RISC-V-Ökosystem im Umbruch Strategische Neuausrichtung: Codasip verkauft Teile des Geschäfts

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Nach der im Sommer 2025 gestarteten Bieterrunde um die europäische RISC-V-Schmiede Codasip zeichnet sich im April 2026 eine strategische Neuausrichtung ab: Das Unternehmen trennt sich von Teilen seines Geschäfts und fokussiert sich künftig stärker auf sicherheitsorientierte Architekturen.

Im Sommer 2025 suchte Codasip nach Käufern. Im Frühjahr 2026 wurde einer für den Bereich  mit Low-End-RISC-V-Prozessorkernen gefunden.(Bild:  Codasip)
Im Sommer 2025 suchte Codasip nach Käufern. Im Frühjahr 2026 wurde einer für den Bereich mit Low-End-RISC-V-Prozessorkernen gefunden.
(Bild: Codasip)

Noch im Juli 2025 stand das europäische RISC-V-Unternehmen Codasip im Zentrum von Spekulationen rund um eine mögliche Übernahme. Das Unternehmen hatte damals einen Verkaufsprozess angestoßen, der Fragen nach der Zukunft eines der wenigen RISC-V-Anbieter aus Europa aufwarf. Mittlerweile hat sich eine strategische Antwort auf die damaligen Entwicklungen aufgetan, die den Verantwortlichen von Codasip am 8. April 2026 veröffentlicht wurden. Diese Entwicklungen gestalten sich anders, als möglicherweise erwartet worden war.

Fokus auf Sicherheit statt Breite

Wie Codasip mitteilt, richtet sich das Unternehmen künftig konsequent auf sogenannte cyberresiliente Halbleiterarchitekturen aus. Im Zuge dieser Neuausrichtung wird das Geschäft mit Low-End-RISC-V-Prozessorkernen veräußert. Der Käufer ist ein nicht namentlich genannter börsennotierter US-Halbleiteranbieter. Der Abschluss der Transaktion wird zeitnah erwartet. Parallel erhält der Käufer eine umfassende Lizenz für Codasips Entwicklungsumgebung, mit der sich Prozessor-IP anpassen lässt.

Kein Komplettverkauf

Damit wird aus dem ursprünglich angestoßenen Verkaufsprozess kein vollständiger Exit, sondern ein gezielter Umbau des Unternehmens. Codasip positioniert sich künftig als Anbieter von sicherheitszentrierten Prozessorarchitekturen auf Basis von Cheri (Capability Hardware Enhanced RISC Instructions) sowie darauf aufbauenden SoCs und FPGA-Lösungen. Hintergrund ist die wachsende Bedeutung von Sicherheit auf Architekturebene. Klassische Ansätze, bei denen Sicherheitsfunktionen nachträglich integriert werden, stoßen laut Unternehmen zunehmend an Grenzen.

„Bei herkömmlichen Ansätzen wird die Sicherheit erst nachträglich und ineffizient in die Systeme integriert“, so Codasip-CEO Ron Black. „Unser Fokus liegt darauf, unseren Partnern zu ermöglichen, Sicherheit von Anfang an in die grundlegende Architektur von Rechensystemen zu integrieren.“

Signal für Europas RISC-V-Strategie

Für das europäische RISC-V-Ökosystem ist der Schritt ambivalent. So bleibt Codasip als eigenständiger Player erhalten, jedoch wandert ein Teil des Geschäfts in die USA – ausgerechnet in einem Marktsegment, das bislang als strategisch wichtig für technologische Souveränität galt. Gleichzeitig verschiebt sich der Wettbewerb weg von generischer Prozessor-IP hin zu differenzierenden Merkmalen wie Sicherheit und Systemarchitektur. (sb)

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