu schädigen. Der Laser mit einer Wellenlänge von 532 Nanometern ist tödlich für den dunkel gefärbten Parasiten. An den glänzenden Schuppen des Lachses hingegen wird er reflektiert und prallt einfach ab.

Erfindung: Antifouling-Faserfolie für Schiffsrümpfe

Kategorie: Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU)

Sektor: Meerestechnik

Der niederländische Erfinder Rik Breur ist nominiert für eine umweltfreundliche Alternative, um Schiffsrümpfe vor Ansiedlung von Algen, Seepocken und Muscheln zu schützen. Dadurch brauchen die Schiffe bis zu 40 % weniger Treibstoff. Das Material ist mit Nylonfasern besetzt, die Unterseite bildet eine selbstklebende Folie, die direkt auf den Schiffsrumpf aufgebracht wird. Die stacheligen Nylonspitzen, die im Wasser ständig hin- und herbewegt werden, sind wenig einladend für Algen, Muscheln, Seepocken und sonstige Meereslebewesen. Die Faserfolie wirkt sowohl, wenn die Schiffe in Bewegung sind, als auch wenn sie ruhig vor Anker liegen. Deshalb eignet sich das Produkt nicht nur für Schiffe, sondern auch für andere Konstruktionen im Meer, beispielsweise Ölplattformen oder Offshore-Windturbinen.

Erfindung: Flexible Protektoren, die bei einem Aufprall hart werden

Kategorie: Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU)

Sektor: Werkstoffkunde

Die beiden britischen Materialwissenschaftler Richard Palmer und Philip Green – leidenschaftliche Snowboarder – haben ein Material entwickelt, welches weich und formbar ist, aber bei einem Aufprall versteift. Durch die außergewöhnliche Fähigkeit dilatanter Flüssigkeiten, Energie zu absorbieren und zu verteilen, ist ihre Erfindung ideal für alle Arten von Schutzkleidung und Protektoren. Das Material „D3O“ lässt sich in Kleidung einbauen. Es bewegt sich zusammen mit dem Träger des Kleidungsstücks und bietet dennoch umfassenden Schutz.

Erfindung: DNA-Vermehrung zur Genom-Analyse

Kategorie: Lebenswerk

Sektor: Genforschung

Die spanische Wissenschaftlerin Margarita Salas Falgueras hat eine schnellere, einfachere und zuverlässigere Methode gefunden, um winzige Mengen von DNA-Spuren so weit zu replizieren, dass eine vollständige Genomanalyse möglich ist. Ihre Erfindung, bei der sie die Phi29-DNA-Polymerase einsetzt, ist heute aus Gebieten wie der Onkologie, der Forensik oder der Archäologie nicht mehr wegzudenken. Jetzt ist sie für ihr Lebenswerk nominiert.

Erfindung: Schärfere Bilder in der Elektronenmikroskopie

Kategorie: Lebenswerk

Sektor: Mikroskopie

Der österreichische Physiker Maximilian Haider schaffte es, die Bildauflösung in der Elektronenmikroskopie um mehr als den Faktor fünf zu erhöhen. Damit löste er ein Problem, für das die Wissenschaft 60 Jahre lang keine Lösung gefunden hatte. Mit der von ihm patentierten elektromagnetischen Korrekturlinse, die heute in 90 % aller Transmissionselektronenmikroskope weltweit zum Einsatz kommt, konnten Wissenschaftler erstmals einzelne Atome in Augenschein nehmen.

Erfindung: Weiterentwicklungen in der Videokompression

Kategorie: Lebenswerk

Sektor: Datenkompression

Die polnische Softwareingenieurin Marta Karczewicz hat ihr gesamtes Berufsleben der Aufgabe gewidmet, Verfahren zu entwickeln, mit denen sich Daten immer schneller und besser streamen lassen. Karczewicz ist als Erfinderin in 130 erteilten europäischen Patenten genannt. Ihre Technologien haben die Video-Entertainmentbranche transformiert und Videostreaming auf Laptops und mobilen Endgeräten für die breite Masse zugänglich gemacht.

Alle Finalisten im Überblick:

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