Verbindungstechnik

Standard für zukünftige Leistungssteckverbinder

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Alternativen zum M12 in L-Kodierung

Bleibt man in ähnlichen Größenverhältnissen und benötigt dazu noch eine etwas flexiblere Stromversorgung, die häufig gesteckt und getrennt wird, sollten sich Anwender PushPull Power-Steckverbinder in den Varianten V4 und V14 ansehen.

Variante 4 ist zwar nicht rund, besitzt aber sonst eine durchaus vergleichbare Größe zum M12-Steckverbinder. Dazu besitzt der Stecker vier Powerkontakte, über die man Geräte bei einer Spannungsfestigkeit von 48 V mit bis maximal 12 A versorgen kann. Einen PE-Kontakt hat man hier jedoch nicht zur Verfügung.

Wer diesen benötigt und doch wieder etwas mehr Platz in Kauf nehmen kann, sollte sich die Variante 14 genauer ansehen. Mit vier Powerkontakten, einem PE-Kontakt und 16 A / 690 V in einem einhändig zu bedienenden Gehäuse, wahlweise aus Metall oder Kunststoff, besitzt er genug Reserven für Antriebe, die flexibel anschließbar sein müssen.

Die dritte und meist zu Unrecht übersehene Alternative bilden bewährte D-Sub-Steckverbinder. Die Technologiegruppe führt sie unter der Bezeichnung „D-Sub mixed“ und bietet sie variabel mit 2 bis 8 Power-Kontakten an, die auch beliebig mit Signalkontakten kombiniert werden können.

Mit dem bewährten D-Sub können je nach Anwendung bis zu 40 A pro Kontakt übertragen werden (maximal 160 V). Der Steckverbinder zielt vorrangig auf die Stromversorgung von Maschinen ab, die direkt über eine Platine erfolgt. Bei Schutzart und Vibrationsfestigkeit stehen D-Sub in nichts M12-Steckverbindern nach, lediglich die Platzfrage ist hier als kritisch zu betrachten, sobald man mehr als zwei Kontakte benötigt.

Letztendlich bietet der L-kodierte „M12 Power“ im direkten Vergleich zum D-Sub-Steckverbinder nicht ganz dessen Leistungsdaten. Dafür liegt er bei Größe und beim Verhältnis von Größe zu Leistung deutlich vorne und punktet, wenn es um die Kombination von Stromstärke und kleinsten Abmessungen in einem robusten Gehäuse geht. Zudem deckt er die meisten Anwendungen ab und für höhere Anforderungen ist die K-Kodierung geplant.

Vollständige Produktfamilie für ganzheitliche Lösungen

Die Technologiegruppe bietet mit dem „M12 Power“ eine vollständige Produktfamilie. Neben dem klassischen M12-Steckverbinder mit Kabelanschluss gibt es eine Reflow-fähige Leiterplatten-Variante in Durchsteckmontage. Drüber hinaus wird eine Wanddurchführung angeboten, die wahlweise ohne oder mit bereits vorkonfektionierten Adern erhältlich ist. Den Steckverbinder gibt es kabelseitig wahlweise mit Crimpanschluss oder mit dem firmeneigenen Schneidklemmanschluss HARAX.

Die ersten Steckgesichter wurden 2011 von Phoenix Contact entwickelt und in den Markt eingeführt, diese initiierten die internationale Normung. Im Jahr 2012 folgten von Molex zwei weitere M12-Power-Steckgesichter. Die Markteinführung der „M12 Power“-Familie von Harting erfolgte in zwei Stufen: Auf der SPS im November 2015 wurden die IDC-Variante und die Leiterplatten-Variante vorgestellt, seit der Hannover Messe 2016 sind 360° geschirmte Crimpversion und die Wanddurchführungen erhältlich.

* Matthias Domberg arbeitet als Produktmanager Rundsteckverbinder bei HARTING Electronics in Rahden.

* Jonas Diekmann ist technischer Redakteur bei HARTING Electronics in Rahden.

(ID:44076887)