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Behandlung von Anforderungsänderungen

Anforderungsänderungen treten in der Projektpraxis häufig auf und ihre Konsequenzen für den Entwicklungsprozess müssen genau nachverfolgt werden können. Das Werkzeug R2A bietet deshalb die Möglichkeit, Einflussanalysen (sog. Impact Analysen (IA)) durchzuführen, in denen grafisch auf verständliche Weise die Einflüsse von Anforderungsänderungen auch Außenstehenden (z.B. Kunden) kenntlich gemacht werden können. Abb. 4 zeigt wie Ergebnissituationen bei Einflussanalysen aussehen können. Direkte Auswirkungen sind dabei rot, indirekte gelb markiert. Links hat die Änderung nur sehr lokale Auswirkungen, während bei der rechten Situation direkte Einflüsse sowohl auf das ganze Design wie auch auf die Module PWM und OMT und viele indirekte Einflüsse sichtbar sind.

Neben direkten Einflüssen können sich auch aus den bereits getroffenen Entscheidungen Modifikationen für Designelemente ergeben. Abb. 5 zeigt eine geplante Änderung, die zunächst den BRC „RAM:250 byte“ und die Anforderung „All 16 light...“ in Betracht zieht. Daraus werden alle betroffenen Entscheidungen und davon abgeleitete DCs oder BRCs errechnet und unterhalb des Ausgangselements dargestellt. Auf der rechten Seite werden daraus folgende Konsequenzen auf das Design dargestellt: Rote Kreuze stehen für Einflüsse aus den Ausgangselementen, gelbe Kreuze für aus den Entscheidungen entstehende Einflüsse.
Wie kommen Anforderungsänderungen konsistent in das Design?

Wenn Anforderungsänderungen umgesetzt werden sollen, müssen die Änderungen kontrolliert in das Design überführt werden können, um die Konsistenz der Änderungen zu gewährleisten. R2A kann für jede Anforderung den aktuellen Status mit Hilfe eines farbigen Statusbalkens sichtbar machen. Dabei durchläuft jede Anforderung den in Abb.6 gezeigten Lebenszyklus. Jede nicht berücksichtigte Anforderung (rot) muss dem Design zugewiesen werden (gelb), um anschließend vom Designer umgesetzt zu werden (grün). Spätere Anforderungsänderungen können ein Überdenken der Umsetzung erforderlich machen (orange), bis der Designer die Änderung im Design wieder umgesetzt hat (erneut grün). Falls die Anforderung im Projektverlauf obsolet wird, wird sie als zu löschen markiert (grau). Sobald der Designer den Wegfall im Design berücksichtigt hat, wird sie endgültig gelöscht (schwarz).
Dieser Artikel illustriert drei Probleme, bei denen das im Requirements Engineering gängige Konzept einfacher Verlinkung von Anforderungen und Design in Verbindung mit der Verfolgung von Links als Operationalisierung der Nachverfolgbarkeit von Anforderungen (Traceability) wenig Unterstützung für die Architekten bietet. PROVEtech:R2A verfolgt das Ziel, Designern im Bereich embedded systems zu diesem Problemkomplex spezifische Unterstützung bieten zu können. Das Tool PROVEtech:R2A wird voraussichtlich Anfang Februar 2009 als Produkt verfügbar sein.
Literatur
[SP08] Schmied, J.; Palluch, J.: Verschärfte Software-Qualität — mit Automotive SPICE. http://www.elektronikpraxis.vogel.de/index.cfm?pid=904&pk=142646 (Zugriff 03.09.2008).
[TKT+07] Turban, B.; Kucera, M.; Tsakpinis, A.; Wolff, C.: An Integrated Decision Model For Efficient Requirement Traceability in SPICE Compliant Development. Fifth Workshop on Intelligent Solutions in Embedded Systems (WISES). Madrid 2007.
[TWT+08] Turban, B.; Wolff, C.; Tsakpinis, A.; Kucera, M.: A Decision Model for Managing and Communicating Resource Restrictions in Embedded Systems Design. Sixth Workshop on Intelligent Solutions in Embedded Systems (WISES). Regensburg 2008.
*Bernhard Turban (Bernhard.Turban@mbtech-group.com) ist Diplom-Informatiker (FH) und koordiniert in einem Forschungsprojekt der MBtech Group als technischer Projektleiter und Architekt die Entwicklung von PROVEtech:R2A. Gleichzeitig promoviert er an der Universität Regensburg.
Prof. Dr. Markus Kucera (markus.kucera@informatik.fh-regensburg.de) ist seit 2004 Professor für technische Informatik an der Hochschule Regensburg.
Prof. Dr. Athanassios Tsakpinis (athanassios.tsakpinis@informatik.fh-regensburg.de) lehrt Wirtschafts- und Medizininformatik an der Hochschule Regensburg. Prof. Dr. Christian Wolff (christian.wolff@sprachlit.uni-regensburg.de) ist Informationswissenschaftler und Informatiker und seit 2003 Professor für Medieninformatik an der Universität Regensburg.
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